Respekt gegenüber Juden

Schüler reinigen  Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof

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„Wir wollen einfach helfen“. Die Schülerinnen Jeen (vorne) und Zilan beim Reinigen der Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof.

Achim - „Wir wollten einfach helfen“, sagen Zilan und Jeen, Schülerinnen der Liesel- Anspacher-Schule. Geholfen haben sie gestern in der Tat, die Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof an der Eisenbahn von Verwitterung und Verschmutzung zu befreien und die Namen der Toten wieder lesbar werden zu lassen.

Zehn Schüler der Liesel-Anspacher-Hauptschule waren an der freiwilligen Aktion beteiligt, die unter anderem von Schulleiter Dominik Lerdon und dem Arbeitskreis Jüdischer Friedhof unterstützt wurde. Auch zu Ehren der Schulnamensgeberin Liesel Anspacher, deren vor dem Dritten Reich verstorbene Familienmitglieder hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, ist die Aktion ins Leben gerufen worden. Lerdon hatte die Aktion als Geschichtslehrer angeregt: „Ich behandle aktuell auch den Nationalsozialismus mit meiner neunten Klasse. Ein lokaler, aktueller Bezug veranschaulicht das Thema sehr gut“, freute er sich.

Eine Schülerin verdiente besondere Aufmerksamkeit. Die Muslimin Jeen feierte eigentlich das Bayram-Fest, also das Ende des Fastens, und hatte deshalb schulfrei. Trotzdem half sie mit, die Gräber der meist weit vor dem Zweiten Weltkrieg verstorbenen Juden so zu pflegen. Die Schüler waren sehr fleißig mit Wasser, Reinigungsmittel und Schwamm zu Gange, sodass bereits nach wenigen Minuten viele der Grabinschriften wieder lesbar waren.

Nicht nur Rektor Dominik Lerdon zeigte sich beeindruckt von dem Engagement, dem Respekt und der Wertschätzung gegenüber den Juden und Liesel Anspacher, die bereits mit 17 Jahren von den Nazis ermordet worden war.  

 max

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