Stück über Mobbing im Gymnasium

„Reich und schön“ – aber dafür kreuzunglücklich

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Bei der Gruppenarbeit in der Schulstunde ist der Unterricht Nebensache: Alles dreht sich um Styling und die Planungen für die Geburtstagsparty der naiven Rita.

Achim - Die Schülerin X will Selbstmord begehen. Doch bevor X von der Brücke springt, hält sie Zwiegespräche mit ihrem Unterbewusstsein, das sich im Stück „Reich und schön“ in Engel und Teufel aufspaltet. Auslöser der Suizidgedanken ist Mobbing: Die Reichen und Schönen der Schule nutzen jede Gelegenheit, um auf den Randfiguren dieser Mikrogesellschaft herumzuhacken.

Autorin Eva Vieth erzählt das alles reichlich überspitzt. Das gefiel den Teilnehmern des Aufführungskurses „Darstellendes Spiel“ (DS) am Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium. Nach monatelangen Proben ist das Ergebnis am Freitag, 9. und Samstag, 10. Juni, in der Schulaula zu sehen. Der Vorhang hebt sich jeweils um 19.30 Uhr.

Wer die suizidgefährdete Schülerin ist, lässt das Stück offen. Der Zuschauer trifft beispielsweise die naive Rita, die in die Clique der schönen, aber oberflächlichen Mädchen aufgenommen wird. Später entpuppen sich die vermeintlichen Freundinnen als Biester, die ihre noch etwas kindlich wirkende Kumpanin nur vorführen wollen.

Michaela Hamer leitet zum ersten Mal den DS-Aufführungskurs

„Jährlich übt der DS-Aufführungskurs ein Stück ein. Seit 2015 findet der Unterricht zwei Stunden pro Woche und nur in Klasse elf statt“, erklärt Michaela Hamer, die zum ersten Mal den Aufführungskurs leitet. In der Vergangenheit dienten schon „Faust“ und „Peer Gynt“ als Vorlagen für Schauspielaufführungen. Für das aktuelle Stück aus dem Verleih des Deutschen Theaterverlags probt der Kurs seit November. „Die Umsetzung geschieht in großer Eigenverantwortung“, berichtet Hamer. „Plakate, Programmheft, Musik und Lichtplan erstellen die Schüler selbst.“ Dafür war auch etwas Improvisationstalent vonnöten: Ein Teil des für 23 Rollen konzipierten Stücks musste umgeschrieben werden, nachdem ein Schüler kurzfristig verhindert war.

„Wir haben dafür nachträglich eine Vor- und Nachrede eingefügt“, erzählt die 17-jährige Margarete Kinet, die in allen Arbeitsgruppen Organisatorisches übernahm und in der Samstagsaufführung den Engel spielt. Jennifer Jöhnk (17) kümmerte sich wie Emily Hoffmann (16) um die Requisiten und half beim Einstudieren der Tänze. Hoffmann, die X spielt, hat sich bewusst für den DS-Aufführungskurs entschieden, weil sie durch die Theater-AG bereits Gefallen am Schauspielern gefunden hatte. Für Jennifer Jöhnk ist es die erste Bühnenerfahrung: „Aber ich dachte mir, wenn ich schon spiele, dann richtig.“ Kinet bedauert, dass der Kurs nur in Klasse 11 angeboten wird. Die Art und Weise, wie das Stück Mobbing als Thema aufgreift, sei zwar sprachlich schon etwas veraltet – die hier verwendete „Jugendsprache“ war im Jahr 2010 aktuell – aber packend erzählt. „Es lohnt sich, bis zum Schluss zu bleiben“, deutet sie an. 

ldu

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