Reger Zulauf auf Klinikgelände / Checks, Gipsverbände, Vorführungen und mehr

Gesundheitsmesse: Spontan altern fehlt nicht als Angebot

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Aus jung wird alt und schwerfällig: Dr. Roland Schoeffel nimmt hier die 41-jährige Nina Lifka im Alterssimulationsanzug an die Hand.

Achim - Sogar junge Besucher der Achimer Gesundheitsmesse auf dem Gelände der Aller-Weser-Klinik durften sich kurzzeitig sehr alt fühlen.

Dafür genügte das viertelstündige Tragen eines Alterssimulationsanzuges. Der lastete schwer auf Bändern und Gelenken und vermittelte den Eindruck einer Zukunft, in der die Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein und das Gehen schwer fallen wird.

Diese Erkenntnis ist zwar wenig ermutigend, steigert aber das Verständnis für Menschen, die mit den Beschwernissen des Alters leben und befördert möglicherweise die Prophylaxe mittels Sport und vernünftiger Ernährung.

Nina Lifka hat das Experiment der spontanen Alterung ausprobiert. Die 41-jährige Achimerin fühlte sich schon beim Schnüren der Schuhe merklich schlaffer. Als sie mit Dr. Roland Schoeffel, der die Anzüge an dafür besonders relevante Einrichtungen und Berufsgruppen vertreibt, noch zum Rundgang durch die drei Veranstaltungszelte auf dem Gelände des Achimer Krankenhauses aufbrach, zeigten sich schnell die körperlichen Defizite.

„Ich hatte Mühe beim Gehen, ich hörte kaum und sah schlecht“, sagte Lifka, die kurz davor war, nicht nur die helfende Hand ihres Begleiters zu benötigen, sondern auch eine mechanische Gehhilfe.

Davon ist Felice noch weit entfernt. Sie ließ sich trotzdem ihren Arm eingipsen, obwohl der wieder ganz gesund war. Als die Zehnjährige ihren neunten Geburtstag feierte, hatte sie sich tatsächlich ihren Arm gebrochen. Auch damals bekam sie einen Gipsverband. Von Schmerzen war dieses Mal aber keine Rede, sondern: „Dieser hier ist viel besser“, sagte Felice gut gelaunt.

Vor vier Jahren feierte die Achimer Gesundheitsmesse in der jetzigen Form Premiere, und gestern gab es sie in der dritten Auflage.

Anja Dumke war gekommen, um ihren neuen Organspendeausweis zu unterschreiben. Den alten trug sie 20 Jahre mit sich. Auch ihre Kollegin Stefanie Becker ist von der Wichtigkeit der Organspende überzeugt.

Zweifelnde Messebesucher beriet Imke Huxoll. Dabei räumte die Leiterin der Regionalgruppe „Bremen und Umzu“ des Bundesverbandes der Organtransplantierten (BDO) ein: „Das Transplantationsskandal an der Uniklinik Göttingen hat zweifellos Vertrauen gekostet“. Dieses gelte es jetzt wieder zu aufzubauen.

Achimer Gesundheitsmesse

In eigener Sache warben auf der Messe, die mit Gesundheitschecks, Vorträgen, Vorführungen und Rundgängen ihre Besucher informierte, auch drei Führungskräfte der Aller-Weser-Klink.

Geschäftsführerin Marianne Baehr, Pflegedirektorin Christine Schrader und Bereichsleiterin Daniela Aevermann appellierten mit dem Motto „2/Drittel“ für eine bessere finanzielle Ausstattung der niedersächsischen Krankenhäuser. Tatsächlich sei die Finanzsituation von rund zwei Dritteln der Krankenhäuser „besorgniserregend schlecht“.

Um Krankenhausbehandlung in solider Qualität flächendeckend zu gewährleisten, müsse sich das ganz schnell ändern.

häg

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