Referenten stellen Oberschule und Integrierte Gesamtschule auf Infoabend näher vor / Manche Eltern fürchten die „Katze im Sack“

OBS oder IGS: Unterschiedlich nicht bei den Abschlüssen

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Eltern und auch Lehrer verfolgten interessiert die Beiträge zu möglichen Varianten einer kombinierten Sekundarstufe I.

ACHIM • . In Achim sollen wie berichtet Realschule und Liesel-Anspacher-Schule, die ehemalige Hauptschule, zusammengelegt werden. Zur Debatte steht noch, ob sie als Oberschule (OBS) oder Integrierte Gesamtschule (IGS) weitergeführt werden. Dazu läuft eine Umfrage der Stadt bei Eltern von Grundschulkindern bis zur dritten Klasse und Kindern des letzten Kita-Jahres.

Zwei Referenten stellten jetzt auf einem Informationsabend beide Schularten näher vor. Geladen waren der Leiter der Osterholz-Scharmbecker Oberschule, Dietmar Krause, und Inge Kerlinski, Leiterin der dortigen IGS. Für weitere Fragen standen Wiltrud Ysker, Leiterin des Sozial- Bildungsbereiches in der Achimer Verwaltung, und Bürgermeister Ditzfeld zur Verfügung.

Die künftige Sekundarstufe I ist sechszügig geplant. Bei den möglichen Abschlüssen gibt es zwischen OBS und IGS keine Unterschiede. So haben die Schüler weiter die Chance, einen Haupt-, Real- und erweiterten Realschulabschluss zu machen. Lediglich der Weg dorthin unterscheidet sich.

„Die eine Oberschule gibt es nicht”, erklärte Dietmar Krause. Der Unterricht könne je nach Entscheidung der Schule jahresbezogen in den fünften und sechsten Klassen mit Leistungsdifferenzierung in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch oder überwiegend schulzweigbezogen erteilt werden. Für Achim soll es in der OBS oder auch in der IGS keinen gymnasialen Zweig geben, da die Stadt bereits zwei Gymnasien hat.

Ziel der Oberschule sei es, eine erweiterte und vertiefte Allgemeinbildung zu vermitteln. Ein Schwerpunkt liege auf der Berufsorientierung. So sollen ab 7. Klasse Praktika, Berufsberatung und Kooperationen mit berufsbildenden Schulen, Kammern sowie Betrieben geboten werden. Ab dem 9. Jahrgang wählen die Schüler ein Profil aus, so dass sie ihr Wissen in bestimmten Fächern vertiefen können. Bewertet wird in Noten.

Bei der IGS gibt es dazu jeweils eines kurzen Lernbericht oder aber nur einen umfangreicheren Lernbericht – bis zur neunten Klasse. Danach werden Noten vergeben. Das IGS-Prinzip Integration zeigt sich darin, dass die Schüler nach gemeinsamem Lehrplan unterrichtet werden und in verschiedenen Fächern am Unterricht sowie am gesamten Schulleben zusammen teilnehmen.

Jedoch ist ab Klasse 7 Differenzierung in Fachleistungskursen möglich. Ab Klasse 8 gibt es ebenfalls berufsorientierende Angebote.

In der Fragerunde nach den Vorträgen verglich eine Mutter die Abstimmung mit „Katze im Sack kaufen“, da für die Schulgestaltung so oder so viele Möglichkeiten offen blieben.

Wiltrud Ysker erläuterte, dass es zur weiteren Planung eine Extra-Arbeitsgruppe gebe. Stadtelternratsvorsitzender Enno Lork betonte, dass Eltern den Lauf der Dinge nach wie vor auch über den Elternrat beeinflussen könnten.

„Die größte finanzielle Hürde liegt bei der baulichen Umsetzung der Schulform”, betonte Wiltrud Ysker. „Die Abstimmung soll zuvor darüber Aufschluss geben, welchen Weg die Eltern wollen“. Abgestimmt wird bis zum 9. Oktober. Stimmzettel sind bei Klassenlehrern und Kita-Leitungen abzugeben, per Fax 04202 9160299 zu senden oder über produkt.schulen@stadt.achim.de zu mailen.

kg

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