Bei Cato-Feier Kritik an Landesschulbehörde und nicht vergleichbarem Abitur

Raus aus „Rotstiftmilieu“

Achim - Unter dem Motto „Abi Rouge – Raus aus dem Rotstiftmilieu“ versammelten sich Montag Schüler, Lehrer, Eltern und Geschwister zur Abi-Verleihung in der Cato-Aula. Traditionsgemäß organisierten die Gymnasiasten die Feierlichkeit in Eigenregie. Durch den Nachmittag moderierten Jule Springer und Timo Schöning.

Ein geschichtsverliebter Schulleiter Dr. Stefan Krolle nahm das Motto zum Anlass, um in seinem Redebeitrag auf den ursprünglichen Rotstift einzugehen, nämlich auf die Erfindung des Lippenstiftes.

Schweigen sollten seine Schützlinge nicht, kam er in die Gegenwart: „Sie müssen das Schwungrad weiter drehen“, forderte Krolle, „Ihre Generation ist zu stumm.“ Junge Menschen müssten sich mehr für eine positive Veränderung einsetzen. „Engagieren Sie sich ehrenamtlich, helfen Sie anderen und fordern Sie“, appellierte er an sein junges Auditorium.

Er übte Kritik an der Landesbehörde, denn vieles liege im Argen im „Sparland“ Deutschland. Der Bildung fehlten Geld und Stundenkontingente, die für den Wechsel von G9 auf G8 und zurück aufgewendet werden müssten, hätten in einen besseren Unterricht investiert werden können. Die Korrekturphase sei viel zu kurz gewesen und noch immer sei keine Vergleichbarkeit der Abschlüsse erreicht – so schnitten Abiturienten in Thüringen durchschnittlich deutlich besser ab als in Niedersachsen, die den letzten Platz im Bundesvergleich belegten. Vollkommen unbegründet, wie Stefan Krolle erklärte, und er lobte seine Besten: Voran Clemens Fischer mit der Note 1,0 und der höchsten Punktzahl. Insgesamt haben 108 Schülerinnen und Schüler das Abitur bestanden, darunter fünf Wiederholer. Davon erreichten 16 eine Note mit einer eins vor dem Komma. Vier Schüler hätten die Fachhochschulreife erlangt. Auch seien einige ursprüngliche Realschüler dabei, die den Jahrgang regelrecht aufgemischt hätten. So überwogen bei allem Groll schließlich der Stolz und die Freude auf seine „Ehemaligen“

Im Namen der Stadt übermittelte Rüdiger Dürr Glückwünsche. „Seien Sie neugierig auf das Leben, pflegen Sie Freundschaften und erhalten Sie sich bei allem Selbstbewusstsein Ihre Bescheidenheit“, empfahl der stellvertretende Bürgermeister. Landrat Peter Bohlmann wünschte sich Mut und viel Idealismus von den Absolventen in einer Zeit, die alles andere als stabil sei. Der Name des Cato-Gymnasiums sei Auszeichnung und Auftrag zugleich. „Die jungen Briten haben mit großer Mehrheit gegen einen Brexit gestimmt, aber nur ein geringer Teil hat an der Wahl teilgenommen“, beklagte der Landrat. Die Zukunft sei gestaltbar und verlange Teilhabe. J sch

Rubriklistenbild: © dpa

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