Tag des Rauhwolligen Pommerschen Landschafes

Die Rauhwoller geben sich in Uphusen ein Stelldichein

Besonderer Auflauf in Uphusen, von links: Gastgeber Jens Rummel, Züchterin Vera Kippenberg aus Cappel (Cux), eine Hauptfigur in der Mitte und die beiden Richter Robert von Stärk (Rostock) und Mathias Brockob (Hannover). - Fotos: Hemmen

Uphusen - Von Hermann Hemmen. Es war der 20. Tag des Rauhwolligen Pommerschen Landschafes, und der fand am Samstag in Achim statt. Züchter aus ganz Niedersachsen trafen sich bei Jens Rummel in Uphusen. Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist beheimatet auf Rügen, und in den 50er Jahre gab es noch 150.000 Tiere auf den Inseln. 1980 waren es insgesamt nur noch 40 Tiere, erklärt Robert von Stärk.

Er hat sich als damaliger Tierzuchtleiter um den Erhalt dieser Rasse bemüht und nach der Wende in Schleswig Holstein und Niedersachsen neue Züchter für diese genügsame Allwetterrasse begeistern können. Nach Mecklenburg-Vorpommern hat Niedersachsen die größten Herden, so von Stärk.

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf wird in Niedersachsen zwar erst seit gut 20 Jahren züchterisch bearbeitet, aber die beteiligten Zuchtbetriebe sind sehr engagiert, so dass sich die Leistungen auf höchstem Niveau bewegen.

Beim jährlichen Treffen der Züchter werden die Jährlingsböcke gekört, die weibliche Nachzucht eingetragen, die Lammböcke auf potenzielle zukünftige Zuchtböcke gesichtet.

Die achtjährige Anjelina Bendig aus Burweg, Landkreis Stade , bekam eine hohe Wertung und ein dickes Lob von Robert von Stärk.

In jedem Jahr wird die Veranstaltung auch von auswärtigen Züchtern und Haltern der Rauhwoller besucht. In diesem Jahr organisierte die Familie Rummel, in Uphusen das Treffen. Elf Züchter stellten mit 80 Zuchttieren einen umfassenden Querschnitt der deutschen Rauhwollerzucht vor. Der begeisterte, bundesweit anerkannte, Schafexperte von Stärk erklärt das Besondere der Rauhwolligen Pommerschen Landschafe, die von ihren Züchtern nur als Rauhwoller tituliert werden. Das Besondere ist neben der Genügsamkeit und Widerstandsfähigkeit der Landschafrassen die Wolle. Neben einer sehr feinen Unterwolle und einer gröberen Oberwolle ist die Farbe von besonderer Bedeutung. Diese kann von Grau, Grau-blau und Blau-grau bis zu Blau variieren.

Auf dem Einzeltier sollte allerdings die Färbung gleichmäßig sein. Neben der Wollnote wird nur eine Exterieurnote vergeben. Auf die Vergabe einer speziellen Bemuskelungsnote wird verzichtet, um die Bedeutung der Wolle und des einwandfreien Exterieurs zu betonen.

Die Kör- und Richtkommission, bestehend aus Robert von Stärk, Tierzuchtleiter i.R. (Rostock), und Mathias Brockob Landeschafzuchtverband Niedersachsen e.V. (Hannover) hatte viel zu tun. Hierbei wurden die Richter tatkräftig unterstützt von Hendrik (14) und Enno (10) Rummel die alle Wertungskriterien penibel mitschrieben.

Bei der Einzelbeurteilung der Tiere gab die Kommission auch eine für die Anwesenden verständliche Begründung ab.

Das diesjährige Jährlingsschaf (1a-Wertung) wurde von Zuchter Jens Rummel aus Uphusen gestellt. Der Jährlingsbock von Züchter Thomas Gerken aus Syke bekam ebenfalls eine 1a-Wertung. Bei den Lammböcken konnte Wiebke Knoop aus Lilienthal und bei den weiblichen Lämmer Norbert Gloor aus Hoyerhagen die 1a-Wertung erzielen.

Die Sieger wurden dafür mit einer Ehrenurkunde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und einer Ehrenplakette der Vereinigung der deutschen Landschaftzuchtverbände ausgezeichnet.

Auch die achtjährige Anjelina Bendig aus Burweg, Landkreis Stade , bekam eine hohe Wertung (8) und Lob von den Richtern für das von ihr vorgeführte Schaf.

Die Gruppe der Jährlingsschafe beeindruckte mit sehr ausgeglichenen Wollen und rahmigen, typvollen Tieren, die beste Körperverhältnisse aufwiesen. In einer sehr hochwertigen Spitzengruppe konnte Jens Rummel das Siegerschaf stellen und eine bronzene Plakette der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erringen fasst Mathias Brockob zusammen.

Beim angenehmen Sommerwetter konnten sich die zahlreichen Anwesenden an der guten Qualität der Zuchttiere, der guten Bewirtung durch die Jugendfeuerwehr Uphusen und auch über Produkte der Rauhwoller, erfreuen.

Nässeabweisend und temperaturregulierend

Eine besondere Geschäftsidee hatten Marco Scheel und Lukas Nahrgang, beide Studenten der Wirtschaftswissenschaften. Sie kaufen die Wolle der Pommerschen Landschafe auf. Diese Wolle wird von den meisten Züchtern nicht weiter verarbeitet. „Wir lassen es zu Tuch verarbeiten und schneidern daraus nässeabweisende und temperaturregulierende Jacken, Mäntel und Pullover im modernen Schnitt“, erzählt Lukas Nahrgang.

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass diese nützlichen Tiere auch zur Sicherheit an unseren Deichen beitragen, wenn sie dort ihren Hunger stillen.

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