Stadt will Situation angehen

Krankheitsrisiko: Achim-Nord hat ein Rattenproblem

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Da rennt die Ratte übers Pflaster. Sie ist nicht das einzige Tier, das sich an falsch entsorgten Essensresten labt.

Wer an der Magdeburger Straße 5/ 7/ 9 entlang geht, kann es kaum übersehen: An dem Mehrfamilienhaus herrscht ein Rattenproblem. Etliche Tiere sieht man zwischen mutmaßlichen Nestern in der Nähe der Hauswand und den Müllcontainern auf der anderen Seite des Gehwegs hin und her flitzen.

Achim - Dagegen will die Stadt Achim jetzt in Aktion treten. Das versprach Bürgermeister Rainer Ditzfeld auf der 30. Stadtteilkonferenz am Dienstagabend im Bürgerzentrum (Büz) in der Quartiersmitte.

„So schnell wie möglich“, sagt Ditzfeld auf Nachfrage, wolle sich die Stadtverwaltung ein Bild der Lage verschaffen. Erst vor gut einer Woche sei er selbst informiert worden. Falls sich herausstellt, dass der Parasitenbefall ein Krankheitsrisiko darstellt, ist laut Ditzfeld das Gesundheitsamt des Landkreises Verden am Zug. Gegebenenfalls werde die Behörde in Rücksprache mit der Stadt Fallen mit Rattenködern aufstellen. Auf die Dauer helfe aber nur der Dialog mit Anwohnern und Hausverwaltern, betonten Mehmet Ates und Marianne Staudacher, Sozialarbeiter im Büz. Beide wollen daher in dem genannten Haus noch einmal gezielt von Tür zu Tür gehen.

Rattennester neben dem Hauseingang? 

Bereits bei der vorherigen Stadtteilkonferenz im Januar war über die Müllproblematik diskutiert worden. Viel sei seitdem passiert: In den meisten Häusern habe man die Verschmutzung durch bis dato falsch getrennten oder entsorgten Müll in den Griff bekommen, sagte Ditzfeld. „Ein Problem ist oft die Zuständigkeit: Welche Flächen sind öffentlich und gehören in den Zuständigkeitsbereich der Stadt, und welche sind privat?“ Das Problem beschränke sich nicht auf Achim-Nord: Auch aus anderen Ortsteilen meldeten Bürger Vorfälle von Vermüllung der Landschaft.

Fast überall, wo sie Mieter und Vermieter auf die Müllproblematik angesprochen und Lösungsvorschläge gegeben hätten, habe sich die Situation deutlich gebessert, berichtete Mehmet Ates: „Fast alle Anlagen, also Leipziger, Dresdner und Friedrichstraße, sehen super aus.“ Ein Problem bleibe der Mülltourismus beim Kleidercontainer an der Magdeburger Straße. „Wir müssen wieder mit den Leuten sprechen, einen anderen Weg sehe ich nicht“, so Ates. Eric Stellmacher, neuer Leiter des Bürgerzentrums, fand, dass Umweltbildung schon im Kindergarten eine Rolle spielen sollte.

Ausgerechnet das ans Bürgerzentrum angrenzende Haus ist von Ratten befallen.

„Das wissen die alle, aber keiner würde das machen“, sagte ein Anwohner, der zudem gesehen haben will, dass einige Nachbarn Essensreste, aber auch Sperrmüll, über Fenster oder Balkon entsorgten. „Das kann kein Mensch akzeptieren“, fand er – sei aber immer noch besser als auf der Straße zu wohnen.

Vielleicht müsse man, um Mülltourismus zu vermeiden, größere Container zur Verfügung stellen oder gelbe Tonnen aufstellen, schlug ein weiterer Redner vor. Die seien von Ratten oder Krähen nicht so leicht zu zerlegen.

„Mülltourismus“: Am Altkleidercontainer gegenüber lagern Müllsäcke unbestimmter Herkunft. Nur wenige Meter weiter ist übrigens der Spielplatz des Viertels.

„Nur ein Mal hingehen reicht nicht“, meldete sich ein anderer Anwohner zu Wort. Er stellte empört fest, dass die Hausverwalter nicht bei der Stadtteilkonferenz anwesend waren. Die waren laut Dirk Ysker und Mehmet Ates vom Büz durchaus eingeladen worden. Marianne Staudacher berichtete von Steckdosen ohne Fassungen und frei liegenden Kabeln in den Wohnungen. Deswegen habe sie schon etliche Beschwerden auf Anfrage der Mieter verfasst. „Aber es passiert nix!“ Die Wohnungen in besagtem Haus gehören unterschiedlichen, einzelnen Eigentümern – und an die sei es schwer, ranzukommen.

Um die akute Situation anzugehen, will die Stadt den Landkreis verständigen. Sofern die Behörde die Schädlingsbekämpfung in Rechnung stellt, würde die Stadt das bezahlen. All dies sei aber keine Dauerlösung: „Solange wir es nicht hinbekommen, zu verhindern, dass Speisereste vom Balkon geworfen werden, werden wir in einem halben Jahr wieder dasselbe Problem haben“, so Ditzfeld.

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