Ratsausschuss bemängelt Verwaltungsvorlage / Verkaufsfläche seit 2008 gewachsen

Einzelhandelskonzept für Achim: Kein Gefallen am „üblichen Wischiwaschi“

Achim - Das „Handlungskonzept Einzelhandel“ der Stadt Achim sollte der Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr „zur Schaffung einer rechtssicheren Planungs- und Entscheidungsgrundlage“ fortschreiben. Doch diesem Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung mochten die Kommunalpolitiker in der Sitzung am Mittwoch nicht folgen.

Drastisch formulierte Larne Sprenger (CDU) seine ablehnende Haltung: „Ich kann keinen Nährwert in der Vorlage erkennen. Es ist das übliche Wischiwaschi der vergangenen 20 Jahre.“

Martin Balkausky, in der Verwaltung für die Wirtschaftsförderung zuständig, hatte zuvor kurz erläutert, dass sich seit der Verabschiedung des Einzelhandelskonzepts durch den Stadtrat 2008 bei den Verkaufsflächen eine Menge getan habe. Insbesondere die Lebensmittelversorgung für die Ortsteile sei verbessert worden.

Ganz oben auf dieser Liste steht der 2013 eröffnete Edeka-Markt an der Bierdener Kämpe mit einer Verkaufsfläche von 2100 Quadratmetern. Dazu ist auf dem ehemaligen Preussag-Gelände nahe des Achimer Bahnhofs ein neues kleines Einkaufszentrum entstanden. Zudem vergrößerten Aldi an der Embser Landstraße, Rewe-Hauptig (Uesen) und Netto (Uphusen) demnächst ihre Läden.

Außerhalb der Innenstadt ist der große BBM-Baumarkt (9000 Quadratmeter) im Gewerbegebiet Achim-Ost dazu gekommen. Dafür hat das Badener Camping-Center (6000 Quadratmeter) dicht gemacht.

Unter dem Strich habe sich die Verkaufsfläche in Achim in den vergangenen sieben Jahren um fast 30 Prozent erhöht, stellte Balkausky fest und schob hinterher: „Bei gleichzeitiger Aufrüstung von Dodenhof und des Weserparks um jeweils rund 10000 Quadratmeter.“

Vor diesem Hintergrund gibt es „weitere Anfragen für eine Verkaufsflächenerweiterung des Aldi-/Edeka-Standortes in Baden sowie des E-Centers in Bierden“. Letzteres steht laut Balkausky vor allem mit dem Rewe in der Marktpassage im Wettbewerb und könnte diesen Nahversorger gefährden. Deshalb müssten die oben genannten Erweiterungspläne vor einem politischen Beschluss sorgsam abgewogen werden.

Diese Frage, aber auch die, welche Sortimente in Achim fehlen und bei welchen eventuell eine Übersorgung herrsche, sollte die Stadtverwaltung „mit Bordmitteln lösen“, war sich der Ausschuss einig. „Dafür brauchen wir keine teuren Gutachten“, äußerten Redner von SPD, CDU und Grünen einhellig.

mm

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