Grobes Konzept für nördliche Innenstadt

Lieken-Gelände: Rahmen noch ohne Inhalt

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Die Brotfabrik muss komplett abgerissen werden. Welche neuen Bauten an der Bahnlinie entstehen werden, steht immer noch nicht fest.

Achim - „Der Worte sind genug gewechselt. Lasst endlich Taten sehen“, dachte sich wohl frei nach Goethe der Stadtrat am Donnerstagabend nach weiterer Debatte zur nördlichen Innenstadt mit dem Lieken-Gelände und beschloss mit den Stimmen der Gruppe SPD/Mindermann, Grünen, Linken und des Bürgermeisters gegen CDU, FDP und WGA den Rahmenplan, der in den nächsten Jahren 4,8 Millionen Euro öffentliche Investitionen vorsieht, die je zu einem Drittel von Bund, Land und Stadt finanziert werden.

Der Rahmenplan war von Anfang an umstritten, weil die Ratsmehrheit einem Einkaufszentrum der Investoren Will und Skrabs keine Chance gegeben hatte und statt dessen nun vorsieht, an der Bahnlinie Bürobauten, ein Hotel und ein Mobilitätszentrum genanntes Parkhaus für Autos, Fahrräder und E-Bikes bauen zu lassen. In das bis zu fünfstöckige Parkhaus sollen zudem die Waldheim-Werkstätten als Mieter einziehen mit einer neuen Werkstatt für psychisch Kranke. Sie sollen auch für etwas Ordnung und Aufsicht im Parkhaus sorgen.

Diese hohen Bauten an der Bahnlinie sollen Schallschutz bieten für dahinter liegende 110 Wohnungen, von denen ein Fünftel mit Sozialmieten erschwinglich sein soll.

Dass von der Stadt bestellte Gutachten zu den Ergebnissen kommen, dass für nennenswerte Büroflächen in Achim und ein Hotel am Bahnhof kaum Bedarf bestehe, spielte in der Stadtratsdebatte keine größere Rolle. Weder wurden die Gutachten näher diskutiert noch waren die Gutachter eingeladen.

Schlegelmilch interpretiert Gutachten um

Chefplaner Frank Schlegelmilch versuchte dagegen, die für ihn negativen Gutachten als positives Votum für diesen Rahmenplan umzuinterpretieren.

Generell bemühten er und Stadtplanerin Angelika Steinbach sich, zu beschwichtigen, der Rahmenplan gebe nur einen Rahmen vor, lege kein Bürogebäude, kein Hotel, nichts konkret fest, sei stets veränderbar, zum Beispiel von der Fläche eines Parkplatzes zum Standort eines Kindergartens.

Lesen Sie auch einen Kommentar zum Thema von Manfred Brodt.

Auch Brigitte Vorwerk vom Sanierungsträger Nileg unterstrich, die im Finanzplan vorgesehenen Ausgaben könnten zu anderen Projekten verschoben werden. Über jede einzelne kostenträchtige Maßnahme müsse der Rat noch entscheiden. Fest stehe nur die finanzielle Obergrenze von 4,8 Millionen Euro.

Die gehen nach den Worten der Sanierungsexpertin mit gut zwei Millionen Euro alleine für die Erschließung des Geländes per Kreisel und neuen Straßen sowie einem weiteren Millionenbetrag für den Abbruch und die Entsorgung der riesigen Brotfabrik drauf.

Sämtliche Bauprojekte müssen von Privaten finanziert werden, wobei Neubauten ausdrücklich nicht mit Städtebauförderungsmitteln bezahlt werden können.

Modernisierungen auf der Südseite geplant

Neben all den großen Plänen auf der Nordseite des Bahnhofs soll es auf der Südseite am Bahnhof und der Straße „Zum Achimer Bahnhof Möglichkeiten der Hausmodernisierungen geben.

Wohl beruhigend für die meisten Ratsmitglieder war, dass der Kostenrahmen von 4,8 Millionen Euro in den nächsten Jahren nicht überschritten werden soll. Für „weitere Blütenträume“ sei jedenfalls in dieser Ratsperiode kein Geld vorhanden, sagte auch Werner Meinken (SPD). Wolfgang Heckel (WGA) bemängelte, dass die Planer Alternativen wie Fachmärkte auf dem Lieken- Gelände gleich ausgeschlossen hätten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Lichter bezweifelte, dass der Rahmenplan so unverbindlich wie dargestellt sei. Sämtliche CDU-Anträge, das Parkhaus und Hotel aus dem Rahmenplan zu streichen, die Bürobauten auf 2500 Quadratmeter zu begrenzen und keine Städtebaufördermittel für den Firmenabriss zu verwenden, wurden von der rot-grünen Mehrheit plus Bürgermeister abgelehnt.

Diese Mehrheit beschloss dann auch den Rahmenplan, damit die Bundes- und Landeszuschüsse nicht verfallen und auf der Industriebrache Lieken endlich etwas geschehe.

Nun muss die Zukunft zeigen, mit welchem Inhalt der Rahmen gefüllt wird.  

mb

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