Räder stehen zwei Stunden lang still

Beschäftige der Spedition Nagel in Uphusen beteiligen sich an Warnstreik

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Beschäftigte der Spedition Nagel beteiligten sich am Warnstreik der Gewerkschaft ver.di.

Uphusen - Für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen legten gestern rund 40 Beschäftigte der Spedition „Kraftverkehr Nagel“ am Standort an der David-Ricardo-Straße 12 in Uphusen für zwei Stunden ihre Arbeit nieder. Zu dem bundesweiten Warnstreik hatte die Gewerkschaft „ver.di“ anlässlich einer gescheiterten Tarifrunde am 20. November aufgerufen.

Verhandlungspartner ist der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Ver.di kritisiert vor allem die Kündigung des Entgelt- und Manteltarifvertrags in der Speditions- und Logistikbranche. Die Arbeitnehmer-Organisation spricht von 30.00 Betroffenen, darunter auch Fuhrunternehmen sowie Kurier-, Express- und Paketdienste, etwa der von der Post AG ausgelagerte Paketzusteller DHL Delivery.

„Cool, dass ihr die ersten seid, die rausgegangen sind“, sagte ver.di-Sprecher Jonas Lebuhn, der mit seiner Kollegin Cathrin Radloff den Ausstand in Uphusen organisiert hatte. Zu Beginn des Warnstreiks, gegen 11 Uhr, waren rund 25 Beschäftigte anwesend – viele, aber nicht alle, Gewerkschaftsmitglieder. Gestreikt werden sollte schichtübergreifend, sodass die Organisatoren für die 13-Uhr-Schicht noch mit weiteren 20 Streikenden rechneten. Insgesamt sind in Uphusen rund 300 Leute beschäftigt.

Nächste Runde am 30. November

„Wenn der Arbeitgeber fix ist, weiß er es seit gestern Nachmittag. Aber es ist klar, dass die hier nicht so schnell umdisponieren können“, so Lebuhn. Man wolle ein Zeichen setzen, daher sei erstmal ein zweistündiger Streik vorgesehen. „Im Lebensmittelbereich reicht das aber schon zum Buhmachen“, fügt Betriebsrat Stefan Schnakenberg hinzu. Die „Niederlassung Bremen“ in Uphusen ist schwerpunktmäßig im Bereich Frische tätig.

Ver.di fordert 6,5 Prozent mehr Lohn, den Erhalt von Zuschlägen für Nachtarbeit und mehr Spesen, eine Aufstockung von 27 auf 30 Urlaubstage sowie eine geregelte Arbeitszeit von 39 Stunden pro Woche. Zudem fordert die Organisation gleiche Bedingungen für kaufmännische und gewerbliche Auszubildende. Letztere seien derzeit schlechter gestellt.

Ver.di und GVN hatten zuvor drei Verhandlungsrunden anberaumt: „Bei der dritten Runde am Montag ging es ums Geld. Leider haben wir von Arbeitgeberseite kein Angebot erhalten“, sagte der ver.di-Sprecher. Die GVN wollte sich gestern nicht dazu äußern: „Die Gespräche werden am Verhandlungstisch weitergeführt“, sagte Benjamin Sokolowic, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands.

Am 30. November soll es in die nächste Verhandlungsrunde gehen, ein weiterer Termin ist für den 12. Dezember geplant. 

ldu

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