Bau noch in diesem Frühjahr / Sanierung maroder Strecken entlang von Landesstraßen

Achim: Radweg quer durch die Feldmark zu Amazon

Der Radweg entlang der Obernstraße bis zur Ueser Kreuzung soll 2022 saniert werden.
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Der Radweg entlang der Obernstraße bis zur Ueser Kreuzung soll 2022 saniert werden.

Achim – Immer mehr Menschen schwingen sich aufs Fahrrad, um sich an frischer Luft zu bewegen. Manch einer hat dabei nicht nur die eigene Gesundheit und Fitness im Sinn, sondern auch Umwelt- und Klimaschutz. Da wird dann auch gern der Weg zur Arbeitsstätte und später wieder nach Hause mit dem Drahtesel zurückgelegt. Die Stadt Achim unterstützt diese Entwicklung, in dem sie Radwege instandsetzt oder aber sogar neu baut.

„Die Strecke von der Potsdamer Straße aus bis hin zu Amazon soll im April fertig sein“, sagt Stefan Schuster, Verkehrsplaner im Rathaus, auf Nachfrage dieser Zeitung. Quer durch die Feldmark sei ein kombinierter Geh- und Radweg vorgesehen. „Asphaltiert, drei bis vier Meter breit und intelligent beleuchtet“, erläutert Schuster. Mit Letzterem meint er Lampen mit wenig Energieverbrauch und gedämmter Leuchtkraft, um Insekten und andere Kleintiere möglichst wenig zu beeinträchtigen. Der Weg werde mit Pollern abgesperrt, um Schleichverkehr von Achim-Nord aus zum künftig größten Arbeitgeber der Stadt zu verhindern. Allein Landwirte mit Ackerflächen in der Ecke und Mitglieder des Hundesportvereins, der nahe des Logistikzentrums im Uesener Feld sein Übungsgelände hat, dürfen laut Schuster auch mit PS-starken Fahrzeugen durch. „Diese Personengruppen erhalten Schlüssel für die Poller.“

Kern- und Vorzeigestück des neuen, ökologisch verträglichen Wegenetzes soll der vom Bund geförderte Radschnellweg entlang der Bahnstrecke werden. Geplant ist, ein vier Meter breites Asphaltband auf der Route von Bremen nach Verden zehn Kilometer über Achimer Stadtgebiet zu führen. „Wir haben jetzt den Planungsauftrag an das Büro BPR in Bremen vergeben“, verrät Schuster. „Das wird spannend mit den Grundstücksverhandlungen. Und auch weitere Fragen sind ja noch zu klären.“ Im kommenden Jahr solle ein erster Abschnitt auf der zehn Kilometer langen Strecke zwischen Mahndorf und Etelsen, verknüpft mit den Bahnhöfen Achim und Baden, gebaut werden, „wo auch immer“, merkt Schuster an.

Weitere Baustellen in Sachen Radweg gibt es entlang der Landesstraßen. „Als Erstes ist der Lückenschluss an der Bremer Straße ins Auge gefasst“, ließ der Planer den Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr in seiner jüngsten Sitzung wissen. In diesem Jahr solle das noch fehlende Teilstück vom Maiskamp bis hoch zum Gieschen-Kreisel saniert werden.

Die Instandsetzung des Radwegs bis hin zur Ueser Kreuzung könne hoffentlich im kommenden Jahr erfolgen. „Der Bereich ist sehr marode“, urteilt Schuster. „Da müssen wir dringend was tun.“ Im Ausschuss unterstrich er das: „Notfalls schleppe ich da selbst Steine durch die Gegend.“

Aber eventuell fließt auch Geld aus Hannover für diese Vorhaben. „Das Land will ein Sanierungsprogramm für Radwege entlang von Landesstraßen auflegen“, wusste Herfried Meyer (SPD). „Da könnte die Stadt ja einsteigen.“ Niedersachsen erhalte dafür wiederum 65 Millionen Euro vom Bund, erwiderte Stefan Schuster.

Für die Radwege entlang der Landesstraßen ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Verden zuständig. Mit Rick Graue habe die Behörde aber nun einen neuen Leiter, „der ein offenes Ohr für das Thema hat“, teilte Schuster dem Ausschuss erfreut mit. Beim Ausbau der oben genannten Strecken arbeiteten das Landesamt und die Stadt eng zusammen. „Die Kollegen aus Verden kümmern sich um die Radwege entlang der Landesstraßen und wir uns um die parallel verlaufenden Fußwege“, erklärt Schuster.

Um Plattengehwege zu sanieren, stünden im Achimer Haushalt 2022 100 000 Euro zur Verfügung, warf Sozialdemokrat Meyer in der Ausschusssitzung ein. „Und dieses Jahr?“ Für 2021 kämen „eventuell auch noch 50 000 Euro hinzu“, antwortete Steffen Zorn, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung in der Verwaltung.

Volker Wrede (CDU) beklagte einen „Sanierungsstau bei den Straßen“. Der Betrag von 200 000 Euro pro Haushaltsjahr sei zu wenig. Für Mehrausgaben auf diesem Gebiet müsse eben an anderer Stelle gespart werden, meinte Wrede und nannte die geplante „teure Frischeküche“ für die IGS oder auch die von der Ratsmehrheit befürwortete Oberstufe an dieser Schule. Ganz unrecht habe Wrede nicht, räumte Planer Schuster ein, zum Teil könne die Stadt hinsichtlich von Straßensanierungen tatsächlich nur „Flickschusterei“ betreiben.

Von der Potsdamer Straße aus wird ein Fuß- und Radweg zu Amazon gebaut.

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