Kommunalpolitiker befassen sich mit Zehn-Millionen-Euro-Projekt / Bund trägt Löwenanteil

Radschnellweg in der Schwebe

Den Verkehr mehr auf die Schiene und das Fahrrad zu verlagern, ist Teil des Mobilitätskonzepts. Der Achimer Bahnhof spielt dabei eine Hauptrolle. Foto: mix

Achim – Die Verkehrssituation in Achim und im gesamten nördlichen Landkreis Verden wollen die Kommunen verbessern. Es geht dabei vor allem um Alternativen zum Auto. Ein wichtiger Baustein ist der Radschnellweg, der Bremen mit Achim und Verden verbinden soll. Der Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr befasst sich am Dienstag, 10. Dezember, um 17 Uhr in öffentlicher Sitzung im Ratssaal sowohl mit dem gesamten Mobilitätskonzept als auch speziell mit dem geplanten Radwegabschnitt auf Achimer Gebiet.

Die Kosten für dieses Vorhaben werden auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. Etwa 8,5 Millionen Euro davon stellen der Bund und das Land Niedersachsen bereit. Dennoch ist offen, ob sich eine Mehrheit des Rates für das Projekt ausspricht.

Im Haushalt 2019/2020 der Stadt sind für die Planung eines vier Meter breiten, asphaltierten, beleuchteten Radschnellwegs nördlich der Bahnstrecke vom Bahnhof Baden bis zur Bremer Landesgrenze 200 000 Euro einkalkuliert. Der Förderbescheid der Bundesrepublik Deutschland besagt, dass das Projekt mit 75 Prozent der Planungs- und Baukosten, verteilt über die Jahre 2020 bis 2026, unterstützt werden soll.

Um weitere Fördergelder zu akquirieren, hat die Stadtverwaltung auch Gespräche mit dem Land Niedersachsen geführt. Die rot-schwarze Regierung in Hannover habe signalisiert, sich an den Baukosten „in Höhe von bis zu 15 Prozent“ zu beteiligen. „Bevor konkrete Fördergeldanträge gestellt werden können, bedarf es jedoch eines Grundsatzbeschlusses der Stadt Achim zur Umsetzung des Projektes“, formuliert die Verwaltung in der Beschlussvorlage für die Sitzung.

Der Landkreis Verden stehe dem Radschnellweg-Bau ebenfalls grundsätzlich positiv gegenüber. „Ob und wenn ja, in welcher Höhe er sich an den Kosten beteiligt, steht noch nicht fest“, heißt es und weiter: „Die Verwaltung strebt im Rahmen der konkretisierenden Planungen an, weitere Fördergeldanträge zu stellen und die Förderquote für das Gesamtprojekt auf über 85 Prozent zu erhöhen.“

Die Gesamtinvestitionskosten liegen auf Grundlage der Machbarkeitsstudie bei rund zehn Millionen Euro. Unter der Annahme einer Förderquote von 85 Prozent (Bund und Land) und daraus resultierenden Fördergeldern von etwa 8,5 Millionen Euro, beläuft sich der Eigenanteil der Stadt Achim in den Jahren 2020 bis 2026 auf insgesamt rund 1,5 Millionen Euro.

Pro Haushaltsjahr wird der Investitionshaushalt der Stadt Achim so bis 2026 mit rund 215 000 Euro belastet. Hinzu kämen noch Folgekosten im Ergebnishaushalt von etwa 100 000 Euro pro Jahr. Hierbei handelt es sich laut der Sitzungsvorlage hauptsächlich um Abschreibungsaufwand.

Achims Verkehrsplaner Stefan Schuster beurteilt das Vorhaben positiv: „Für die zu tätigenden Investitionen erhält die Stadt Achim einen erheblichen Mehrwert, handelt mit Blick auf die angestrebte Mobilitätswende weitsichtig und kann im Nebeneffekt die heute noch größtenteils mit Schotter befestigten Bestandswege, die auch weiterhin als landwirtschaftliche Wege genutzt werden können, qualitativ aufwerten.“ Letzteres habe schon im Bereich „Hinter der Bahn“ auf Höhe der Ortschaften Achim / Bierden / Uphusen vor vielen Jahren mit Hilfe des Förderprogramms „Pro Land“ realisiert werden sollen, sei aber, wie auch die Anlage eines Radwegs in Baden entlang der Bahnstrecke, mehrfach wegen negativer Förderbescheide gescheitert.

Die Verwaltung verweist zudem auf „Synergieeffekte im Rahmen der laufenden Großprojekte der Stadt Achim“. Der Radschnellweg würde direkt das mögliche neue Gewerbegebiet Achim-West erschließen und damit dazu beitragen, „von Anfang an den Kfz-Verkehr zu reduzieren“. Gleiches gelte für die geplante Amazon-Ansiedlung. Der neue Radschnellweg würde über die bereits geplante Strecke das Werksgelände direkt mit den Bahnhöfen Achim und Baden verbinden. Und auch mit den vorhandenen Gewerbegebiete Achim-Ost, Gewerbepark Uesen und Industriegebiet Baden solle die Trasse verknüpft werden. Im Sanierungsgebiet rund um die Lieken-Brache würde der Radschnellweg dazu direkt in das entstehende „Mobilitätszentrum“ am Bahnhof mit dem neuen Zentralen Omnibusbahnhof, modernen Radabstellplätzen und Parkhaus integriert.  mm

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