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Radschnellweg in Uphusen ohne Umweg

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Von: Michael Mix

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Die Skizze zeigt die geplante Route nahe der Bahnstrecke sowie die von der CDU favorisierten Trassen. skizze: Stadt
Die Skizze zeigt die geplante Route nahe der Bahnstrecke sowie die von der CDU favorisierten Trassen. © Skizze: Stadt

Achim – Die von der Stadt geplante Trassenführung für den Radschnellweg im Abschnitt Uphusen wird beibehalten. Nach dem Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Klimaschutz hat auch der Verwaltungsausschuss (VA) die von der CDU  vorgeschlagenen Alternativrouten abgelehnt. Wie von der SPD angeregt und vom Fachausschuss befürwortet, beauftragte der VA die Verwaltung außerdem zu prüfen, ob es technisch möglich wäre und was es gegebenenfalls kosten würde, im Bereich des Trogbauwerks Bakenberg die dortige Treppenanlage durch eine Rampe zu ersetzen, um den Weg barrierefrei zu machen.

„Die gegenwärtig geplante Streckenführung weist mindestens drei schon jetzt erkennbare kritische Gefahrenpunkte auf“, hatte Volker Wrede, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion CDU /  Johann Meyer, in einem Schreiben an die Stadt dargelegt. Zum einen verwies er auf die S-Kurve im Übergang vom Badenkamp zur Straße Im Sürland. Der zweite Gefahrenpunkt befinde sich an der T-Kreuzung Hinter der Bahn / Moordamm, die aus allen drei Richtungen aufgrund der Bebauung schlecht einsehbar sei und keinen Platz zum Ausweichen biete. Als dritten Engpass führte Wrede die „Überquerung der Unterführung“ an.

„An den genannten Stellen kann es zu Unfällen zwischen zukünftigem Fahrrad-, Auto- und Fußgängerverkehr kommen“, erläuterte der Christdemokrat. Und auch wegen spielender Kinder sollte die Stadt überlegen, „den Radweg komplett um das Wohngebiet zu legen. Hierfür könnte die vorhandene Betonstraße genutzt werden“.

In ihrem Antrag benannte die Fraktion zwei Routen. „Alternative 1: Spielplatz Badenkamp, Morgenland, Soorenkamp und dann Richtung Straße In den Ellern. Alternative 2: Altes Bahnwärterhaus Richtung Brücke Oyter See, dann links Richtung Moordamm, vom Moordamm Richtung In den Ellern.“

Mit Blick auf die letztere Variante winkte Stefan Schuster, Leiter des Straßen- und Verkehrsmanagements bei der Stadt, in der Fachausschusssitzung gleich ab. Diese sei wegen der deutlich längeren Wegstrecke von 800 Metern und der damit verbundenen Fahrzeitverlängerung von rund drei Minuten nicht förderfähig. Was ins Gewicht fällt, weil der Bund und das Land Niedersachsen den auf Achimer Gebiet rund zehn Millionen Euro teuren Bau des von der Bremer Landesgrenze bis zum Badener Bahnhof führenden Radschnellwegs zum Großteil bezahlen.

Aber auch die von der CDU benannte „Alternative 1“ schneide im Vergleich schlechter ab als die weitgehend entlang der Bahnstrecke geplante südliche Trasse, stellt Schuster in der Sitzungsvorlage fest. Die Fahrstrecken zwischen Badenkamp / Morgenland bis zur Unterführung der A 1 seien zwar ungefähr gleich lang. Die Anzahl der einmündenden Wohnstraßen liege allerdings bei der CDU-Alternative mit zehn deutlich höher als bei der Variante Süd mit sechs solcher Kreuzungspunkte. Und auch die Flächenversiegelung läge bei der geplanten Trasse mit 1400 Quadratmetern um 500 Quadratmeter unter der von Wrede und Mitstreitern favorisierten Strecke.

„Dafür ist die Alternative 1 kostengünstiger“, räumte der Verwaltungsmitarbeiter in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses ein. Insbesondere deshalb, weil keine teure Brücke oder Rampe für etwa eine halbe Million Euro gebaut werden müsse.

Grunderwerbskosten fielen bei der Variante Süd für ein Teilgrundstück an. Bei der Alternative 1 müssten Schuster zufolge sechs Flächen angekauft werden. Dennoch wäre die Finanzierung unter dem Strich günstiger. „Der Eigenanteil der Stadt Achim ist hier mit knapp 40 000 Euro geringer als bei der Variante Süd mit etwa 65 000 Euro.“

In der Sitzungsvorlage benennt der Verkehrsplaner noch weitere Einzelheiten des Vorhabens auf Uphusener Gebiet. Aus Richtung Achim kommend, führe die südliche Trasse durch die Straße Badenkamp, die mit einer Breite von fünf Metern auf einer Länge von rund 90 Metern die geforderte Breite eines Radschnellwegs nur bedingt erfülle. Einschließlich eines Streifens für Fußgänger und Beleuchtung liege die nämlich bei sechs Metern. Weiter gehe die Route über die „verkehrlich gering belasteten“ Straßen Surland und Hinter der Bahn und werde dort als „Fahrradstraße“ mit drei Einmündungen geführt. „Die Strecke bis zur Autobahn verläuft auf den bereits bestehenden und neu zu bauenden Geh- und Radwegen mit einer zusätzlichen Radwegbrücke im Bereich der Unterführung.“

Bei der CDU-Alternative würden nach Angaben von Schuster „mehr Anwohner vom Parkverbot betroffen sein“ als in den Straßen Surland und Hinter der Bahn bei der Variante Süd. Ein Teil der Straße Morgenland müsste asphaltiert und der Soorenkamp zur Fahrradstraße umgewidmet werden. Schließlich würde Trasse 1 „ab der Straße Moordamm nördlich des Gehwegs verlaufen und in die Umfahrung der ehemaligen Gärtnerei münden“.

Michael Schröter (Grüne) bezeichnete die CDU-Änderungswünsche in der Fachausschussitzung als „nicht sinnvoll“, da diese mehr Nach- als Vorteile hätten. Auch Hans Baum (FDP) sprach sich dagegen aus, bei der Route für den Radschnellweg einen mehr oder weniger großen Bogen zu schlagen: „Radfahrer wie auch Fußgänger suchen sich immer die kürzeste Strecke.“ Werner Wippler (SPD) forderte, das Trog-Hindernis am Bakenberg behindertenfreundlich zu gestalten.

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