Radfahrspuren dicht am Autoverkehr

Ueser Kreuzung wird umgebaut – doch für einen Kreisel reicht es nicht

Blick auf Nadelöhr und Gefahrenpunkt Ueser Kreuzung in Achim.
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Nadelöhr und Gefahrenpunkt Ueser Kreuzung: Radfahrer sollen künftig nicht mehr die Fußgängerüberwege benutzen, sondern auf separaten Spuren direkt neben den Fahrbahnen zusammen mit den Autos bei grüner Ampel losrollen.

Die Ueser Kreuzung in Achim ist vor allem in Stoßzeiten ein Nadelöhr. Nun soll ein Umbau nicht nur dieses Problem angehen, sondern auch Radfahrern und Fußgängern gerecht werden.

Achim – Nach den Verkehrsknotenpunkten bei Gieschen und am Freibad soll nun auch die Ueser Kreuzung „optimiert“ werden. Die beiden Kreiselbauten an den erstgenannten Punkten hätten sich bewährt, die Unfallzahlen seien dort deutlich zurückgegangen, stellte Stefan Schuster, Verkehrsplaner bei der Stadt Achim, am Dienstagabend in der Sitzung des Ratsausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr fest.

Doch an der Ueser Kreuzung fehle der Platz für einen Kreisel. Die Stadt, die seit einigen Monaten viele Baustellen vorantreibt, könne dort nur in geringem Ausmaß benötigte private Flächen erwerben. Drei Ziele würden mit dem Umbau der Kreuzung verfolgt: Sie soll barrierefrei werden, „radverkehrsfreundlich“ und leistungsfähiger. „Für Letzteres kann zurzeit nur die Note fünf erteilt werden, eine Vier wird angestrebt“, fügte Schuster hinzu.

Der Entwurf für den Umbau sieht vor, Aufstellspuren für Autos zu verlängern und Überwege zu verlagern.

Problematisch seien vor allem die Verkehrsspitzen morgens, wenn Autos massenhaft in Richtung der Autobahn-Anschlussstelle Achim-Ost und in Richtung Stadtzentrum über die Ueser Kreuzung rollten, und nachmittags, wenn die Fahrzeugströme umgekehrt Stoßstange an Stoßstange wieder zurückflössen, erläuterte Jens Wiesemann vom Bremer Planungsbüro Sweco. Durch verschiedene Maßnahmen soll es gelingen, die Fahrbahnen schneller von den Blechlawinen zu räumen.

Die Planer der Stadt, des Landesamts für Straßenbau und Verkehr sowie des privaten Büros haben sich darauf verständigt, die Dreiecksinseln und Fahrbahnteiler auf der Kreuzung zu beseitigen. Dadurch könne die Aufstellfläche für Autos in Nord-Süd-Richtung, also auf der Landesstraße 156, um sieben Meter verlängert werden, beim Ost-West-Korridor, der L158, kämen sogar neun Meter mehr raus, informierte Wiesemann. Die Haltelinien für die Fahrzeuge rückten näher an die eigentliche Kreuzung heran. Das Gleiche gelte für die Überwege für die Fußgänger und die extra Spuren für Radfahrer, die zum Teil in Form von Hochborden angelegt werden sollen. Wiesemann: „Die Kreuzung wird dadurch immerhin um 20 Prozent leistungsfähiger.“

Dazu kämen noch an das Verkehrsaufkommen angepasste, „lernfähige“ Ampeln, ergänzte Schuster. „Trotzdem werden sich Wartezeiten, auch mal über zwei Rotphasen hinweg, nicht vermeiden lassen“, merkte der Planer der Stadt an.

Anordnung für Fußgänger- und Radfahrerüberwege an Ueser Kreuzung noch offen

Die beste Anordnung für die Fußgänger- und Radfahrerüberwege gelte es noch auszuloten. Je näher diese an die Kreuzungsmitte gelegt würden, desto sicherer seien sie, denn dann würden die Autofahrer die schwächeren Verkehrsteilnehmer eher wahrnehmen, erklärte Schuster. Allerdings könnten dadurch die Wege für Fußgänger zum Teil auch länger werden, räumte er ein.

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Wolfgang Heckel (WGA), Petra Geisler (SPD) und Volker Wrede (CDU) wiesen darauf hin, dass die Linksabbiegespur für Autofahrer, die auf der L158 aus Richtung Baden kommen, deutlich zu kurz sei. Dadurch würden immer wieder Staus auf der Verdener Straße entstehen. Schuster versprach, dass die genannte Abbiegespur Richtung Thedinghausen „um einige Meter“ verlängert wird.

Herfried Meyer (SPD) äußerte Bedenken, ob die vorgesehenen Radfahrstreifen dicht am Autoverkehr sicher genug sein werden. Solch eine Anordnung werde von allen Regelwerken empfohlen und niedrige Unfallzahlen bestätigten das, antwortete Planer Schuster. Die Fahrradspuren seien für Autofahrer auch tabu. Anders als bisher sollen die Radfahrer nicht mehr an der Seite von Fußgängern über die Fahrbahnen geleitet werden, sondern parallel zu Pkw, Lkw, Bussen und Motorrädern. Nach dem Kreuzungsumbau werden für Rad- und Autofahrer mit der selben Fahrtrichtung die Ampeln nach Angaben von Schuster nahezu zeitgleich auf Grün springen, „für Radfahrer vielleicht zwei, drei Sekunden eher. Sie haben also den kleinen Vorteil, eher losfahren zu können“.

Planungen für Umbau der Ueser Kreuzung noch nicht final

Aber festgezurrt ist das Ganze noch nicht. Denn die „Vorplanung“ für den Umbau basiert auf Zahlen einer Verkehrszählung von 2017. Ende Juli will das Planungsbüro PWT aus Hannover laut Schuster aktuelle Daten an der Ueser Kreuzung erheben. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse werde dann ein finaler Entwurf für den Umbau des Nadelöhrs erstellt.

Baubeginn soll im zweiten Halbjahr 2022 sein, spätestens aber Anfang 2023. Die Baukosten, die derzeit auf 1,3 Millionen Euro geschätzt werden, übernimmt das Land Niedersachsen. Die Stadt Achim trägt die Planungs- und Nebenkosten, etwa für Gutachten und Vermessung, von rund 150.000 Euro.

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