Achimer kritisiert Zusatzschild an Gehwegen

„Radfahrer frei“ – Ansporn für rücksichtslose Autofahrer?

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Dieses zum Beispiel an der Bergstraße angebrachte Schild erlaubt das Radfahren auf Gehwegen, schreibt es aber nicht vor.

Achim - Autofahrer und Radfahrer – zwei Verkehrsteilnehmer, die immer wieder aneinander geraten. Lennart Quiring aus Achim weiß davon ein Lied zu singen. Der Radfahrer berichtet von unliebsamen Begegnungen mit Autofahrern. Ein hübsch-harmlos aussehendes Schild spielt seiner Ansicht nach dabei eine entscheidende Rolle. Der an etlichen Gehwegen angebrachte Zusatzhinweis „Radfahrer frei“ nervt Quiring.

Vor knapp einer Woche sei er von der Uesener Feldstraße kommend durch Desma- und Bergstraße geradelt, schildert der Achimer. „Gleich zwei Autofahrern war ich dabei offensichtlich ein Dorn im Auge.“ Die entgegenkommende Fahrerin eines Kleinwagens habe ihm „Fahrradweg“ zugerufen, „anscheinend davon ausgehend, dass ich auf der Straße nichts zu suchen habe“. Und der Beifahrer eines ihn „gefährlich knapp überholenden“ Fiestas habe sich gleich zur beleidigenden „Scheibenwischergeste“ hinreißen lassen.

„Dabei gibt es in den betroffenen Straßen gar keinen Radweg“, sagt Quiring. Der Bürgersteig sei zwar zum Befahren durch das Zusatzschild „Radfahrer frei“ für Radler freigegeben, eine Benutzungspflicht entstehe dadurch aber nicht.

Auch auf der Feldstraße habe er schon oft gefährliche Situationen erlebt. Dort sei er beim „umsichtigen Linksabbiegen mit Handzeichen“ von einem Autofahrer sogar einmal angefahren worden. „Dieser motzte mich obendrein an, warum ich den vermeintlichen Radweg nicht benutzt hätte.“

Die Regeln sollten zum Schulstart allen klar sein, meint Quiring

Vielerorts leiste die Stadt Achim dieser Verwechslung Vorschub, indem die Bürgersteige in zwei Zonen markiert werden, ohne dass ein Radweg ausgewiesen wäre, kritisiert Quiring. Aber er tadelt nicht nur die Kommune.

Einige Achimer Autofahrer bedürften wohl einer Nachschulung zu den Rechten anderer Verkehrsteilnehmer, stellt der 39-Jährige markig fest. „Gerade im Hinblick auf den kommenden Schulstart, wenn viele Erst- und Fünftklässler neue Schulwege haben und möglicherweise erstmals regelmäßig mit dem Fahrrad zur Schule fahren, sollten die Regeln allen Beteiligten klar sein.“ Aber für noch wichtiger hält Lennart Quiring: „Rücksicht gegenüber schlechter geschützten Verkehrsteilnehmern muss oberstes Gebot bleiben, anstatt diese zu beleidigen.“

Warum der Achimer die Fahrbahn dem für Radler freigegebenen Fußweg vorzieht? Auf diese Nachfrage der Redaktion blieb Quiring eine Antwort schuldig.

Der ADFC rät Radfahrern, die Straße zu nutzen

Womöglich hält er es in dieser Sache mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). „Weil es ein Gehweg ist, haben Fußgänger absoluten Vorrang vor dem Radverkehr. Radfahrer dürfen nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren! Auf die Fußgänger ist besondere Rücksicht zu nehmen. Bei Bedarf ist also anzuhalten“, schreibt der ADFC.

Das „Herumgegurke“ von Radfahrern auf Gehwegen sei weder im Interesse der Fußgänger noch der Radfahrer. Damit leisteten Behörden den schwächeren Verkehrsteilnehmern einen „Bärendienst“, merkt der ADFC an. Die Kommunen sollten „gefälligst auch einen vernünftig breiten, an Kreuzungen und Einmündungen sicher geführten Radweg zur Verfügung stellen“. 

mm

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