Sportfischer entlassen hunderttausende Mini-Aale ins örtliche Flussgebiet

Quirliger Nachwuchs für die Weser

Eine erste kleine Charge Farmaale wird Wolfgang Becker (li.) vom ASV Syke und Günter Leinweber vom Achimer Anglerverein im Bereich der Uesener Brücke in die Weser entlassen.

Achim/Landkreis – Hobbyfischer aus Achim und umzu haben wieder hunderttausende Mini-Aale in die Weser und ihre Zuflüsse im Bereich der Fischerei-Pachtgemeinschaft Weser IV von Dörverden bis zum Habenhauser Weserwehr entlassen. Nach einer ersten Station in Eissel für den Hegebereich oberhalb der Kreisstadt, erreichte am Samstag um 11 Uhr eine Aal-Lieferung den Treffpunkt an der Uesener Brücke in Achim.

Zahlreiche Gewässerschützer und Helfer der acht Mitgliedsvereine standen bereit, um vorgezogene Aale mit einem Gewicht von dreieinhalb Gramm vom Lieferanten Aalhof Götting in Empfang zu nehmen. Kiloweise in robusten Plastikbeuteln verpackt sowie mit Sauerstoff und ausreichend Wasser versorgt, wurden die Jungfische von dort schnellstmöglich auf die jeweiligen Besatzzonen verteilt.

Die Lieferung ist Teil einer Gesamtbesatzmaßnahme der EU-Aalschutzverordnung, die durch den Europäischen Meeres- und Fischereifond (EMFF) und das Landes Niedersachsen gefördert wird. Die Weser- und Aller-Fischereigenossenschaft Verden hat für ihre Mitgliedsvereine der Fischereipachtgemeinschaft sowie für den Verdener, Blender und Thedinghauser Sportanglerverein die Förderung beantragt und erhält für die Besatzkosten in Höhe von insgesamt fast 76 250 Euro einen Zuschuss in Höhe von rund 55 000 Euro.

Am Sonnabend wurden 1228 Kilogramm Farmaal in die Weser eingebracht, was einer Stückzahl von rund 350 000 entspricht. Bereits im März erreichten 57 Kilogramm der wesentlich leichteren Glasaale mit einem Stückgewicht von 0,3 Gramm den Weserabschnitt, also etwa 190 000 Fische.

Die kleinen „Schlängler“ wurden als Glasaale nach ihrer langen Reise über den Atlantik in französischen Flussmündungsgebieten abgefischt. Unter Idealbedingungen in Aufzuchtbecken großgezogen, erreichen sie in nur sechs Monaten das zehnfache ihres Gewichts und werden dann als Farmaal bezeichnet.

„Unsere Bewirtschaftungsdevise sieht einen Mischbesatz vor, je nach Verfügbarkeit“, erläutert der Thedinghauser Gerd Schröder, Vorsitzender der örtlichen Fischereigenossenschaft. „Dabei gilt für uns, je kleiner, desto besser.“ Während kleine Glasaale sich schneller an eine neue Gewässerumgebung gewöhnen, fallen größere Farmaale weniger leicht Fressfeinden zum Opfer.

Schon viele Jahrzehnte führen Fischereivereine Besatz mit sogenannten vorgestreckten Aalen in ihren Pachtgewässern durch, aber seit 2011 wird diese Maßnahme durch die Europäische Kommission gefördert und intensiviert. Mit verhalten optimistischen Erfolgsnachrichten: „Wie aus der Anglerschaft zu hören ist, erhöhen sich die Fangzahlen langsam wieder“, berichtet Gerd Schröder. Die Probleme bestünden weiterhin. Zwar werden Glasaale seit sechs Jahren nicht mehr millionenfach als Delikatesse nach Asien veräußert, aber Staustufen und Wasserkraftwerke behindern den Aufstieg der Wanderfische in die Flussgebiete und die Abwanderung in ihre Laichgebiete.

Seit 2011 haben die Mitgliedsvereine der Fischerei-Pachtgemeinschaft Weser IV und Berufsfischer Janke in Dörverden rund eine Viertel Million Euro in Aalbesatz investiert und damit beinahe 1,8 Millionen Aale in die Weser entlassen. Unterhalb der Uesener Weserbrücke und unter Beachtung der Hygienebestimmungen nehmen Sportangler Jungaale vom Lieferanten Aalhof Götting aus Wildeshausen in Empfang, um sie anschließend in der Weser im Bereich der Fischerei-Pachtgemeinschaft IV zu verteilen.  sch

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