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„Putzen, putzen und wieder putzen“

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Nach 17 Jahren schließt sie ab: Gundi Diercks möchte ihre Kontakte in Baden weiter pflegen.
Nach 17 Jahren schließt sie ab: Gundi Diercks möchte ihre Kontakte in Baden weiter pflegen. © Sp

Baden – Viele Intscheder hoffen, dass die Überfahrt über das Weserwehr bald wieder möglich ist. Und eine Einwohnerin des Weserdorfes neuerdings ganz besonders: Denn Dunja von Ahsen ist ab 1. Oktober die neue Küsterin der evangelischen Kirchengemeinde Baden. Sie ist Nachfolgerin von Gundi Diercks, die nach 17 Jahren in den Ruhestand verabschiedet wird.

Bis Dunja von Ahsen freie Fahrt hat, dauert es allerdings noch ein wenig. In den nächsten Monaten muss sie noch den Umweg über die Ueser Brücke zu ihrer neuen Arbeitsstelle nehmen.

Die 50-Jährige ist durch eine Stellenanzeige in der Zeitung auf diesen frei werdenden Job aufmerksam geworden und hat sogleich gemerkt: „Das ist etwas für mich.“ Denn einerseits hat sie mehr Zeit, nachdem einer ihrer beiden erwachsenen Söhne ihren kleinen Garten- und Landschaftsbaubetrieb übernommen hatte, andererseits war sie auch in ihrem Wohnort bereits von 2008 bis 2020 als ehrenamtliche Küsterin tätig. „Ich kenne also die Abläufe“, meint Dunja von Ahsen, „wenngleich die Dimensionen mit 300 Kirchenmitgliedern in Intschede und Baden mit 3 000 schon gewaltig auseinandergehen – auch was die Anzahl der Veranstaltungen in Kirche und Gemeindehaus angeht.“

Aber Sorgen macht sie sich deshalb nicht: „Ich kann jedenfalls anpacken“, meint die neue Küsterin und ergänzt: „Arbeit ist drinnen und draußen genug da.“ Allerdings wird Dunja von Ahsen nicht in die zugehörige Küsterwohnung am Gemeindehaus einziehen. „Ich bin in Intschede zu fest verwurzelt, mein Mann erst recht. Ich werde in Intschede auch weiter im Kirchenvorstand aktiv sein. Darum ist ein Umzug nach Baden für uns, zumindest auf absehbare Zeit, kein Thema.“

Die dadurch zwangsläufig entstehende Fahrerei – schließlich finden Trauerfeiern auch mal außer der Reihe statt – will Dunja von Ahsen durch eine gute Organisation ausgleichen. „Ich werde vier Tage in der Woche zuzüglich des sonntäglichen Gottesdienstes in Baden sein und meine Anwesenheit so legen, dass ich auch anfallende Terminsachen mit abdecken kann. Außerdem vertraue ich auf die Hilfe, die auch meine Vorgängerin aus den Reihen der Gemeindemitglieder erhalten hat. Und ein Bestattungsunternehmen kann das Gotteshaus notfalls auch einmal alleine aufschließen. Der Pastor ist als ortskundiger Ansprechpartner schließlich stets vor Ort.“

Apropos Pastor. Dunja von Ahsen erklärt: „Mein erster Eindruck von Stephan Kottmeier ist äußerst positiv. Er ist nett und offen und man kann mit ihm auch Klartext reden.“ Die neue Badener Küsterin wird in Kürze ein eigenes Diensthandy erhalten. Damit könnte sie sich auch bei ihrer Vorgängerin melden, falls sie Fragen hat.

„Putzen, putzen und wieder putzen.“ So umschreibt Gundi Diercks, die scheidende Küsterin der Kirchengemeinde Baden, ihre Tätigkeit. „Ganz so schlimm ist es aber nicht gewesen“, schränkt die 65-Jährige mit einem Schmunzeln ein. Doch viel zu tun gab und gibt es, sowohl im Inneren des Gotteshauses als auch rund um die Kirche mit ihrem Gartenbereich.

Gundi Diercks zählt auf: „Gottesdienste vorbereiten und nachher aufräumen, die Besucher empfangen und einweisen, Gesangbücher austeilen, die Glocken läuten, Gestühl postieren, den Altar schmücken, die Gäste nach den Gottesdiensten bewirten, die Gruppenräume nach Veranstaltungen wieder auf Vordermann bringen, kleine Reparaturen, die Müllabfuhr bedienen und vieles mehr.“

Dazu kam die Arbeit im Außenbereich: Auch mit Heckenschere, Laubrechen und Rasenmäher wusste Gundi Diercks umzugehen. „Es hat fast immer Spaß gemacht, auch wenn ich mit meinen 22,5 Wochenstunden nur selten auskam.“

Die neue Küsterin: Dunja von Ahsen tritt zum 1. Oktober ihre neue Stelle an.
Die neue Küsterin: Dunja von Ahsen tritt zum 1. Oktober ihre neue Stelle an. © -

In den vergangenen Corona-Zeiten ging es ein wenig ruhiger zu. „Dafür musste ich mir das Gemecker wegen der Maskenpflicht anhören“, erzählt die gebürtige Bremerin, die ihren Dienst in Baden seit 17 Jahren versieht. Nun steht Ende September der wohlverdiente Ruhestand vor der Tür. Mit Ehemann Holger zieht sie nach Lilienthal zu Sohn, Schwiegertochter und den Enkeln.

Ganz ohne Unterstützung wäre das umfangreiche Aufgabenpaket kaum zu bewältigen gewesen. Gundi Diercks zählt in diesem Zusammenhang Werner Vast und Dietrich Wilkens sowie die städtischen Friedhofsgärtner auf, die ihr immer wieder mit Rat und vor allem Tat zur Seite standen. „Entspannt war auch das Verhältnis zu Pastor Martin Behr, der fast die ganze Zeit ihr Ansprechpartner war. Auch mit zwei Kirchenvorständen kam die Küsterin klar, die betont: „Ich wusste mich zu wehren.“

Neben zahlreichen fröhlichen und traurigen Augenblicken während der Gottesdienste bleiben Gundi Diercks die zahlreichen Events außerhalb des Kirchenraums in Erinnerung, zum Beispiel die Zeltgottesdienste zum Schützenfest und während der Pfingstwiese oder auch der Erntedank in Badenermoor. Und natürlich ihr Abschiedsfest. „Da haben sich meine langjährigen Mitstreiter wirklich alle Mühe gegeben.“

Den Kontakt nach Baden will die Neu-Rentnerin, die noch in der dem Gemeindehaus angeschlossenen Wohnung lebt, auch in Zukunft nicht verlieren.

„Wir haben Land und Leute schätzen gelernt, wir hatten nette Nachbarn, und auch dem Friseur und dem Zahnarzt bleiben wir treu.“ Und so werden sich die alte und die neue Küsterin bestimmt noch häufiger sehen. sp

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