Prozess zu Betrug mit Kreditkarte

Abhebungen wohl nicht durch den Dieb

Achim - Ein heute 35-jähriger Achimer soll mit seiner Kreditkarte betrogen und eine Straftat vorgetäuscht haben. So die Anklage vor dem Achimer Amtsgericht, die gestern nicht ganz ausgeräumt werden konnte.

Am 9. Dezember 2014 hatte er dem Berater seiner Bank im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis telefonisch mitgeteilt, seine EC-Karte sei am 29./30. November abhanden gekommen, und sich erkundigt, ob seitdem Abbuchungen von seinem Guthaben-Konto vorgenommen worden seien. Als er erfuhr, dass das bis zu einem Betrag von mehr als 1000 Euro der Fall sei, behauptete er, das müsse ein anderer gemacht haben.

Der Bankberater wies auf eine Versicherung hin, die ihm solchen Schaden ersetzt, wenn er den Diebstahl der Karte bei der Polizei anzeige und dies überprüft sei. Am 16. Dezember dann brachte der Achimer den angeblichen Diebstahl bei der Achimer Polizei zur Anzeige und gab als Tatzeitpunkt den 13./14. Dezember an. Das Datum irritierte dann wiederum den Bankberater, der zunächst fälschlich von einem Schreibfehler der Polizei ausging. Der darauf hingewiesene Kunde korrigierte dann gegenüber der Polizei den Tatzeitpunkt auf den 30. November. Der Polizei gegenüber hatte er auch gemutmaßt, die EC-Karte sei ihm aus seiner Tasche in einem Supermarkt in der Friedrichstraße gestohlen worden.

An jenem 30. November hatte schon um 0.51 Uhr jemand mit der Karte Kontoauszüge gezogen und eine Minute später Geld abgehoben. Weitere Abhebungen zum Beispiel auch in einer Spielhalle folgten. Überwachungskameras zeigen vielleicht einmal den Angeklagten, aber mehrmals wohl eine andere Person, die gestern als Zeuge geladen war, aber nicht kam.

Für die Staatsanwältin war klar, dass der Angeklagte alleine oder zusammen mit der anderen Person Betrug versucht habe, weil auch nur mit der Pin-Nummer abgehoben werden konnte. Auf eine weitere kosten- und zeitaufwändige Verfolgung der Angelegenheit verzichtete sie jedoch und regte eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage an, die Richter Andreas Minge mit 250 Euro auch aussprach. Der Angeklagte muss zudem auf seine Forderung gegenüber der Bankversicherung verzichten und seine Anwältin bezahlen. Er schien, mit der Entscheidung sehr zufrieden zu sein. Der nicht erschienene und vermutlich vor dem Geldautomaten verewigte Zeuge muss 200 Euro für sein Fernbleiben bezahlen.

mb

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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