Professorin Annelie Keil erfreut Landfrauen auch mit vielsagenden Kindersprüchen

„Das Leben ist ein Aufruf“

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Professor Dr. Annelie Keil im voll besetzten Saal des Uphuser Gasthauses Gerken .

Uphusen - „Das Leben ist ein Aufruf zum Leben“. Es liefere uns aber nicht die Gebrauchsanweisung mit. Möglichkeiten, die es biete, müssen jeder selbst erkennen und auch nutzen. Krankheiten, Niederlagen und Schicksalsschläge gehörten ebenfalls zum Leben. Trotzdem sei es möglich, zugleich gesund zu sein und sich Gutes zu tun.

Das war eine Einstellung, die Professor Dr. Annelie Keil den Achimer Landfrauen auf deren bestens besuchtem Nachmittagstreffen bei Kaffee und Kuchen im Saal des Uphuser Gatshauses Gerken vermittelte.

„Wenn Körper und Seele streiken“ lautete der Titel ihres Vortrags, den sie weit auslegte und viele andere Themenbereiche mit streifte.

Gesundheit und Krankheit seien einen lebenslange Aufgabe, und die Medizin habe bisher keine einzige Krankheit endgültig beseitigt, machte die Bremer Soziologin deutlich. Sie musste selber schon schwere gesundheitliche Schläge vom Herzinfarkt bis hin zu Krebserkrankungen verdauen.

Beziehungen könnten nachgewiesenermaßen ebenso krank machen wie Rauchen, betonte sie. Eingebundensein in eine soziale Gemeinschaft oder im Beruf sei wichtig, doch gebe es immer auch bestimmte Personen – Dauerbedenkenträger oder andere „Korinthenkacker“ – die ihre Mitmenschen eher „runterziehen“ und deren Gesellschaft man lieber meide.

Altern gehörte naturgemäß mit zum Themenbereich. Hier gelte es, sich regelmäßig zu fragen „Warum möchte ich älter werden?“ und dann entsprechend der Antworten das Leben zu gestalten. Rechtzeitiges „Aufräumen“ und sich von bestimmten, nicht mehr erforderlichen Sachen zu trennen, sei ebenfalls in diesem Lebensabschnitt wichtig.

Annelie Keil zitierte einige erfrischende Sprüche über ältere Menschen aus ihrer Arbeit mit Kindern: „Oma ist schon 80, hält es aber bestimmt noch bis 100 aus“ oder „Opa kann sich freuen. Er ist 80 und weiß schon, dass er lange gelebt hat“.

Mit dem Sterben hat es die Wissenschaftlerin bei ihrem Engagement im Bereich der palliativen Betreuung zu tun. „Wir beginnen als Pflegefall, und wir enden meistens auch so“, machte sie deutlich und forderte, sich im Umgang mit dementen Menschen mit mehr Geduld und Zeit zu nehmen, da diese ebenso wie alle Alten langsamer reagieren und handeln.

Grundsätzlich rief sie allen ins Bewusstsein, dass es eine „Luxussituation“ sei, „wenn wir heute Nachmittag hier friedlich bei Kaffee und Kuchen zusammen zu sitzen“.

Zur Flüchtlingssituation meinte die Professorin, es sei ein Unding, wenn Männern verboten würde, ihre Frauen und Kinder nachzuholen: „Dann sollten wir doch lieber überhaupt keinen aufnehmen“.

Kreislandfrauenvorsitzende Annameta Rippich dankte der prominenten Rednerin für deren engagierten Vortrag auch mit einem großen Blumenstrauß, nachdem der starke Applaus des Publikums verklungen war,

la

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