Junger Mann aus Algerien erhält kein Asyl und hat nach Verurteilungen kaum noch Perspektiven

Die präparierte Diebestasche mit Parfüm für 500 Euro gefüllt

Achim - Weil in seiner Heimat Algerien die Aussichten auf Arbeit und die Lebensperspektiven allgemein schlecht seien, kam der heute 21-Jährige nach eigenen Aussagen vor rund zwei Jahren nach Deutschland. Eine Arbeitserlaubnis bekam er auch hier nicht, und sein Antrag als Asylbewerber ist abgelehnt. Den Bescheid zur Ausweisung hat er noch nicht, möchte aber auch gar nicht zurück. Der junge Mann war jetzt vor dem Achimer Amtsgericht angeklagt wegen Diebstahls.

Am 4. März hatte er nachmittags die Drogerie-Filiale in der Achimer Marktpassage mit einer besonders ausgestatteten Einkaufstasche betreten, die er vor allem mit Parfüms aus den Regalen füllte.

Diese Papiertasche war innen aluminiumverkleidet, um die Diebstahlsicherung der Waren zu überlisten. Das gelang zwar, doch machte der 21-Jährige die Rechnung ohne den Detektiv des Hauses.

Dieser hatte per Videoüberwachung beobachtet, wie dieser spezielle Kunde sich bediente. Als es zum Blickkontakt mit dem jungen Mann kam, stellte der einige Waren aus der Tasche schnell wieder zurück.

Im Kassenbereich zur Rede gestellt, behauptete er, alles bezahlen zu wollen. Rund 500 Euro wären angefallen, aber der junge Käufer hatte nur eine leere Geldbörse dabei, wie später die Polizei feststellte.

Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Anschuldigungen. Richter Andreas Minge wies vor Abschluss der Beweisaufnahme noch die Vorbelastungen des Algeriers hin, dessen Einreise schon nicht ganz legal gewesen sei. Mehrere Diebstähle in Bremen und Taschendiebstähle beim Hauptbahnhof werden ihm ebenso zur Last gelegt wie unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln. „Das war nur ein bisschen Marihuana“, wandte der 21-Jährige ein und bestritt im Übrigen die Taschendiebstähle.

Kriminell schon bald nach der Einreise

Den Diebstahl in der Marktpassage sahen Richter und Vertreterin der Anklage gleichermaßen als erwiesen an. Während letztere auf eine Geldstrafe von 250 Euro für den Bezieher von Sozialamtsleistungen plädierte, lautete das Urteil dann auf zwei Monate Gefängnis, ausgesetzt zur Bewährung, sowie 30 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Der Angeklagte habe schon mit der Absicht zum Stehlen das Geschäft betreten und weit mehr eingepackt, als er für sich selbst benötigte, machte der Richter deutlich. Zudem rechtfertige die Liste an Vorbelastungen eine Freiheitsstrafe.

„Sie sind eingereist als Wirtschaftsflüchtling. Ihr Asylantrag wurde abgelehnt, und die Zeit bis zur Ausweisung nutzten Sie, um Diebstähle zu begehen“, so Minge.

Er habe leider „wenig Hoffnung, dass wir uns heute das letzte Mal hier gesehen haben“.

Der Angeklagte nahm das Urteil ohne Widerspruch an und teilte auch mit, dass er gemeinnützige Arbeit schon kenne . - la

Rubriklistenbild: © dpa

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