„Schwimmkurs+“ für Kinder

Pool statt Beckenrand

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Stolz zeigen die Teilnehmer beim Schwimmkurs+ in der Grundschule Uesen, was sie mit Pinsel und Farbe unter Anleitung von Kunstlehrerin Eva Kluck (3.v.r.) geschaffen haben. Gesa Kaemena unterstützte die Ehrenamtliche.

Achim – Schwimmunfälle bei Kindern und Jugendlichen sind in den vergangenen Jahren immer mehr zum Problem geworden. Wie wichtig es ist, Heranwachsenden Grundkenntnisse im Schwimmen zu vermitteln, darauf haben Verbände und Vereine im Nachklang dieser Vorfälle hingewiesen. Das veranlasste die Stadt Achim, in den Winterferien ein Pilotprojekt in Kooperation mit dem Roten Kreuz Verden zu starten: Der „Schwimmkurs+“ im Hallenbad Uesen richtet sich an Kinder und Jugendliche, deren Eltern Anspruch auf eine Bildungskarte haben.

Das einwöchige Kursangebot stieß im Weserort auf großes Interesse: Zwölf Mädchen und Jungen im Alter von sieben bis zwölf nahmen teil. Wo Vorkenntnisse vorhanden waren, ermöglichte der Crash-Kurs auch Abzeichen. „Das war aber nicht das Ziel“, berichtet Gesa Kaemena, die bei der Stadt Achim im Bereich Kinder und Jugend unter anderem den Ferienspaß organisiert. Von den Teilnehmern schafften immerhin drei den Freischwimmer und zwei das Seepferdchen.

„Wir hatten etwas mehr Anmeldungen, als uns Plätze zur Verfügung standen. Einige mussten wir auf die Osterferien vertrösten“, zieht Kaemena Bilanz. Eine Fortsetzung ist daher auch schon eingeplant: Immer in den Winter-, Oster- und Herbstferien sollen die Schwimmschulungen mit anschließender, betreuter Kreativzeit künftig erfolgen – insgesamt fünf Stunden täglich. „Das bedeutet auch Entlastung für die Eltern in den Ferien. Und die Kinder freuen sich, mal etwas anderes zu machen“, berichtet Kaemena.

Ganz unterschiedliche Leistungsniveaus – vom Nichtschwimmer bis zum Träger des Silber-Abzeichens – waren in der Gruppe vertreten, so Gesa Kaemena. „Teilweise haben ältere Geschwister sich gleich mit angemeldet.“ Wieviel Spaß alle am Schwimmenlernen hatten, zeigte sich auch darin, dass das anfänglich für eine Stunde angedachte Schwimmtraining auf Nachfrage der Teilnehmer bald auf zwei Stunden erweitert wurde.

Beim anschließenden Kunstprojekt zum Thema Wasser konnten die Kinder sich nicht nur kreativ betätigen, sondern darüber hinaus die Begrifflichkeiten rund ums Schwimmen in Badeanstalten üben. „Das Angebot soll die Kinder auch sprachlich mit dem Thema Wasser beschäftigen“, erläutert Kaemena.

Die achtjährige Sanna hat mit Tusche „einen See mit Wellen drin“ zu Papier gebracht. Sie hat ihr Seepferdchen-Abzeichen, und will als Nächstes selbstständig ihren Freischwimmer erwerben – „wahrscheinlich im Hallenbad“. Die Schülerin, deren Eltern aus dem Irak stammen, wurde in Achim geboren.

Das Angebot richtet sich aber nicht nur an Kinder mit Flucht- oder Migrationserfahrung, sondern generell an Familien, die Leistungen des Arbeitslosengeldes II erhalten, und damit Anspruch auf eine Bildungskarte für ihren Nachwuchs haben.

Möglich gemacht haben den Kursus Spenden der Kühn-Stiftung, der Bürgerstiftung und der Lotto-Sportstiftung.

Als Ehrenamtliche beteiligten sich Ingrid Bischoffs, Schwimmlehrerin der Wasserwacht des DRK Verden, und die pensionierte Kunstlehrerin Eva Kluck. Die Grasdorferin betreute schon mehrfach Ferienspaßangebote der Stadt Achim, und ist als Kunstpädagogin geradezu prädestiniert: „Nach einigen Jahren im Ruhestand habe ich das auch vermisst“, so Kluck.

Für den Kursus in den Osterferien stehen sogar 20 Plätze zur Verfügung, die parallel und im Schichtbetrieb stattfinden sollen. Allerdings dann nicht mehr im Ueser Bad. Die Nutzung könne während des noch andauernden Umbaus der Schule nicht garantiert werden, sagt Gesa Kaemena. Ein Seminarraum für die anschließende Betreuungszeit ist im Hallenbad an der Bergstraße ebenso vorhanden.

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