Engagement vor Ort

Politikverdrossen? „Mors hoch!“, sagt Neu-Achimer Sven Kramer

+
Sven Kramer hält auch in Krisenzeiten der SPD am roten Parteibuch fest. 

Achim - Immer nur meckern gegen „die da oben“ und selbst die Hände in den Schoß legen? „Gegen Politikverdrossenheit kann jeder was machen“, sagt Sven Kramer. „Mors hoch!“, lautet das Motto des 41-Jährigen. Und geht dabei mit gutem Beispiel voran.

Bei den jüngsten Sitzungen des Stadtrats saß Kramer auf den Zuhörerplätzen im Ratssaal, und auch Versammlungen der SPD Achim besucht er. „Beim offenen Stammtisch diskutierten vor kurzem zahlreiche Bürger lebhaft über das Thema Klimaschutz- und Energieagentur.“

Seit 2017 gehört der frühere Bremer Deutschlands ältester, derzeit nicht gerade angesagter Partei an. Kramer, der „aus privaten Gründen“ im vorigen Oktober auf die andere Seite der Landesgrenze zog und nun in Achim-Uphusen wohnt, ist eine „gute Sozial- und Arbeitsmarktpolitik“ ein Anliegen. „Feste, ordentlich bezahlte Arbeitsplätze“ seien wichtig.

Politisches Engagement ist ihm ein Stück weit in die Wiege gelegt. „Mein Urgroßvater gehörte als Mitglied der KPD dem Bremer Senat an“, erzählt Sven Kramer.

Als Kaufmann, der im Einzelhandel beschäftigt ist, hat er neben dem sozialen Sektor die Finanzpolitik besonders im Blick. Auch auf dem öffentlichen Sektor gelte es, Einnahmen und Ausgaben im Lot zu halten, äußert der Sozialdemokrat. Zudem befasse er sich mit „Verkehrsfragen und überhaupt Infrastruktur. Vor allem auf dem digitalen Sektor muss hierzulande vieles verbessert werden“, fordert Kramer.

Aber auch beim Umgang der Achimer Entscheidungsträger untereinander sieht er noch Luft nach oben. Zwischen einzelnen Fraktionen im Stadtrat herrsche oft eine „vergiftete Atmosphäre“, hat Sven Kramer festgestellt und schüttelt darüber den Kopf. „Persönlich aufeinander einzukloppen ohne sachliche Argumente geht gar nicht.“

So seien Bürgerinnen und Bürger kaum für ehrenamtliches politisches Engagement zu begeistern. „Die Parteien sollten an ihrer Außendarstellung arbeiten“, empfiehlt Kramer. Und nimmt dabei seine eigene nicht aus.

„Die Homepage der SPD Achim könnte ansprechender gestaltet sein“, findet er. „Die Texte sollten lockerer, persönlicher, individueller ausfallen.“ Überhaupt gebe es auf der Kommunikationsschiene Nachholbedarf. Beim Wechsel von der SPD in Bremen-Oberneuland zur Achimer Parteigliederung „war es für mich schwierig, Ansprechpartner zu erreichen“. Kramer erachtet es als notwendig, auch die sogenannten sozialen Medien zu nutzen, um jüngere Leute für die Politik vor Ort zu gewinnen.

Der Musikfan, der „mehr als 300 Venylplatten von Klassik bis Heavy Metal“ im Schrank stehen hat und deren Klang für „viel besser“ als den von anderen Tonträgern hält, will in der Achimer Politik künftig seine Stimme erheben. „Ich kann mir gut vorstellen“, sagt Sven Kramer, „bei den nächsten Kommunalwahlen 2021 für den Stadtrat zu kandidieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Amtsenthebungsverfahren - Trump: Würde gern hingehen

Amtsenthebungsverfahren - Trump: Würde gern hingehen

Teenager träumen eher von traditionellen Jobs

Teenager träumen eher von traditionellen Jobs

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

So beugen Sie dem Hexenschuss vor

So beugen Sie dem Hexenschuss vor

Meistgelesene Artikel

Ärger nach Trecker-Demo: Bauern beseitigen Spuren des Protests

Ärger nach Trecker-Demo: Bauern beseitigen Spuren des Protests

„Event 24“ übernimmt die Feste im Daverdener Holz

„Event 24“ übernimmt die Feste im Daverdener Holz

„Wer besorgt ist, sollte zu uns kommen“: Der Ton im Netz und die Folgen

„Wer besorgt ist, sollte zu uns kommen“: Der Ton im Netz und die Folgen

Kreissparkasse baut nicht am Gieschen-Kreisel in Achim

Kreissparkasse baut nicht am Gieschen-Kreisel in Achim

Kommentare