Projektvorschläge der Verwaltung gefallen nicht

Politik will neue Ideen für attraktive City

Die Fußgängerzone soll in ein besseres Licht gerückt werden. Am Freitag hat eine Firma damit begonnen, die Weihnachtsbeleuchtung zu installieren.
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Die Fußgängerzone soll in ein besseres Licht gerückt werden. Am Freitag hat eine Firma damit begonnen, die Weihnachtsbeleuchtung zu installieren.

Achim – 830 000 Euro, davon 755 000 Euro aus einem Förderprogramm des Landes Niedersachsen, stehen bereit, um der Achimer Innenstadt eine neue „Perspektive“ zu geben. Doch die von der Verwaltung unterbreiteten Vorschläge, was mit diesem Geld finanziert werden soll, sind bei der Politik weitgehend durchgefallen. Auf Antrag seines Vorsitzenden Werner Meinken (SPD) stimmte der Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Klimaschutz am Donnerstagabend im Ratssaal einhellig dafür, bis zur übernächsten Sitzung des Gremiums am 18.

Januar neue Ideen für eine attraktive Gestaltung der City zu sammeln und dann darüber abzustimmen.

Zu den Vorgaben aus Hannover gehört, dass jedes einzelne Projekt mindestens einen Wert von 50 000 Euro hat, bis Ende März 2023 verwirklicht wird und schon bald ein detailliertes Konzept für die zu fördernden Vorhaben vorliegt. „Bis zum 30. Juni 2022 muss alles beim Land eingereicht sein“, mahnte Erster Stadtrat Daniel Moos.

Wie berichtet, hat die Verwaltung ein Bündel von Maßnahmen benannt, wofür die hohe Summe aus Hannover und der zehnprozentige Eigenanteil der Stadt ausgegeben werden könnte. Wirtschaftsförderer Martin Balkausky stellte die angedachten Projekte in der Sitzung nochmal kurz vor. Ein Ansatz ist die zeitweise Anmietung von leerstehenden Läden. In diese sogenannten Pop-Up-Stores könnten dann Unternehmensgründer, kulturelle oder gemeinnützige Einrichtungen einziehen mit dem Ziel, neue Nutzungsideen in der Innenstadt auszuprobieren und bei Erfolg dauerhaft zu etablieren. Zudem schlug Balkausky unter anderem vor, die „Digitale Stadt“ mit dem Portal Achim24 als zentraler Plattform auszubauen.

Kurzfristig hat die Kommune nach einer Eilentscheidung des Bürgermeisters, eines Stellvertreters und des Verwaltungsausschusses bereits 140 000 Euro für neue Weihnachts- und Winterbeleuchtung der City verplant. Eine illuminierte Rehgruppe vor der Kreismusikschule und weitere ins Licht gesetzte und über die Fußgängerzone verteilte Tierinstallationen lockten vielleicht zusätzliche Besucher in die Innenstadt, erklärte Balkausky.

„Hervorragend, es wurden viele Punkte aus unserem Wahlprogramm aufgenommen“, reagierte Martin Puls (CDU). Und bemängelte im nächsten Satz, dass etliche „Sachen“ sinnlos seien.

Es müsste noch weit mehr getan werden, um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu verbessern, forderte Werner Wippler (SPD). Er regte an, die „Laufbänder“ insbesondere für Ältere und Gehbehinderte zu verbreitern.

Größere Eingriffe in Achims guter Stube wie eine neue Pflasterung oder die Schaffung von Grüninseln machten erst Sinn, wenn die großen Bauprojekte fertiggestellt seien, schaltete sich Steffen Zorn, Leiter des Fachbereichs Bauen und Stadtentwicklung, ein. Er spielte damit auf die geplante Neugestaltung der Häuserzeile am Glockenspiel und des Sparkassengebäudes an.

Am meisten zu meckern hatte Christine Vornholt (Grüne). Aber sie machte auch konkrete Vorschläge. „Das Geld sollte die Stadt sinnvoll für nachhaltige Projekte einsetzen“, lautete ihre Ansage. Das Foodfestival mit Hilfe der Fördermittel fortzuführen, wie von der Verwaltung ersonnen, sei „nicht zukunftsorientiert“. Und die Grünen hielten auch nichts von „temporärer Bepflanzung“ der Innenstadt. Solle die nach kurzer Zeit weggeworfen werden? Besser wäre es, Beete oder Kübel dauerhaft zu bepflanzen, meinte Vornholt. Und auch die von der Stadt bestellten Leuchtkörper hielt sie für keine gute Investition, da die Weihnachts- und Winterbeleuchtung ja nur wenige Wochen oder Monate genutzt werde. „Und warum hat die Verwaltung deswegen nicht die auf Beleuchtungstechnik spezialisierte, bekannte Achimer Firma angesprochen?“, fragte Vornholt. Die Grüne schlug vor, mit dem Fördergeld vor allem dem Alten Markt eine Perspektive zu geben. Dort sollte die Stadt Platanen anpflanzen, weitere Sitzgelegenheiten schaffen und eine Konzertmuschel aufstellen. Darüber hinaus verlangte Vornholt, dem Baumplatz wieder sein ursprüngliches, dem Namen gerecht werdendes Gepräge zu geben, also dort Bäume in die Erde zu bringen statt Stellflächen für Autos vorzuhalten.

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