Zwischen Freude, Furcht und Feuer frei

Wie viele Wölfe dürfen es sein?

Achim -  „Ein Gespenst geht um in Niedersachsen – der Wolf“, wandelte Moderator Brodt in der Podiumsrunde ein bekanntes Zitat von Karl Marx aus dem Kommunistischen Manifest ab. Und obwohl sich direkt im Achimer Raum der Wolf bisher kaum blicken ließ, nahm die Diskussion schnell Fahrt auf.

Etwa 140 Tiere in neun Rudeln gebe es zur Zeit in Niedersachsen, wusste CDU-Landtagskandidat Adrian Mohr. Wenn nichts weiter geschehe, werde sich der Bestand bis zur nächsten Landtagswahl auf 350 Exemplare erhöhen. Deshalb müsse der Wolf jetzt ins Jagdrecht übernommen werden. Er kenne Tierhalter im Südkreis, bei denen Wölfe schon grausam zugeschlagen hätten. Aus Furcht vor weiteren Angriffen würden manche Herden nur noch hofnah gehalten.

Doris Gerken (Grüne) riet zu mehr Sachlichkeit. Wölfe seien erstens bei uns immer noch sehr selten und zweitens gerade Menschen gegenüber sehr scheue Tiere, machte sie geltend.

Durch spezielle Weidezäune oder auch Schutzhunde würden Rudel wirksam ferngehalten. Und wenn wirklich einzelne Wölfe hohe Zäune überwinden oder Scheu vor Menschen nicht mehr kennen, dürften solche gefährlichen Exemplare auch außerhalb des Jagdrechts jetzt schon getötet werden.

Art dürfe nicht als Ganzes dämonisiert werden

Dass sich überhaupt Wolfspopulationen in diesen Regionen entwickeln, deute zunächst mal auf ein intaktes Natursystem hin, und die ganze Art dürfe auch nicht dämonisiert werden. Zudem gebe es Ausgleichszahlungen für gerissene Tiere. Ziel müsse es sein, Schadensregulierung möglichst innerhalb eine Woche zu garantieren. Auf Ausgleichsleistungen wies auch Rainer Andrzejewski (Linke) besonders hin. Landwirte sollten sich darüber genauer informieren.

Dörte Liebetruth (SPD) setzte sich für regional unter-schiedlichem Umgang mit dem wilden Tier ein, weil manche Gegenden mehr und andere weniger von der Wolfsgefahr betroffen seien. Nicht-scheue Exemplare könnten zudem wieder ausgewildert werden.

Ähnlich handeln wie bei Füchsen, die ja ab und zu Hühnerställe heimsuchen, empfahl Corinna Rosander (FDP). Auch sie ist also für kontrolliertes „Feuer frei“ auf den Wolf.

la

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