Umbau der Schwalbenkreuzung zum Kreisverkehr: Pläne schreiten voran

Nicht nur „Mode“, sondern vor allem Vorteile erkannt

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Stefan Schuster zeigt den ersten Entwurf zum Umbau der Schwalbenkreuzung.

Achim - Von Lisa Duncan. Ein Unfallschwerpunkt ist die Schwalbenkreuzung (Embser Landstraße/ Schwalbenstraße) schon lange. Nun zeichnet sich ab, dass die Pläne für den Umbau der Kreuzung zum Kreisel konkreter werden. Stefan Schuster, Verkehrsplaner der Stadt Achim, gibt Auskunft über den Stand der Dinge.

Einen ersten Entwurf des Achimer Ingenieurbüros Born und Ermel hat Schuster auf seinem Schreibtisch liegen. Jüngste Korrekturen schlossen behindertengerechte Haltestellen und eine verbesserte Radwegführung mit ein.

Rückblende: Schon im Jahr 2000 war ein Umbau der unfallträchtigen Kreuzung in der Planung. Das damalige Ausschreibungsergebnis war jedoch deutlich zu hoch. Darum verfolgte die Stadt den Umbau nicht weiter.

Aber nun scheint das Vorhaben unter einem besseren Stern zu stehen: Bereits im Oktober gab die Stadtverwaltung in der Ratssitzung bekannt, dass das Land Niedersachsen die finanzielle Unterstützung zugesagt hat. Das Land trägt als Straßenbaulastträger seinen Anteil der Kosten, erklärt Stefan Schuster.

Seit Jahren schon sei durch Polizeistatistiken bekannt, dass sich an der Schwalbenkreuzung Unfälle häuften. „Da gucken wir als Stadt nicht weg“, so Schuster. Immer wieder habe man diesen Umstand beim Land angemahnt. Auch im 2006 ausgearbeiteten Verkehrsentwicklungsplan der Stadt findet die Kreuzung Berücksichtigung. Vergleichbar schlimm sei es in Achim nur an der Ueser Kreuzung. Positive Nebeneffekte des Kreisverkehrs an der Vogelsiedlung wären zudem weniger Schadstoff und weniger Lärm für die Anwohner.

Mit dem Gieschen-Kreisel, der im Dezember 2010 gebaut wurde, könne die Stadt bereits eine Erfolgsgeschichte verbuchen, findet Schuster. Bis auf eine Stunde am Tag, im Feierabendverkehr, habe sich der Verkehrsfluss verbessert. Die Unfallzahlen seien zurückgegangen und sofern Unfälle passierten, wirkten sie sich nun weniger heftig aus als noch zu „Kreuzungszeiten“.

Nach etlichen Gesprächen ist es der Stadt Achim gelungen, die Maßnahme an der Schwalbenkreuzung bei einem Sonderprogramm des Landes für Ortsdurchfahrten unterzubringen. Gemäß dem Straßenkreuzungsgesetz übernimmt das Land zwei Drittel der Kosten, den Rest trägt die Kommune. „Wer die größere Straße hat, zahlt mehr“, erklärt Schuster das Prinzip. Man rechne, inklusive Voruntersuchungen und Radwegeausbau, mit Kosten von 1,2 Millionen Euro.

Apropos Radweg: Damit Fahrradfahrer unbehelligt auch an den beiden Autobahnausfahrten vorbei kommen, werden etwa 250 Meter Radweg für den beidseitigen Verkehr hinzugefügt. Vor der Zufahrt aus Richtung Verden werden Radfahrer dann auf eine Seite hinübergeleitet.

Der Zeitplan sei derzeit noch ungenau, betont Schuster. Jedoch plane man, die Baumaßnahme im Frühjahr auszuschreiben. Wenn alles glatt läuft, könne der Bau im Zeitraum zwischen Mai und Juli beginnen. Eine vorübergehende Vollsperrung sei nicht ganz zu vermeiden – spätestens wenn die Asphaltdecke gemacht werde, so Schuster.

Als nächstes (Dezember/Januar) stehen Gespräche mit der Ortsfeuerwehr und der Einsatzzentrale in Achim auf dem Plan. Auch bei einer Vollsperrung könne man die Feuerwehr im Notfall auf der gesperrten Straße ausrücken lassen. Gesperrt werde voraussichtlich auch die Schwalbenstraße; die Straße am Freibad zumindest zeitweise.

Ueser Kreuzung wäre

für Kreisel ungeeignet

Dass der Verkehr an der Clüverstraße zunehmen wird, ist der Stadtverwaltung bewusst. „Wir nehmen das auch Ernst“, betont der Verkehrsplaner. Mit baulichen Veränderungen, wie etwa Baumnasen, ließe sich daran etwas drehen. Ein bremsender Effekt ließe sich auch durch das Hochziehen des Gehwegs auf Straßenniveau (wie am Eingang zum Rathauspark) erzielen. Nicht mehr zur Verkehrsberuhigung gebaut würden hingegen Bodenwellen (siehe Steinweg). „Da wollen nicht nur die Anwohner von weg, weil das Abbremsen und Anfahren zu mehr Lärm und Abgasausstoß führt.“ Auch Verkehrsplanung ist offenbar „Moden“ unterworfen. Folgt die Stadt Achim mit dem Kreiselbau also einem Trend? „Nein“, betont Schuster, man habe vor allem die Vorteile des Kreisverkehrs erkannt. In Holland, Frankreich und Großbritannien werde diese Lösung schon seit Jahrzehnten favorisiert.

Doch nicht überall verbessere ein Kreisel die Verkehrssituation: „An der Ueser Kreuzung wäre das nicht umsetzbar“, sagt Schuster und erklärt: „Kreisverkehre haben Kapazitätsgrenzen.“ Und an der Ampel-Kreuzung „Grüner Jäger“ sind einfach „zu viele Autos auf zu wenig Straße.“

Für die Gestaltung der Kreisel-Innenfläche gibt es noch keine Pläne. Das Land gibt lediglich vor, dass die Verkehrssicherheit durch das Design nicht gestört werden darf. Die Gestaltung dürfe Fahrer nicht irritieren, Werbung verbiete sich von selbst. Angedacht sei, auch Bürger an den Gestaltungsideen zu beteiligen.

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