Von Piratenausbildung bis Zuckerwatte

22. Kinderstadtfest in Achim lockt die Massen in die Fußgängerzone

Wenn der Vater mit dem Sohne: Auf den kleinen Autoscootern war auch Platz für zwei. - Fotos: Bischoff

Achim - Von Sandra Bischoff. Achim hat seit gestern Vormittag keinen Bürgermeister mehr: Der Rathauschef hat erfolgreich das Piratenpatent erworben und ist nun befähigt, die sieben Weltmeere zu entdecken und zu erobern. Auf der kleinen Bühne am Bibliotheksplatz eröffnete Rainer Ditzfeld gestern am späten Vormittag das 22. Kinderstadtfest unter dem Motto „Vorhang auf für Achim! – Was für ein Theater“ .

„Die Piraten haben traumhaftes Sommerwetter mitgebracht und wollen nun Achim entern“, erklärte er in seiner Begrüßung. Seiner Erinnerung nach habe es kaum je schlechtes Wetter beim Kinderstadtfest am letzten Donnerstag in den Sommerferien gegeben. „Der liebe Gott meint es eben gut mit den Kindern.“

Dann wurde es ernst für den Bürgermeister, denn er musste als Erster Prüfungen für das Piratenpatent ablegen. Nach ihm waren die Kinder an der Reihe. So mussten die Teilnehmer Seemannsknoten machen und lernen, wie ein Pirat geht und tanzt sowie ihre Seefestigkeit unter Beweis stellen. Schon bald war auf der Bühne ein munteres Treiben zu beobachten: Kinder, die mit den Akteuren des Hafenrevue-Theaters Bremen und dem Bürgermeister gemeinsam in der Sonne tanzten. Davor standen Eltern und Großeltern und klatschten zum Takt der Musik.

„Käpt’n Hein“ vom Hafenrevue-Theater überreichte Rainer Ditzfeld schließlich das Patent: „Du siehst aus wie ein dicker Pirat, du bist mutig wie ein Pirat und du tanzt wie ein Pirat – du bist ein Pirat!“

War die Fußgängerzone um kurz vor 11 Uhr noch so gut wie ausgestorben, füllte sich die Innenstadt einschließlich des Alten Markts innerhalb einer halben Stunde mit Leben. Mütter und Väter, Omas und Opas „enterten“, um in der Piratensprache zu bleiben, mit dem Nachwuchs die City. Von überall her war Kinderlachen zu hören. An manchen Verkaufsständen hatten die Kinder ein bisschen Probleme, über den Tresen zu schauen, aber niemand ging mit leeren Händen. Zwei Jungs hatten sich vor einem Geschäft ein schattiges Plätzchen gesucht, zwischen sich ein riesiger Eimer mit Zuckerwatte, dessen Inhalt sie genüsslich verspeisten.

Tanz mit dem Piraten: Bürgermeister Rainer Ditzfeld (rechts) legt mit „Käpt’n Hein“ eine flotte Sohle aufs Parkett.

Beim Bungee-Trampolin flogen die Kinder an Seilen hoch in die Luft, und im Kettenkarussell ließen sich die jungen Besucher den Wind um die Nase wehen. Zahlreiche örtliche Vereine boten sportliche Aktionen, die Kinder konnten sich schminken lassen, Autoscooter und Gokart fahren oder Pedalos ausprobieren. An jeder Ecke warteten neue Attraktionen. Insgesamt rund 60 Aussteller beteiligten sich am Kinderstadtfest. Das Hafenrevue-Theater Bremen bildete zudem nicht nur Nachwuchs-Piraten aus, sondern präsentierte auch das Kindermusical „Schlüssel zum Glück“.

Die Organisatoren zeigten sich zufrieden mit dem Tag. „Die Leute sind etwas hitzegeplagt, deshalb ist es auch ein wenig ruhiger als in den vergangenen Jahren“, sagte Karina Feldhoff von der Agentur Pep up, die das Kinderstadtfest auf die Beine stellt. Zur Mittagszeit sei die Fußgängerzone wie leergefegt gewesen. „Zwischenzeitlich haben die Betreiber des Ponyreitens überlegt, wegen der Hitze abzubrechen“, berichtet Feldhoff.

Als nachmittags ein leichter Wind aufzog, füllte es sich wieder, und das Ponyreiten ging weiter. Die Besucher ließen sich die Laune von den hohen Temperaturen nicht verderben. „Ich sehe nur fröhliche Gesichter“, so Feldhoff.

Der Rathauschef wurde am Nachmittag nicht mehr gesichtet: Ob er seinen Amtsgeschäften nachging oder bereits über die Weltmeere segelte, ist nicht überliefert.

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