Bremer Frauenchor Chorona begeistert mit heiterer Konzert-Inszenierung

Die perfekte Föhnwelle

Der Chor Chorona besteht seit dem Jahr 2000. Zusammen mit Chorleiterin Martina von Ahsen haben sich die Sängerinnen ein hohes gesangliches Niveau erarbeitet und begeistern mit ihrer kreativen Darstellungsform. Foto: Schmidt

Achim - VON INGO SCHMIDT . Waschen, legen, fönen - ein Bühnenerlebnis ganz besonderer Art präsentierten am Sonntag die Damen des Bremer Chors „Chorona“ im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch).

Die Gäste auf den Rängen im Blauen Saal sahen sich in einen Friseursalon verortet und wurden Zeugen einer musikalisch geprägten Milieustudie: Die Chefin des Salons „Die perfekte Welle“ hadert mit ihrem Schicksal und blickt neidvoll auf das unbeschwerte Leben ihrer Kundinnen. Denn diese haben Zeit für Friseurbesuche und berichten prahlerisch von unbeschwerten Südseereisen mit jovialen Begegnungen. Den Unmut der Chefin bekommt Auszubildende Mandy zu spüren, die allerlei niedere Arbeiten erledigen muss und auch nach Feierabend wie selbstverständlich Haare wäscht, legt und fönt.

Die Salonereignisse bilden den roten Faden eines anspruchsvollen Chorkonzertes. Ihre kleinen, kurzweiligen Spielszenen mit „Lebensweisheiten aus dem Lockenstab“ verknüpfen die Sängerinnen mit 16 thematisch passenden Pop-Klassikern, die Chorleiterin Martina von Ahsen aufwendig arrangiert hatte.

In jeweils besonderer Choreografie mit Kaffeetassen, Taschenlampen oder bunten Färbumhängen ließen die Darstellerinnen Songs wie „Fix You“ von Cold Play, Adeles „Skyfall“ und „So soll es bleiben“ (Ich + Ich) oder auch ein Abba-Medley erklingen. Ihre Stücke singen sie zu Klavierbegleitung, aber größtenteils a capella, imponierend klar und vielstimmig.

Nach „Wo ist Dieter?“ von 2016 haben Astrid Becker und Regine Otterstedt nun bereits zum zweiten Mal diese außergewöhnliche Präsentationsform umgesetzt und ein weiteres komödiantisches Chortheater inszeniert. Das Publikum wird dabei als Jury eingebunden: Immer wenn die Damen den Titelsong „Die perfekte Welle“ als Jingle anstimmen, sind die Gäste auf den Rängen aufgefordert, Mandys Leistung mit bereitgelegten Ampelkarten zu bewerten.

Die Bremer Damen standen schon mehrfach und zu unterschiedlichen Anlässen auf der Kasch-Bühne. „Wir finden den Blauen Saal für unsere Darstellung ideal“, begründete Chorleiterin Martina von Ahsen wiederkehrende Besuche in Achim.

Der Saal habe eine angenehme Größe, ein schönes Ambiente, und man komme wegen der tragenden Akustik, die bis in die hinteren Ränge reiche, ganz ohne Mikro aus. „Das Kasch haben wir in sehr guter Erinnerung behalten“, erklärt die gebürtige Verdenerin, „nicht zuletzt wegen des Chor-interessierten Publikums in Achim.“

Ob Mandy ihre Prüfung besteht, bleibt am Ende offen. Aber sicher ist in diesem Fall, dass bei Friseurbesuchen Träume wahr werden können.

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