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Peppig-bunte Sessel bringen Wohlgefühl

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Von: Michael Mix

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Neu ist auch die Garderobe aus hellem Holz.
Neu ist auch die Garderobe aus hellem Holz. © -

Achim – Bis die katholische Kirche veraltete, unchristliche Strukturen ablegt, kann es noch dauern. Das Gemeindehaus von St. Matthias in Achim indes wirkt im Innern jetzt wie neu, auch wenn dieser Wandel natürlich viel einfacher zu vollziehen war als eine ganze Institution ein gutes Stück weit umzukrempeln. Der noch aus der Einweihungszeit des Gebäudes an der Meislahnstraße stammende Charme der 80er-Jahre mit dunklen Möbeln, Wänden und Decken ist verschwunden, schon im Eingangsbereich bieten bunte Sessel und neue Anstriche nun ein vollkommen anderes, einladendes Bild.

„Es ist alles viel heller und freundlicher geworden“, freut sich Angelika Hilken, Sprecherin der Arbeitsgruppe für die Gemeindehaus-Renovierung.

Schon lange hatten die Katholiken in Achim ihre Versammlungsstätte schöner, moderner machen wollen. Aber vorher setzte die Gemeinde mit Hilfe des Bistums in Hildesheim noch andere große Projekte in die Tat um. Hilken erinnert an die Erweiterung des Kindergartens 2015 und die Renovierung des Kircheninnenraums 2019. Nachdem das Gemeindehaus bereits 2017 eine neue Küche erhalten hatte, war dort nun der große Rest an der Reihe. In die Gestaltung der Räume flossen allerdings nicht nur Gedanken der zehnköpfigen Arbeitsgruppe ein, sondern auch Ideen von Studierenden.

Auf Initiative von Birgit Asmuß, Co-Sprecherin der AG, habe die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim für das Projekt gewonnen werden können, berichtet Hilken. Rund 20 Studierende aus den Fachbereichen Gestaltung und Innenarchitektur machten sich nach ihren Angaben im Wintersemester 2020 / 21 auf den Weg nach Achim, um das Gemeindehaus von St. Matthias eingehend zu betrachten. Und schon bald unterbreiteten die jungen Leute der AG eine Menge Vorschläge, wie die Räume deutlich ansprechender eingerichtet werden könnten. „Einen Teil davon haben wir umgesetzt“, sagt Hilken.

Die neue Einrichtung des Saals im Gemeindehaus kann sich sehen lassen. Angelika Hilken von der Arbeitsgruppe für die Renovierung ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Die neue Einrichtung des Saals im Gemeindehaus kann sich sehen lassen. Angelika Hilken von der Arbeitsgruppe für die Renovierung ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden. © Mix

Das Budget für das Vorhaben spielte dabei eine begrenzende Rolle. Während sich Asmuß um die „künstlerischen Aspekte“ gekümmert habe, „hatte ich die Finanzen im Blick“, betont Angelika Hilken. Ein Kostenoberrahmen von rund 90 000 Euro habe nicht überschritten werden sollen, lässt die Vorsitzende des Finanzausschusses des Pastoralrats der Gemeinde wissen. Dementsprechend seien Handwerksfirmen aus der Region damit beauftragt worden, das in die Jahre gekommene Haus auf Vordermann zu bringen.

Der Eingangsbereich wirkt jetzt modern und einladend.
Der Eingangsbereich wirkt jetzt modern und einladend. © -

In den vergangenen Monaten hätten die verschiedenen Gewerke dann ordentlich Hand angelegt. Ein Achimer Malerbetrieb, der bereits in der Kirche ganze Arbeit geleistet hatte, habe die braune Kiefernholz-Decke, die mobile Trennwand im Saal und die Fensterrahmen geweißt. Pinsel und Rolle ließen die versierten Kräfte außerdem über die Wände im Flur, in den Toilettenräumen, im Kellergang und im großen Saal sowie im Caritas-Büro gleiten. „Alles was vorher gelblich war, wurde sandfarben-beige gestrichen“, sagt Hilken. Darüber hinaus bekamen die Toilettenkabinen rote Farbe verpasst. Eine Verdener Firma schliff das Parkett im Saal ab und wachste dieses frisch.

Das Gemeindehaus von St. Matthias wurde Mitte der 80er-Jahre hinter der Kirche an der Meislahnstraße gebaut.
Das Gemeindehaus von St. Matthias wurde Mitte der 80er-Jahre hinter der Kirche an der Meislahnstraße gebaut. © -

Am augenfälligsten im „neuen“ Gemeindehaus sind gleich vorne im Foyer allerdings die drei knallig-bunten Sessel, die beim Besucher umgehend ein Gute-Laune--Gefühl hervorrufen. Die rot-blau-gelbe Sitzgruppe mit Beistelltischen und Stehlampe gibt es auch in einer Ecke im Saal, wo noch ein Sofa zum gemütlichen Verweilen einlädt. Im hinteren Teil des Raums stehen nun überwiegend klappbare Tische aus Buchenholz, die ebenfalls hellen Stühle, 80 Stück, haben anthrazit-dunkelblaue Bezüge, „passend zu den neuen beige-blaugrauen Gardinen“, erläutert Hilken.

Für die Renovierung mit Kosten von etwa 90 000 Euro zahlten das Bistum sowie die Bonifatiuswerke Hildesheim und Paderborn Zuschüsse in Höhe von insgesamt 24 000 Euro, den Rest trage die Gemeinde, informiert die Pensionärin, die früher als Diplom-Verwaltungswirtin für die Telekom tätig war. Das aufpolierte Haus, das auch für Treffen und Feiern von Leuten, die nicht zu St. Matthias gehören, zur Verfügung stehe, solle im Sommer offiziell eingeweiht werden.

Angelika Hilken hofft, dass dort bald nicht nur, wie derzeit, die Musikgruppe Alegria, ein Handarbeits- und ein Malkreis regelmäßig zusammenkommen. „Jetzt geht es darum, das Gemeindehaus wie vor Corona oder noch mehr mit Leben zu füllen.“

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