Modellbaubegeisterte treffen sich

Passion für Schiffe trifft historisches Interesse in Baden

Ehrenmitglied und Gastgeber Hans-Jürgen Paulun teilt die Schiffsmodellauleidenschaft mit vielen weiteren Besuchern wie Horst Stahmann und Hans-Peter Günther (von links).

Baden - Von Ingo Schmidt. Beim jährlichen Regionaltreffen des Arbeitskreises historischer Schiffbau präsentierten rund 40 Schiffsmodellbauer mindestens ebenso viele aktuelle Bastelprojekte und fertiggestellte Lieblingsstücke. „Wir fertigen keine Baukastenmodelle“, erklärt Initiator Hans-Jürgen Paulun, der am Samstag ins Badener Landhaus Wesermarsch eingeladen hatte, „sondern originalgetreue Modelle.“ Er selbst habe als Kind bereits mit Borkenschiffchen angefangen und sei schließlich bis heute der Leidenschaft Schiffmodellbau verfallen, erklärt der 86-Jährige. Mit der eigenen Seefahrtkarriere habe es leider nie geklappt.

Die Hobbymodellbauer beschäftigen sich nicht nur mit Bau und Rekonstruktion von Schiffstypen unterschiedlicher Epochen, sondern sie interessieren sich auch für das Schicksal eines Schiffes, betreiben Forschung und haben mitunter Bücher dazu veröffentlicht.

Der Verein, der 1962 in Köln gegründet wurde, als Arbeitskreis aber bereits ab 1950 als lockerer Zusammenschluss einzelner Gruppen bestanden hat, eint Seefahrt- und Modellbaubegeisterte aus ganz Deutschland und etwa 20 weiterer Nationen weltweit. International führende Schifffahrtsmuseen seien heute Mitglied im Arbeitskreis und greifen gerne auf die Erkenntnisse und Fertigkeiten der Akteure zurück: „Wir bauen in Museumsqualität“, erklärt Mitglied Horst Stahmann, „und so manche Modelle der Kollegen wurden von Museen eingekauft.“

Der Modellbauer aus Anderlingen bei Zeven hat ein im Bau befindliches Modell des Dreimastschoners „Cutty Sark“ zum Treffen mitgebracht. Der englische Teeklipper sei 1869 gebaut worden, stand lange Zeit unter portugiesischer Flagge, und wurde 1921 von Engländern zurückgekauft. Er baue immer an mehreren Modellen gleichzeitig und ein besonderer Reiz liege darin, die Entwicklung von Schiffstypen historisch-detailgetreu nachzustellen – beispielsweise von einer kleinen Flussgaleere bis hin zum römischen Hochseekriegsschiff.

„Die Treffen sind stets gut besucht“, erklärt Paulun, der seit mehr als 30 Jahren Modellbaukollegen nach Baden einlädt, „meistens sogar besser als die Jahreshauptversammlung.“

Die bastelbegeisterten Schiffsnarren tauschen Pläne und Bücher, stellen ihre Modelle vor oder helfen bei Problemen: „Wenn ich wissen möchte, wie eine Ladewinde auf einem Handelsschiff der vorletzten Jahrhundertwende ausgesehen hat, finde ich hier garantiert eine Antwort“, ist sich der ehemalige Abteilungsleiter einer Privatbank sicher. Auch wenn er Hilfe beim Bau benötige, beispielsweise bei Rettungsbooten, finde er hier Unterstützung.

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