Sozialausschuss befürwortet neues Betreuungsangebot

Pädagogischer Mittagstisch startet an Grundschule Uesen

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Der auf dem Gelände der Grundschule Uesen eingerichtete Hort deckt längst nicht den Bedarf von Eltern an nachschulischen Betreuungsplätzen für ihren Nachwuchs. Weil immer mehr Mütter berufstätig sind, werden weitere Angebote in Achim benötigt.

Achim - Weil es nicht genug Hortplätze gibt, richtet die Stadt Achim an der Grundschule Uesen mit Beginn des kommenden Schuljahres eine nachschulische Betreuung ein.

30 Kinder, 10 weniger als ursprünglich geplant, können den sogenannten Pädagogischen Mittagstisch montags bis freitags in der Zeit von 12.50 bis 14.50 Uhr besuchen. Für dieses Angebot, das solange bestehen bleiben soll, bis die Grundschule Uesen einen Ganztagsbetrieb hat, fehlen allerdings noch pädagogische Fachkräfte.

Nach kontroverser Diskussion stimmte der Sozialausschuss des Stadtrates am Mittwochabend im Ratssaal mehrheitlich für dieses neue Betreuungsmodell in Achim. Petra Geißler, Michael Pahl, Tanja Tarnowsky-Hoppmann (alle SPD), Silke Thomas (Grüne) und Michael Heckel (WGA), aber auch Karl-Heinz Lichter (CDU) unterstützten das Konzept. Dr. Petra Gölz und Seman Papazoglu (beide CDU-Fraktion) lehnten es ab, während sich Ingo Müller (FDP) der Stimme enthielt.

Eltern müssen für die nachschulische Betreuung ihres Nachwuchses einen monatlichen Beitrag von 42 Euro bezahlen, für Geschwisterkinder im Kita- und Grundschulalter nur die Hälfte. Dazu kommt eine Pauschale von etwa 40 Euro im Monat für das von einem Caterer angelieferte Mittagessen. Die Stadt Achim wendet für das zusätzliche Betreuungsangebot, bei dem die Kinder in drei „Zehnergruppen“ unter Aufsicht und Anleitung von jeweils einer pädagogischen Kraft die Hausaufgaben erledigen, Bewegungsaktivitäten nachgehen und spielen sollen, im kommenden Schuljahr rund 80.000 Euro auf.

Kritik an den Räumlichkeiten

Meike Wernwag, Leiterin der Grundschule Uesen, wiederholte in der Sitzung ihre Kritik, dass die dafür vorgesehenen beiden Räume im Kellergeschoss eher ungeeignet seien. Bis 12.50 Uhr hielten sich dort Dutzende Kinder auf, da gebe es keinen Platz für die Essensportionen. Die nachschulische Betreuung kollidiere mit der Verlässlichen Grundschule. Zudem hätten die dortigen pädagogischen Kräfte allesamt abgewunken, die zwei zusätzlichen Stunden am frühen Nachmittag zu übernehmen.

In diesem und in einem benachbarten Raum sollen die Kinder nach Unterrichtsschluss von pädagogischen Fachkräften betreut werden.

Wiltrud Ysker, Leiterin des Fachbereichs Bildung und Soziales in der Stadtverwaltung, sah das anders. Der Bringdienst könne das Essen auf der vorhandenen Küchenzeile abstellen. Und im Hinblick auf das noch fehlende Personal sei sie optimistisch, weil etliche Personen bis Juni einen Qualifizierungskurs zur pädagogischen Mitarbeit bei der Ländlichen Erwachsenenbildung durchliefen.

Ysker wies zudem das „in der Öffentlichkeit gestreute Gerücht“ zurück, dass es ein „Schimmelproblem“ in dem Trakt gebe. Der betreffende Raum sei 2014 gründlich saniert worden.

Dennoch müffele es dort gewaltig, sagte Gölz und sah Handlungsbedarf. Auch eine Mutter forderte in der Einwohnerfragestunde eine aktuelle Messung der Raumluft. Ysker hielt das für unnötig und auch für zu kostspielig.

Lösung wohl nicht optimal

Das gefundene Modell des Pädagogischen Mittagstischs sei „durchaus nicht optimal“, äußerte Silke Thomas. Aber es fange immerhin einen Teil des Betreuungsbedarfs im Ortsteil Uesen auf, gab die Grüne zu bedenken.

Petra Gölz schüttelte über die „Kompromisslösung“ den Kopf. Die „Enge und schlechte Luft“ in den Räumen könnten Folgen für die kindliche Entwicklung haben, meinte die Kinder- und Jugendärztin und fügte an: „Im Interesse der Eltern würde ich gerne zustimmen, im Interesse der Kinder werde ich nicht zustimmen.“

Ingo Müller vermisste das von der Stadtverwaltung „versprochene pädagogische Konzept“ für das Angebot. Andererseits, bemängelte der Liberale, seien die Personalkosten zu hoch angesetzt, denn es sollten ja keine Lehrkräfte eingesetzt werden.

Sozialdemokratin Tanja Tarnowsky-Hoppmann warnte davor, den Pädagogischen Mittagstisch „schon im Vorfeld zu zerreden. Er ist besser als nichts“. Die Anzahl der Betreuungsplätze von 40 auf 30 zu reduzieren, sei aufgrund der „kleinen Räume“ vernünftig.

mm

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