Lesung in voller St.-Laurentius-Kirche

Bestsellerautor Wolf widmet der Weserstadt eine Szene im neuen Krimi

Kaum ist sein neuer Roman im Handel erhältlich, gastierte Autor Klaus-Peter Wolf zur Lesung in der St.-Laurentius-Kirche. Fotos: schmidt
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Kaum ist sein neuer Roman im Handel erhältlich, gastierte Autor Klaus-Peter Wolf zur Lesung in der St.-Laurentius-Kirche. 

Achim - Von Ingo Schmidt. Zum Start seiner Lesereise präsentierte Klaus-Peter Wolf nach Station in Schortens am Samstagabend seinen neuen Roman „Ostfriesenhölle“ in Achim. Der Erfolgsautor, dessen perfide Krimigeschichten schon vielfach als Vorlage für Fernsehproduktionen gedient haben, war erneut einer Einladung der Buchhandlung Hoffmann gefolgt. In der prall gefüllten, ausverkauften St.-Laurentius-Kirche erheiterte er Hunderte Fans mit Anekdoten und Auszügen aus seinem inzwischen 14. Roman. Musikalisch begleitet wurde er auch dieses Mal von seiner Gattin Bettina Göschl, die Geschichten und Charakterstudien rund um die Romangestalten ihres Ehemannes vertont.

Mit Hochspannung erwartete die Fan-Gemeinde den neuen Fall für die Kommissare Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller, dessen Auftakt der Autor nach Langeoog verlegt. Auf einem Fahrradausflug kippt der 15-jährige Cosmo einfach um. Er krümmt sich und verdreht die Augen, so als wolle er in sich hineinschauen. Dann stirbt er in den Armen seiner Mutter. „Es hatte so viele Warnsignale gegeben. Sie hatte alle missachtet“, liest Wolf aus dem ersten Kapitel. „Cosmo hatte sich schon bei der Abreise elend gefühlt, und warum verlor jemand mit 15 so viele Haare?“

Die Mutter hegt einen Verdacht und glaubt, ihr Sohn sei von einem jungen Mann vergiftet worden. Die Brisanz: Jener junge Mann ist der Enkelsohn des niedersächsischen Innenministers. Ist er Täter oder Opfer? Die Ermittler stecken in der Klemme und greifen zu ungewöhnlichen Maßnahmen.

Gattin Bettina Göschl begleitet Anekdoten und Lesepassagen ihre Mannes mit selbstkomponierten Songs rund um Roman-Charaktere und Küstenatmosphäre.

Autor Wolf beschreibt in seinen Ostfriesenkrimis gerne Originalschauplätze und seine Protagonisten ähneln oft real existierenden Personen. Inzwischen war er bereits so oft zu Lesungen in der St.-Laurentius-Kirche, dass er auch Achim eine Seite gewidmet hat. Klaasen und Weller bringen den möglicherweise gefährdeten Innenminister von Hannover an die Küste. Auf dem Parkplatz der Achimer Kirche folgt die Übergabe an den Polizei-Komplizen Jörg Tapper, dem Inhaber des Cafés ten Cate, der den Politiker in der Stadt Norden verstecken soll.

Die Romane von Klaus-Peter Wolf faszinieren durch perfide Verstrickungen und überzeugende Echtheit und Originalität, die der Krimi-Dichter seinen Figuren einhaucht. Diese schaurige Authentizität, die Wolf laut seiner Frau auch beim Schreiben an den Tag legt, hat Bettina Göschl zu Songs inspiriert. Das gesummte Intro, das im Vorspann der TV-Produktionen zu hören ist und im „Ostfriesenblues“ mündet, bildete auch den Einstieg zu dieser Leseveranstaltung. Mit „Deine Insel“, „Wenn mein Mann einen neuen Krimi schreibt“ und „Mord im Ostfriesenexpress“ folgten drei weitere Musikproben.

Gastgeber Veit Hoffmann äußert sich gerne offen zu gesellschaftspolitischen Missständen. Seine Begrüßungsrede verknüpfte er aus gegebenem Anlass mit einem Appell: Ihm falle es zunehmend schwer, nicht zu verzweifeln, sagte Achims Unternehmer des Jahres 2019. Demokratie sei ein hohes Gut und sichere den Menschen Freiheit. Viele Menschen hätten dieses Privileg nicht und kämen deshalb zu uns. „Wir haben die Pflicht, dies zu verteidigen“, mahnte der Bücherexperte unter dem Beifall seiner Gäste. „Keine Chance den ewig Gestrigen, keinen Millimeter nach rechts.“

Die Veranstaltung in der St.-Laurentius-Kirche dient überdies dem guten Zweck. Erlöse aus dem Getränkeausschank kommen erneut der Bürgerstiftung Achim zugute. Einnahmen aus dem Verkauf von signierten Plakaten und Aufstellern verdoppelt die Buchhandlung als Spende an den Förderverein Stationäres Hospiz Norden.

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