Fülliger, satter, weniger schrill

Orgel der St.-Matthias-Kirche auch klanglich renoviert

Beim ersten Test der renovierten Orgel zeigt sich Kirchenmusiker Dr. Hans-Peter Mnich sehr zufrieden. Das freut wiederum Dietmar Frank, Chef der Orgelbaufirma Lobback. Etwa sechs Wochen dauerten die umfangreichen Arbeiten.
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Beim ersten Test der renovierten Orgel zeigt sich Kirchenmusiker Dr. Hans-Peter Mnich sehr zufrieden. Das freut wiederum Dietmar Frank, Chef der Orgelbaufirma Lobback. Etwa sechs Wochen dauerten die umfangreichen Arbeiten.

Achim – „Sehr schön, sehr präzise“, stellt der erfahrene Organist Hans-Peter Mnich sofort fest, als er probeweise die renovierte Kirchenorgel der katholischen St.-Matthias-Gemeinde bespielt. Diese Beurteilung freut Orgelbauer Dietmar Frank, Chef der renommierten Firma Lobback aus Büren bei Paderborn. Er schaut Mnich beim musikalischen Testlauf interessiert über die Schulter.

Pünktlich zum dritten Advent wird die 1964 von der Firma Führer aus Wilhelmshaven gebaute Orgel wieder komplett einsatzbereit sein und beim Adventsgottesdienst in der St.-Matthias-Kirche erklingen.

Rund sechs Wochen dauerte es, das 14-Register-Instrument wieder auf Vordermann zu bringen und dabei klanglich klar zu verbessern, erläuterte Mnich im Gespräch mit der Zeitung. Satter, fülliger und voluminöser würde es sich künftig anhören. Ein etwas schrilles Register für hohe Töne wurde durch ein angenehmer klingendes ersetzt.

Etliche technische Verschleißteile wurden laut Dietmar Frank ausgewechselt. So war die Tastatur schadhaft und ausgespielt. Die Pedal-Klaviatur musste ebenfalls „überarbeitet“ werden. Immerhin rund 57 Jahre habe das Instrument jedoch ohne Renovierung „treue Dienste geleistet“, betont der ausgebildete Kirchenmusiker Dr. Mnich, der beruflich als Arzt der Allgemeinmedizin zurzeit verstärkt im Verdener Impfzentrum arbeitet.

Sein großes Hobby war und ist das Musizieren. „Schon ab dem zwölften Lebensjahr habe ich Orgel gespielt“, erzählt der heute 67-Jährige. Regelmäßig gibt er auch Orgelunterricht und bildet andere Kirchenmusiker aus. Seit 1989 kennt er sich mit dem Instrument in der St.-Matthias-Kirche genau aus. Im vorigen September wurden alle Orgeln des Bistums Hildesheim einer offiziellen Inspektion unterzogen und dabei Zustand und Klangqualität untersucht. Der Regionalkantor aus Celle besuchte aus diesem Anlass auch die Achimer Gemeinde.

Mnich hatte unter anderem als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Kirchenmusik in Achim auf den Renovierungsbedarf hingewiesen, ein Gutachten dazu veranlasst und sowohl Pastor Sebastian Chencheril als auch den Pastoralrat von St. Matthias überzeugen können, das Vorhaben anzupacken. Drei Angebote gingen ein, und Lobback machte mit seiner 25 000-Euro-Komplettofferte das Rennen. Erneuerungen der Elektrik und des Arbeitsbodens der Orgel, Grundreinigung, Verbesserung der Verbindungen zwischen Pfeifen, Austauschen des Grundregisters und mehr gehörten mit zum Paket. „Es wurde zu einem fairen Preis gute Arbeit geleistet“, bescheinigt Mnich der Fachfirma. Neue Pfeifen kamen hinzu, um Lücken zu schließen und den Klang besser auf den Kirchenraum abzustimmen. Sogar Orgelwerke aus der Romantik könnten auf dieser Orgel nun gespielt werden.

Es fanden sich zudem Sponsoren, die mit teils großzügigen Beträgen das Vorhaben unterstützten, freut sich Hans-Peter Mnich. Der Kirchenmusik-Förderverein gehörte maßgeblich dazu. Die Kostenbelastung für die St.- Matthias-Gemeinde selbst reduzierte sich auf diese Weise, bleibt aber noch im fünfstelligen Bereich.

In normalen Zeiten wäre der Ansturm zur Orgelpremiere am dritten Advent vermutlich riesig und die Kirche bis zum letzten Platz gefüllt. Aus bekannten Gründen wird das jetzt nicht möglich sein, doch die besondere vorfestliche Atmosphäre muss ja nicht eingeschränkt werden.

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