Optimierungsbedarf bei Flexibilität und Fortbildung

Startklar befragt Mitarbeiter von regionalen Betrieben zu deren Zufriedenheit

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Das Startklar-Team für das „Unikat“-Projekt (v.l.): Anke Tielker, Patricia Deroubaix, Erhard Hackbarth, Min von Cramer, Dr. Thomas Mill, Susanna Suhlrie, Ralf Berg und Claus von Cramer.

Verden - Wie sieht es aus mit der Mitarbeiterzufriedenheit aus in den Unternehmen? Was läuft gut und was ist verbesserungswürdig? Um dies zu erfahren, haben die Berater von Startklar in Verden im Rahmen des EU-geförderten Projektes „Unikat“ die Mitarbeiter von 17 aus insgesamt 33 teilnehmenden Betrieben aus Handel, Handwerk, Gewerbe, Gesundheit und Dienstleistung in den Landkreisen Verden und Osterholz befragt.

Inzwischen sind die in die Themenfelder Organisation, Personalentwicklung, Außenauftritt, Unternehmenskultur, Gesundheit und Mitarbeiterführung gegliederten Fragebögen ausgewertet. Eine Zusammenfassung der umfangreichen Ergebnisse zeigt, dass an etlichen Punkten durchaus noch Luft nach oben ist.

Das von Min von Cramer entwickelte und im Rahmen des Fachkräftebündnisses Elbe-Weser durch die EU, das Land Niedersachsen und die Landkreise Osterholz und Verden geförderte Projekt, bietet regionalen Unternehmen eine professionelle Prozessberatung und weist ihnen Möglichkeiten maßgeschneiderter personalpolitischer Strategien auf. „Unikat“ gibt ihnen damit ein Handlungsinstrument, um primär dem Fachkräfte- und Nachwuchsmangel offensiv entgegenzutreten.

Projektleiterin Min von Cramer verdeutlicht, dass insbesondere der demografische Wandel den einst sicheren Mechanismen der Fachkräftesicherung immer häufiger einen Strich durch die Rechnung mache. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen hätten bei der Suche nach Fachkräften sowie nach geeigneten Auszubildenden zunehmend Probleme. „Je nach Branche bleiben heute viele Stellen bereits unbesetzt. Aber Unternehmen, die ihre Werte kennen und es schaffen, diese nach innen und nach außen zu leben, werden passende Mitarbeiter anziehen und vor allem eins, sie auch halten können.“

Die Ergebnisse der Umfrage sind daher für von Cramer ein wichtiger Richtungswegweiser für die teilnehmenden Unternehmen, da sie die aktuelle Stimmung der Mitarbeiter spiegelten. Beispielsweise zeige sich, dass diese mehrheitlich das sozial-kollegiale Zusammensein an ihrem Arbeitsplatz positiv bewerteten, dass eine gute Arbeitsatmosphäre in den Betrieben für sie hoch im Kurs stehe und dass sich das Gros der Befragten durchaus vorstellen kann, auch in zwei Jahren noch im selben Unternehmen zu arbeiten.

Auf der Sollseite sprächen sich die Befragten beispielsweise für ein Mehr an Flexibilität und für umfangreichere Angebote für berufliche Fortbildung aus oder sie übten Kritik an den Führungsqualitäten von Vorgesetzten. Auch dezentrale und streng strukturierte Arbeitsweisen in den Unternehmen fänden bei den Befragten keine Zustimmung. Zudem wiesen die Ergebnisse in Teilen eine stagnierende Entwicklungsdynamik in den Unternehmen auf. Das sind natürlich nur sehr wenige Ergebnisse aus der Umfrage, für die von insgesamt ausgegebenen 1079 Bögen am Ende 641 ausgefüllt und ausgewertet wurden. Ein weiteres Projektziel von Startklar ist jetzt, in den Dialog mit Beschäftigten und Führungskräften zu treten. „Hier ist vieles denkbar, um die Zukunftsfähigkeit der teilnehmenden Betriebe zu sichern“, so von Cramer. „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass es viele Bereiche gibt, in denen die Mitarbeiter vorwiegend zufrieden sind. Dennoch gibt es in den meisten Unternehmen auch Felder, in denen wir Optimierungsbedarf sehen.“

Als nächster Schritt werden jetzt die Stärken und Schwächen sowie die Ziele der Teilnehmer analysiert und individuelle Aktionspläne mit Workshops, Coaching und mehr erstellt. Diese, so Min von Cramer, sollten dann möglichst zeitnah umgesetzt werden. 

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