Oliver Benkel gibt Pub nach 21 Jahren ab und macht bald auf Mode

Berufswechsel mit der Katakomben-Fledermaus

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Oliver Benkel (li.) hat die „Katakomben“ an Michaela und Fiete Hermanski verkauft.

Achim - Von Manfred Brodt. Die „Katakomben“ in der Achimer Fußgängerzone sind nicht nur ein zum Wohlfühlen eingerichteter Pub, sondern mit den regelmäßigen Livekonzerten internationaler Künstler auch eine kulturelle Institution in Achim geworden. Nun gibt Oliver Benkel nach 21-Jahren Katakombenzeit das Lokal an das Ehepaar Fiete und Michaela Hermanski ab.

Entstanden ist die Location, wie man heute neudeutsch sagen würde, 1986 mit dem Bau des neuen Speichers, der mal ein blühendes Geschäftszentrum werden sollte. In den tiefgelegenen Räumen hatte man damals den Achimer Weinkeller eingerichtet, der sich aber nicht lange hielt und dem ein jugoslawisches Restaurant nachfolgte.

1992 starteten dann in den Räumen „Die Achimer Katakomben - Die Bierhöhle“. Nachdem der Diplom-Ökonom Oliver Benkel dort schon kellneriert hatte, übernahm er 1994 selbst die Katakomben, benannte die Bierhöhle aber um in den „Musikkeller“. Dem Titel entsprechend änderten sich auch das Programm und das Publikum.

Seit 1994 bot der Achimer Benkel einmal im Monat Livemusik, seit gut fünf Jahren auch zweimal im Monat mit den Auftritten internationaler Musiker und Liederschreiber bei den „Songs-and-Whispers-Konzerten“ und einem weiteren Liveabend. Rock, Pop und Folk hört man in den Katakomben, keine Titel aus den Charts, Disco- und elektronische Musik, wobei das Publikum alle Altersjahrgänge von 17 bis 70 umfasst.

Mit der City-Sommerparty und der Himmelfahrtsfete folgten auch Freiluftvergnügen. Oliver Benkel hat es riesigen Spaß gemacht, weshalb er viel länger in seinen Katakomben geblieben ist als einst geplant.

Aber warum hört der als Gastronom so erfolgreiche Diplom-Ökonom nun auf? Oliver Benkel (48): „Weil ich mir fest vorgenommen hatte, vor dem 50. Lebensjahr noch einmal etwas ganz anderes im Leben zu machen und nicht nur Keller und Kneipe.“

Das macht er nun, indem er das Modelabel o‘benkel und die Firma Benkel-Textil gegründet hat. Er will Modekleidung entwerfen, produzieren und verkaufen (lassen). Die Ideen für die Kleidung entstehen in seinem Kopf, andere von Designern und Textilfirmen bis Textilläden und Online-Shops sollen dann in seinem Auftrag produzieren und die Textilien an den Mann und die Frau bringen. Für die Firma steht die Katakomben-Fledermaus als Logo, wobei es nicht leicht war, sich von den Fledermäusen weniger anderer renommierter Firmen abzuheben und auch Millionenklagen abzuwenden. Es ist gelungen. Der Berufswechsel geschieht also mit Hilfe der Fledermaus vor schwarzem Hintergrund.

Mit Michaela und Fiete Hermanski, die aus Hamburg und dem Landkreis Rotenburg nach Achim gekommen sind und auch schon von der Dachdeckerei lebten, hat Benkel Nachfolger gefunden, die die Katakomben als Gäste schon kennen und schätzen gelernt haben. Sie wollen das Erfolgsrezept zunächst nicht ändern und alles einschließlich der Konzerte so fortführen wie bisher. Lediglich vom 11. bis 15. Oktober wollen sie den Pub etwas aufmöbeln, sprich renovieren.

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