„Ohrwurm“ bleibt Dauerbrenner

Streit über Musikbühne in der City

Achim - Bei künftigen Planungen für die Achimer Innenstadt soll auch die Idee des „Achimer Ohrwurms“ mitberücksichtigt werden. Das hat der Achimer Stadtrat mit 20 Stimmen der SPD, Grünen und WGA gegen CDU, FDP und Linke beschlossen. Der Achimer Ohrwurm hieß bis dahin „Musikmuschel“.

Es handelt sich um die Idee, eine feste oder recht mobile Musikbühne für die Innenstadt anzuschaffen, um dort spontan die verschiedensten Akteure Musik machen zu lassen, neue kulturelle Akzente in der City zu setzen und dort eine neue Stadtidentität zu schaffen, wie Wolfgang Mindermann es formulierte.

Die Idee wurde im städtischen Internet-Forum Achim-Dialog geboren und dort von 75 Prozent befürwortet. Das sind sechs von neun Abstimmenden.

So eine Bühne fehle, wird da argumentiert, und eine in der Lahofhalle gelagerte mobile Bühne müsse erst aus ihren Einzelteilen zusammengesetzt, teuer und zeitaufwendig transportiert werden, was zu umständlich sei und dazu führe, dass sie kaum genutzt wird.

Die Gegenargumente im Stadtrat kamen allerdings geballt. Vor allem die zunächst genannten Kosten von 280 000 Euro schreckten viele. Silke Thomas von den Grünen, zugleich Managerin im Kulturhaus Alter Schützenhof, unterstrich, mit dem Hinstellen einer Bühne sei es nicht getan. Da müsse personell mehr dahinter stehen.

Fragwürdiger Treffpunkt?

Volker Wrede (CDU) übernahm gar eine frühere Argumentation des Linken Klaus Blauert, dass an dieser Musikbühne sich dann nur Sprayer, Obdachlose und Drogensüchtige einfinden würden.

Für den kulturbeflissenen Rüdiger Dürr (CDU) ist die Forderung ein klarer Fall von viel Herz und wenig Verstand.

Die Ratsmehrheit will dennoch die neue Idee nicht versanden lassen und bei der Neugestaltung des Bibliotheksplatzes, des Quartiers zwischen Herbergstraße, Achimer Brückenstraße und Obernstraße sowie des Bereichs rund um den Schmiedeberg-Kreisel im Auge behalten.

Hans Baum (FDP) hatte gewarnt, so die Stadtplanung zu überfrachten. Wenn so die Idee beerdigt werde, sei das auch nicht demokratisch.

Wenn 33 Prozent nur eine Stimme sind

Auf Achim-Dialog war übrigens schon einmal über neue Pläne für die Umgestaltung des Bibliotheksplatzes abgestimmt worden. 33 Prozent waren damals dafür, 33 Prozent dagegen und 33 Prozent enthielten sich. In absoluten Stimmen: Eine dafür, eine dagegen und eine Enthaltung. So sieht die gepriesene Online-Bürgerbeteiligung in Achim auch aus.

mb

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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