Pino Polimeno zeigt „Luoghi della memoria – Orte der Erinnerung“

„Ohne Erinnerungen keine schöne Zukunft“

Plastikrosen an einer Hauswand: Auch das sind Erinnerungen des Künstlers, der seine Kindeheit in Süditalien verbrachte und heute in Oldenburg lebt. Fotos: Hägermann

Achim - Von Bernd Hägermann. Kindheitserlebnisse prägen das ganze Leben. Bewusst oder unbewusst sind sie immer gegenwärtig. Der Künstler Pino Polimeno gibt seinen Erinnerungen an frühere Tage bewusst Form und Gestalt.

Geboren in Belgien zog seine Familie in der 1960er-Jahren zurück in die süditalienische Heimat. Es sind dort die Menschen, die Gebäude mit ihren Räumen und die dörflichen Schauplätze, die Polimeno in seinen Arbeiten bildhaft wieder zum Leben erweckt.

Am Donnerstagabend eröffnete der Künstler in der Bremischen Volksbank Achim seine Ausstellung unter dem Titel „Luoghi della memoria – Orte der Erinnerung“, die Bezüge aus der Vergangenheit interpretiert und sie gleichsam aktualisiert. Bankvorstand Detlev Herrmann und Geschäftsstellenleiterin Ute Gajus begrüßten die Gäste der Vernissage.

Herrmann zeigte sich erfreut über den „Rekordbesuch“ und vermutete als Grund dafür eine große Fan-Gemeinde des Künstlers. Gajus erzählte indes, wie sie Pino Polimeno auf einer Kulturveranstaltung kennengelernt hatte und schnell zum dem Schluss kam: „Pino muss bei uns in der Bank ausstellen.“

Und der Künstler selbst? Der gab sich bescheiden, aber auch ein wenig kokett: „Ich habe überhaupt keine große Fantasie.“ Die reicht immerhin für kleinteilige und akkurat gearbeitete Werke, die als räumliche Reminiszenzen von origineller Kraft verstanden werden können.

Außerdem gelingt es Pino Polimeno, interessante Geschichten zu erzählen. Die handeln von Nonnen, von schönen, aber sehr katholischen Frauen, von Duschen, die nicht länger als zehn Sekunden genutzt werden können, vom einzigen Kino, in dem Filme mit Mastroianni oder der Loren nicht auf dem Programm stehen und schon gar solche nicht von Fellini oder von dem Fußballplatz. Und Polimeno weiß: „Hinter Türen kommen viele Dinge zu Tage.“ Es befinden sich dort häufig „Schätze“ für künstlerische Projekte.

Kindliche Universen scheinen immer groß und grenzenlos. Bei Polimeno ist das nicht anders. Die Stationen seiner Kindheit sind wie Wegmarkierung, sie geben Orientierung für die Zukunft und liefern Anhaltspunkte für Wiedererkennungen.

Pino Polimeno, der in Kalabrien an der Akademie der schönen Künste studierte und heute in Oldenburg lebt, sagt: „Ohne gute Erinnerungen gibt es keine schöne Zukunft.“

Die Ausstellung dauert bis Mitte Mai. Sie ist während der Servicezeiten der Bremischen Volksbank an der Achimer Brückenstraße zu besichtigen.

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