Verleihung im Rathaus

Achimer Ehrenpreis 2018: „Ohne Ihr Engagement wäre die Gesellschaft eine andere“

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Bürgermeister Rainer Ditzfeld (hinten links) und der Ratsvorsitzende Bernd Junker (hinten rechts) mit den Ehrenamtspreisträgern 2018.

Achim - Von Sandra Bischoff. Martina Isensee, Rudi Knapp, Finn-Niklas Gerken sowie die Groenfingers, der Verein Kommunales Kino und das Orga-Team I-Run haben Mittwoch Abend im Rathaus den Achimer Ehrenpreis 2018 erhalten.

„Achim besteht nicht nur aus Stein und Mörtel, sondern vor allem aus Menschen. Menschen wie Sie, denn ohne Ihr Engagement wäre die Gesellschaft eine andere“, sagte Bürgermeister Rainer Ditzfeld. Das sah auch der Ratsvorsitzende Bernd Junker so: „Ich bin froh, dass es euch gibt, denn ohne euch gäbe es vieles nicht.“

Zahlreiche Gäste aus Politik und Vereinen wohnten der Feierstunde am Internationalen Tag des Ehrenamts im voll besetzten Ratssaal bei. Für die musikalische Untermalung war die Crazy Chor Company zuständig, die vor allem mit Liedern von Udo Jürgens wie „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“ und „17 Jahr, blondes Haar“ für gute Stimmung sorgte. 

Und auch eine prominente Puppe aus Hamburg meldete sich zu Wort: Der gebürtige Achimer Detlef Wutschik ließ seine Figur Werner Momsen per Videobotschaft ein kurzes Statement zum Thema Zivilcourage geben. „Der Egoismus nimmt zu, aber allein kann man in der Welt nicht leben, nicht in Mahndorf und nicht in Etelsen. Schön, dass Sie gut zu anderen sind, hören Sie bitte nicht damit auf!“

Zahlreiche Gäste waren zur feierlichen Verleihung des Ehrenamtspreises ins Rathaus gekommen.

Bewegende Worte fand Thomas Rehak, der die Laudatio auf Finn-Niklas Gerken hielt. Gerken, der seit einem Unfall im Rollstuhl sitzt, erhielt den Ehrenpreis für sein Engagement bei der Feuerwehr und der DLRG. „Ich spreche zu dir als jemand, der von dir gelernt hat“, sagte sein ehemaliger Klassenlehrer. Er würdigte Gerken als „Realist im besten Sinne“ und als jemand, der „Unglaubliches vollbracht und Schreckliches erlebt“ hat. „Der Preis wird dir deinen Alltag nicht erleichtern, aber du bist ein Vorbild.“ Gerken nutzte die Gelegenheit und appellierte an die Zuhörer, sich zu engagieren. „Schaut in die Vereine und helft, wo ihr helfen könnt.“

Max Radtke von der Feuerwehr Uphusen zeichnete ein Bild von Preisträgerin Martina Isensee, die nie Mitglied bei den Brandschützern war, aber sich über Jahre maßgeblich für die Nachwuchsförderung bei der Feuerwehr eingesetzt hat. „Dein Privatleben hast du einige Male für die Jugendförderung zurückgestellt, und ich bin mir sicher, dass wir nicht so viele engagierte Feuerwehrleute hätten, wenn es dich nicht gegeben hätte.“

Engagement für Einzelhändler

Sein ehrenamtliches Engagement für die städtischen Einzelhändler brachte Rudi Knapp den Ehrenamtspreis ein. „Er hat Leute in die Stadt geholt, die sonst nie einen Fuß hierher gesetzt hätten“, sagte Laudator Jens Buse. Knapp erklärte, er sei stolz und glücklich, dass sein Einsatz gewürdigt werde. Auch wenn sein Enkel manchmal frage: „Wo ist Opa? Muss er heute schon wieder Achim retten?“.

Gerhild Schröder, Helene Niemeyer und Helmut Aucamp kümmern sich als die Groenfingers um eine grüne Innenstadt. „Ich weiß nicht wie Achim aussehe, wenn ihr das nicht machen würdet“, sagte Bürgermeister Ditzfeld, der für die erkrankte Laudatorin eingesprungen war. Gerhild Schröder bezeichnete sich und ihre beiden Mitstreiter humorvoll als „drei Rentner, die langsam auf die 80 zugehen“. Sie regte an, die Verschönerung der Innenstadt aus diesem Grund künftig gemeinsam anzupacken und appellierte an die Unternehmergemeinschaft Achim und die Stadtverwaltung, sich einzubringen.

Das Team, das einmal im Jahr den Inklusionslaufs I-Run organisiert, bringe Menschen in Bewegung, erklärte Laudator Carl-Georg Issing von der Stiftung Waldheim. „Sie wirken mit ihrem Engagement darauf hin, dass ein Miteinander von Behinderten und Nicht-Behinderten selbstverständlich wird.“ Ingrid Heger bedankte sich im Namen des Teams für den Preis, ließ es sich jedoch nicht nehmen, für bessere Sportplätze zu werben. „Ich sehe großen Bedarf an vernünftigen Plätzen und habe die Vision, dass neben dem neuen Freibad bald ein attraktives Sportzentrum mit einer 400-Meter-Tartanbahn entsteht“, erklärte sie und erhielt tosenden Beifall.

Die einzige Möglichkeit, in Achim öffentlich Filme auf Leinwand zu sehen, biete das Kommunale Kino, sagte Laudator Thomas Schäffer von der Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen Nordmedia. Mehr als 100 Vorführungen hätte das Team 2017 organisiert und damit einen großen kulturellen Beitrag für die Stadt geleistet.

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