„Offene Bühne Vol. 17“ überrascht mit innovativen Instrumenten und Musikstilen

Lottes Akkordeon und Friesenrock aus Opas Stube

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Die Überraschung des Abends: Lotte aus Bremen.

Achim - Es war ein Abend der Überraschungen – das betraf sowohl die ungewöhnliche Wahl der Instrumente als auch die kontrastreichen Musikstile, die das Publikum bei der 17. Ausgabe der „Offenen Bühne“ im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) serviert bekam. Dazu gehörte auch die Erkenntnis, dass Neues nicht bei allen Zuhörern Anklang findet. Das jedenfalls ergab die finale Abstimmung im gut gefüllten Großen Saal nach dem Prinzip: Der lauteste Applaus krönt den Sieger des Abends. Bei der Friesenrock-Combo „Opas Stube“ schlug das Applausometer, diesmal behelfsmäßig von Tontechniker DJ Öli bedient, am stärksten aus.

Zuvor hatte eine junge Bremer Band namens Lotte das Publikum in Staunen versetzt. Das Trio spielte Eigenkompositionen, die zwar fast gänzlich melancholisch daherkamen, aber durch ihr innovatives Arrangement herausstachen. Angefangen bei einem Intro auf der E-Gitarre, bei dem sich Leadgitarrist/Kontrabassist Jakob Fraisse der Fingerpicking-Technik bediente, die man sonst eher aus dem Hard-Rock- und Heavy-Metal-Bereich kennt. Die epischen Songs mit englischen Texten drehten sich meist um gescheiterte Beziehungen und die Hoffnung, dass ein Ende immer einen Neuanfang birgt. Mit dem Titel „Let Your Garden Grow“ schlugen Lotte denn auch etwas positivere Klänge an, untermalt mit Kontrabass und Akkordeon (gespielt von Sänger Jan Grosfeld), ein Instrument, das zur Zeit offenbar ein Bühnen-Revival erlebt. Das haben im Kasch schon kürzlich die Irish Bastards und die Bryats Band gezeigt.

Dem mehrstimmigen Gesang, ebenfalls eher selten auf der „Offenen Bühne gehört, verhalfen die Ukelalas aus Bremen zur Geltung. Wandlungsfähig zeigten sich dabei die sieben jungen Frauen und vier Männer unter Leitung von Jörg Albrecht. Sie beeindruckten – obgleich in den Höhen nicht immer lupenrein – besonders in den rhythmischen Passagen. Das galt für Rammsteins „Engel“ genauso wie für die „Sweet Dreams“ der Eurythmics. Zum Country-Song „Miss Me When I‘m Gone“ kamen gar Plastikbecher als Perkussionsinstrumente zum Einsatz. Singen und zugleich Rhythmen erzeugen? „Hammerschwer“, kommentierte Moderatorin Ute Barth-Hajen aus eigener Erfahrung und ermunterte: „Es können sich gern mehr Chöre bei uns bewerben!“

„Lassen“, die musikalisch zwischen Kraftklub und den Ärzten angesiedelt sind, überraschten mit einem charismatischen, wortgewandten Sänger (Lutz Dammerhammer), der auch noch gleichzeitig (ein digitales) Schlagzeug bediente. Wobei das Trio mit „Wir sind dafür“ augenzwinkernd eine Lanze für eine positive Lebenseinstellung brach und in „Lied“ den Rat erteilte, sich von Altlasten jeglicher Art lieber heute als morgen zu befreien.

Ein Proberaum mit gemütlichen alten Sesseln in der Wahlheimat Kirchlinteln war Namensgeber für die ursprünglich aus Friesland stammende Formation „Opas Stube“. Das Quintett mit klassischer Bandbesetzung (samt Keyboard) präsentierte eingängige Eigenkompositionen, als Leitmotiv immer die Sehnsucht nach dem Meer. Ob „Wal“, eine Ode an den Meeressäuger, Gedanken übers Heimkehren („Ist es schon so lange her?“) oder die Feststellung „Der Wind dreht, wenn Sturm aufkommt“ – dem Publikum gefiel‘s.

Übrigens: Das „Offene Bühne“-Team nimmt gerne Bewerbungen für den nächsten Konzerttermin am 31. Mai entgegen, per E-Post mit Foto, kurzer Info und Demo an: offenebuehne@kasch-achim.de

ldu

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