Runde Session mit verrückter Vielfalt

30. Offene Bühne mit Liedermacher-Sound und Rap, Keller-Rock und sphärischen Klängen

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Sandra Otte überzeugte auf der „Offenen Bühne“ und sicherte sich die Gunst der Zuschauer mit liebevoll arrangierten deutschen Texten.

Zur inzwischen 30. Session im achten Jahr hatte am Dienstagabend das Offene-Bühne-Team ins Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) eingeladen. Das Erfolgskonzept bietet Konzertneulingen die einzigartige Gelegenheit, sich vor Publikum zu präsentieren.

Achim - Einzige Voraussetzung: Die Bewerbung der Musiker hat den Initiatoren gefallen und die Stücke sind allesamt selbst geschrieben. Die Gäste zahlen keinen Eintritt, werfen stattdessen eine freiwillige Spende in den großen Hut – dafür liefern sie in der Regel bereitwillig und anerkennend Beifall, auch wenn die Bühnen-Performance eines Künstlers nicht optimal verlaufen ist. Rund 60 Zuschauer waren dem Aufruf gefolgt und erwarteten mit Spannung ein abwechslungsreiches Programm mit vier Darbietungen.

Den Auftakt lieferte die Bremer Singer-Songwriterin Sandra Otte. Ihre Texte nehmen menschliche Marotten ins Visier, in denen die Zuhörer sich selbst oder andere wiedererkennen können. Das Lied „Ich weiß da was“ behandelt die virale Verbreitung von Hörensagen und Gerüchten und in „Boah“ platzt ihr leicht der Kragen wegen ganz banaler Dinge. Das Stück „Es ist wie’s ist“ besteht nur aus pfiffig verknüpften Floskeln, Redewendungen und Bauernregeln.

Anschließend präsentierte Nick alias roughinesse eingängige, manchmal melancholische Hip-Hop-Songs aus seiner Lebenswirklichkeit als blinder Musiker. Anfängliche technische Probleme des Bühnenpartners Horst mit der Gitarre überbrückte der Hamburger spontan mit einem improvisierten Rap über die merkwürdige Situation. Danach überzeugte er mit Titeln wie „Vieles geht verloren“ oder „Ähnliche Wege“ und „Freestyle“ als eine Hommage an das Kasch.

Das Applausometer hat gesprochen – Sandra Otte, die vier Jungs von Highway Six, Otto Maier und Horst (von links) warten auf das Ergebnis.

Nach einer Pause führte „Dr. OM“ (Otto Maier) sein Publikum 20 Minuten lang in die sphärische Klangwelt des Hang, einer Art verbeulter Schildkrötenpanzer aus Blech, mit dem der Bremer Klangkünstler genau acht Töne erzeugen kann. Entlang eines Grundthemas vollführte er allein mit seinen Händen aber ein variantenreiches Hörerlebnis.

Danach brach über Achim das meteorologisch vorausgesagte, aber bis dahin ausgebliebene, Donnergrollen herein: Die Musiker der Alternative-Rock-Band „Highway Six“ aus Bremen strapazierten die Ohren ihrer Gäste mit allerlei Tönen, die nicht so richtig zusammenwirken wollten. Ihre selbstverfassten Kompositionen heißen „Sky“ oder „Elevator“ und sind dem Auf und Nieder eines Fahrstuhls nachempfunden. Mit dem letzten Stück „Crazy“ (so hätte man den gesamten Auftritt betiteln können) erlösten sie das Publikum, das dennoch brav und gleichfalls laut Applaus spendierte.

Die abschließende Applausometer-Messung kürte Sandra Otte zur Siegerin des Abends, die mit „Besserwisser“ ein weiteres Beispiel ihrer Kunst ablieferte, und sich über eine Einladung zum Weihnachts-Special freuen konnte.

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