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Ökologischer Schub für „tote Fläche“ in Achim

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Von: Michael Mix

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Der Scheefmoorgraben am Nordhornsberg führt nur wenig Wasser und fällt im Sommer oft trocken.
Der Scheefmoorgraben am Nordhornsberg führt nur wenig Wasser und fällt im Sommer oft trocken. © duncan

Achim – Die Stadt Achim will mit Hilfe des Leader-Programms der EU, das Fördermittel für nachhaltige Projekte in ländlichen Regionen in Aussicht stellt, den Klima- und Umweltschutz voranbringen. Flächen am Nordhornsberg sollen ökologisch aufgewertet und energetisch genutzt werden. Zwei Ideen dazu von Michael Schröter fielen im Bauunterhaltungs- und Umweltausschuss am Montag auf fruchtbaren Boden und wurden einhellig befürwortet.

Der Grüne hatte in der Sitzung vorgeschlagen, über „Leader“ den Scheefmoorgraben zu renaturieren, diesen in ein „bachartiges Gewässer“ zu verwandeln, und auf 8,5 Hektar „ökologisch total toter“ landwirtschaftlicher Fläche mittels Fotovoltaik Sonnenenergie einzufangen, um damit, „zusätzlich gekoppelt mit Windkraft“, eine Menge Strom und Wärme auf saubere Art zu erzeugen.

Der Anstoß dazu kam in gewisser Weise, aber eher indirekt und zum Teil unfreiwillig, von Johann Meyer, der mit der CDU im Stadtrat eine Gruppe bildet und Ackerland in dem Gebiet bewirtschaftet. Dieses leide zunehmend unter Dürre, die Getreideerträge auf den 8,5 Hektar seien eingebrochen, weil der Trinkwasserverband Verden dort viel zu viel kostbares Nass dem Boden entziehe. Als weitere Ursachen der Misere benannte der Landwirt die großflächige Versiegelung im Industrie- und Gewerbegebiet Achim-Ost sowie Straßen nahezu ohne Grünstreifen an den Seiten, sodass Niederschläge rasch versickerten.

Meyer hatte deshalb bei der Stadt „eine grundsätzliche Richtungsentscheidung zum zukünftigen Umgang mit Wasser“ beantragt. Und darüber hinaus gefordert, dass der von der Landesregierung in Hannover für den Klimaschutz verfolgte „massive Ausbau“ von Fotovoltaik auf Äckern für Achim, wo landwirtschaftliche Flächen ohnehin rar gesät seien, „unbedingt verhindert“ werden müsse. Dafür stünden im Stadtgebiet genügend geeignete Dächer zur Verfügung.

„Der Scheefmoorgraben fällt zunehmend trocken, die Wasserhöhe beträgt gerade mal noch 20 Zentimeter“, bekräftigte Johann Meyer in der Sitzung seinen Vorstoß in der Sache. Schuld daran sei vor allem der Trinkwasserverband, der das Gebiet immer stärker ausbeute. Ziel müsste es aus Sicht von Meyer sein, den Wasserstand des Scheefmoorgrabens auf einen halben Meter hochzubekommen. „Sonst geht uns der gesamte Waldbestand am Nordhornsberg verloren.“

Nein, der Trinkwasserverband habe die Fördermenge am Wittkoppenberg in den vergangenen Jahren nicht erhöht, widersprach ihm Ines Wolpmann. Die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung erteilte auch Meyers Ansinnen, den Scheefmoorgraben mit gereinigtem Abwasser aufzufüllen, eine Absage. „Das ist nicht erlaubt, da es sich um ein Trinkwasserschutzgebiet handelt.“

Fotovoltaikanlagen, sprach Wolpmann das andere Anliegen des Antragstellers an, sollten dem Landesraumordnungsprogramm zufolge vornehmlich auf Gebäuden errichtet werden. „Aber auch auf ertragsarmen landwirtschaftlichen Flächen.“

Die trockenen Äcker am Nordhornsberg verursache nicht der Trinkwasserverband, sondern diese seien in erster Linie Folge der Klimakrise, sagte Werner Meinken (SPD). „Wir müssen global massiv CO2 einsparen.“ In einem Punkt gebe er Johann Meyer aber Recht. „Das Oberflächenwassermanagement müsste verbessert werden.“

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