Karl-Heinz Lichter war 30 Jahre politisch aktiv

Öfter Finger in die Wunde gelegt

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat kommt bei Karl-Heinz Lichter keine Langeweile auf. Er ist nach wie vor vielfach aktiv. Und auch der Garten will mitunter zu seinem Recht kommen.
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Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat kommt bei Karl-Heinz Lichter keine Langeweile auf. Er ist nach wie vor vielfach aktiv. Und auch der Garten will mitunter zu seinem Recht kommen.

Achim – Alles begann 1990 mit Planungen zum Bau des Achimer Rathauses an jetziger Stelle. Das passte seinerzeit vielen Bürgern nicht, sie wollten keine „Verschandelung“ der Innenstadt und präferierten einen anderen Standort.

Karl-Heinz Lichter schloss sich damals aus diesem Grund einer Bürgerinitiative an. Sein Engagement mündete schließlich in einer Mitgliedschaft bei der Wählergemeinschaft Achim (WGA), einer Kandidatur und schließlich der Wahl in den Stadtrat im Jahr 1991. Nach nunmehr 30 Jahren sagt der 75-Jährige mit Ablauf der Legislaturperiode der Lokalpolitik ade.

Geboren wurde Karl-Heinz Lichter gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Neumarkt in Schlesien. Nach der Flucht der Familie und mehreren Stationen im Großraum Nienburg war Köln, dort war er als Zeitsoldat stationiert, für elf Jahre sein Lebensmittelpunkt. Mit einem Ingenieursstudium im Schlepptau und einem Job bei Krupp Atlas Elektronik in Bremen verschlug es ihn 1981 zunächst in die Achimer Vogelsiedlung, ehe er zusammen mit Ehefrau Ursula und der mittlerweile längst erwachsenen Tochter Carola 1985 an der Königsberger Straße in Baden in einer Doppelhaushälfte bis heute sesshaft wurde. Von da an dauerte es nicht mehr lange bis zum Einstieg in die Lokalpolitik.

Sein Engagement für die WGA dauerte zehn Jahre, bevor interne Kontroversen zu einem Austritt führten. Neue politische Heimat wurde die CDU. Die erneute Wahl in den Stadtrat folgte nahtlos.

Karl-Heinz Lichter blickt zurück: „Ich habe viel dazu beigetragen, dass in unserem Ort etwas bewegt wurde, auch wenn uns während der gesamten Zeit nur die Oppositionsrolle blieb.“

Lichter erinnert an den Golfplatz, für dessen Bau er sich noch zu WGA-Zeiten stark eingesetzt hatte. „Auch an anderen Projekten, beispielsweise der Belebung des Runken-Areals, der Ausweisung zahlreicher Baugebiete oder der Errichtung neuer Feuerwehrhäuser habe ich zusammen mit anderen Christdemokraten konstruktiv mitgewirkt. Wir waren schließlich keine Fundamentalopposition, sondern haben stets sachorientiert entschieden“, sagt der scheidende Ratsherr. Sein besonderes Augenmerk galt einer soliden Finanzpolitik. „Bei unnötigen Ausgaben habe ich durchaus öfter den Finger in die Wunde gelegt, auch wenn das bei der Mehrheit nicht immer auf Gegenliebe stieß – wobei wir nie gespart haben, wenn Achim sich entwickeln konnte.“ Eine Entwicklung stößt ihm dabei allerdings sauer auf. „Die Gestaltung des Lieken-Geländes belastet den Haushalt unnötig. Ein Einkaufszentrum hingegen hätte Geld gebracht.“

Karl-Heinz Lichter blickt auch auf die (erste) Wahl von Bürgermeister Rainer Ditzfeld zurück: „Es war kein Fehler von mir und der CDU, ihn damals nicht unterstützt zu haben und stattdessen einen eigenen Kandidaten aufzustellen.“

Apropos Personalien: Zwei seiner Weggefährten stellt Lichter ein besonders gutes Zeugnis aus. „Ich konnte mit fast allen gut, aber Heinz-Hermann von Salzen in der Anfangsphase, damals WGA, und der langjährige Erste Stadtrat Bernd Kettenburg waren schon besondere Aktivposten und Vorbilder. Große Stücke halte ich übrigens auch auf Nadine Fischer, die ich zuletzt aktiv im Wahlkampf um den Bürgermeisterposten unterstützt habe. Ihre Zeit wird noch kommen.“

Karl-Heinz Lichter blickt weiter nach vorne. Auch wenn er nicht mehr im Stadtrat mitwirken wird, bleibt er aufmerksamer Beobachter des Geschehens und hält eine Weichenstellung für unabdingbar: „Der soziale und gleichzeitig umweltverträgliche Wohnungsbau in Achim muss weiter kraftvoll gefördert werden.“

Ganz aus dem öffentlichen Leben verschwunden ist der agile Pensionär übrigens nicht. Er fungiert unter anderem weiter als Vorsitzender der CDU-Ortsgruppe Baden/Uesen (schon seit 2004), sitzt im Vorstand der Stadtwerke und engagiert sich im Traditionsverband der Steubenkaserne. Dazu gesellen sich viele Freunde und Bekannte, und natürlich Ehefrau Ursula, die dazu beitragen, dass keine Langeweile aufkommt. Auch Besuche von oder bei der Tochter, die mit Mann und dem Lichter-Enkel in Stuttgart wohnt, sind stets ein Highlight.  sp

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