Öffentliches Straßennetz in teils sehr schlechtem Zustand / Begrenzte Mittel

Von Badenermoor bis Bollen wartet Herkules-Aufgabe

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Deutliche Spuren des Verfalls auf der Straße Bollener Deich. Fördergelder zur umfassenden Sanierung sind allerdings auch hier nicht zu erwarten.

Achim/Bollen - In ziemlich schlechtem Zustand sind nicht nur im Ortsteil Bollen öffentliche Straßen und Wirtschaftswege, für deren Instandhaltung die Stadt Achim zuständig ist.

Badenermoor, Embsen und Borstel gehören laut Unterlagen der städtischen Grundstücks- und Gebäudeverwaltung Achim (GGA) ebenfalls zu den betroffenen Bereichen. Die Straßen haben oft deutlich mehr als die vorgesehenen rund 25 Jahre Nutzungszeit auf dem Buckel. Straßenaufbau, Entwässerung und Breite entsprechen längst nicht mehr heute gültigen Richtlinien. Immer schwerere und breitere Fahrzeuge beschleunigen zudem den baulichen Verfall. Ebenfalls nicht nur in Bollen müssten daher manche Straßenzüge nach GGA-Einschätzung komplett auf einem höheren Standard erneuert werden.

Allein die entsprechende Instandsetzung des Bollener Straßennetzes würde knapp zwei Millionen Euro verschlingen. Als stark sanierungsbedürftig wird hier der Osterhofer Damm eingestuft. Das Prädikat „abgängig“ gilt zumindest abschnittweise für die Bollener Dorfstraße, den Bollener Deich und den Weg zum Campingplatz 2.

Würden lediglich bestimmte Bereiche repariert, um wenigstens die Verkehrssicherungspflicht zu gewährleisten, geht die GGA von rund 105.000 Euro Kosten aus. Der Bollener Ortsausschussvorsitzende Bernd Junker (SPD) hatte die Verwaltung um den Sachstandsbericht zum Zustand dortiger Straßen gebeten. GGA-Chef Steffen Zorn machte im Bauunterhaltungausschuss auch noch einmal deutlich, dass im Prinzip etwa 38 von insgesamt 260 Kilometern städtischem Straßennetz saniert werden müssten.

Eine wahre Herkulesarbeit, die nur über viele Jahre verteilt und entlang einer Prioritätenliste zu erledigen ist. Denn die finanziellen Mittel sind natürlich sehr begrenzt. Für Bollener Straßen, die nicht ganz oben auf der Liste rangieren, will die Verwaltung jetzt einen Straßeninstandhaltungsplan erarbeiten, um die Verkehrssicherheit mittelfristig zu erhalten. Die nötigen Gelder könnten im Haushalt für 2017 bereit gestellt werden.

Fördergelder der EU sind nach Erkundungen der Verwaltung für die innerörtlichen Straßenbereiche nicht zu erwarten. Die Ausbesserungen müssten also allein von den Anliegern und der Stadt Achim bezahlt werden.

Jedes Jahr eine größere Maßnahmen auf der Liste abzuarbeiten, erscheint Zorn als sinnvoll. Wie berichtet, steht jetzt das Teilstück der noch nicht erneuerten Bergstraße an, und der Bierdener Steinweg gehört ebenfalls zu den Großprojekten in den nächsten Jahren. Mehr sei jeweils realistischerweise und auch personell von der GGA nicht zu bewältigen.

la

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