Nutzungskonzept und Erhalt wichtige Vergabekriterien / Angebote bis Ende Juni

Altes Bibliotheksgebäude soll fix Käufer finden

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Die Stadt will das ehemalige Bibliotheksgebäude verkaufen, um es einer neuen Nutzung zuzuführen.

Achim - Das nach dem Umzug der Stadtbücherei ins Rathaus leerstehende Bibliotheksgebäude will die Stadt jetzt schnell veräußern, damit dort eine „publikumsintensive Nutzung“, etwa Gastronomie, entstehen kann. Der Ratsausschuss für Stadtentwicklung hat Kaufinteressenten eine Frist bis Ende Juni eingeräumt, Angebote abzugeben. Investoren müssen sich dabei an bestimmte Auflagen halten.

In der Sitzung am Dienstagabend im Ratssaal benannte Stadtplanerin Angelika Steinbach die Vergabekriterien. Diese orientieren sich zu einem großen Teil an den Ergebnissen der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Innenstadtentwicklung in dem genannten Bereich.

Die Stadtverwaltung hat eine „Bewertungsmatrix“ für den Vergabeprozess bei diesem Grundstück mit einem ermittelten Verkehrswert von 84000 Euro erstellt. Ein „überzeugendes Nutzungskonzept mit Aussagen zur Freiraumgestaltung“ und der Gebäudeerhalt sind dabei die beiden wichtigsten Punkte, die potenzielle Käufer zu beachten haben. Zu 30 beziehungsweise 25 Prozent sollen diese Kriterien bei der Grundstücksvergabe durch den Stadtrat eine Rolle spielen und damit bei der Entscheidungsfindung insgesamt mehr als die Hälfte ausmachen.

Das Gebäude zu erhalten, habe einen hohen Stellenwert für viele Achimer, sagte Steinbach; der Sanierungsaufwand wäre laut Gutachten mit nahezu 500000 Euro jedoch erheblich. Ein Abriss und ein Neubau seien möglich, denn Denkmalschutz für das einstige Achimer Feuerwehrhaus bestehe nicht.

Ein neuer Baukörper müsste sich in die Umgebung einfügen, er dürfte aber auch etwas breiter ausfallen als der bestehende Altbau, ohne allerdings die benachbarten Lindenbäume zu gefährden, informierte die Planerin. Höchstens zwei Geschosse mit einer Gesamthöhe von zwölf Metern erlaubt der für den neuen Nutzungszweck geänderte Bebauungsplan.

Darüber hinaus sollte der Bewerber über Referenzobjekte verfügen, den Nachweis seiner finanziellen Leistungsfähigkeit erbringen und angeben, wieviel Arbeitsplätze an dem Standort vorgesehen sind. Die anschließende Aussprache im Ausschuss brachte dann noch etwas Zoff.

Zahlreiche Achimer hätten das jahrhundertealte Gebäude mitten im Zentrum „lieb gewonnen“, betrachteten es als „identitätsstiftend für die Stadt“, daher sollte es „möglichst erhalten werden“, sagte Hans-Jürgen Wächter. Das habe aus Sicht der SPD Priorität vor einem großen Verkaufserlös. Das „Interessenbekundungsverfahren“ sollte bis Ende Juni abgeschlossen sein, damit die Verwaltung in der politischen Sommerpause die Angebote auswerten und der Rat dann im September den Zuschlag erteilen könne.

Karl-Heinz Lichter (CDU) sprach von einem „plötzlich erstaunlichen Tempo“ der SPD in dieser Frage. Das sei kaum zu schaffen. Erst recht nicht, wenn, wie von Wächter gewünscht, die auch mit Bürgern besetzte Steuerungsgruppe zur Innenstadtentwicklung sich noch zwischenzeitlich mit den Angeboten befassen solle. Zudem bemängelte Lichter, dass Steinbach die Bewertungsmatrix für die Vergabe nicht rechtzeitig vor der Sitzung vorgelegt habe. Auch hielt er es für nicht notwendig, dass Bewerber Referenzobjekte vorweisen sollen.

Dennoch stimmten am Ende alle für das Vergabeverfahren.

mm

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