Nur eine Zwischenstation

Nach drei Jahren in den USA machen Stephan und Anna Reinert halt in Achim

Auszeit am Achimer Hafen: Stephan und Anna Reinert mit ihren beiden Söhnen und Pinscher Mara. Foto: Lakemann
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Auszeit am Achimer Hafen: Stephan und Anna Reinert mit ihren beiden Söhnen und Pinscher Mara.

Achim - Von Björn Lakemann. „Sobald ich eine neue Arbeitsstelle gefunden habe, verlassen wir Achim wieder“, sagt Stephan Reinert. In den vergangenen Tagen nutzte die vierköpfige Familie Reinert das Wetter, um an der Weser zu verweilen. Nach drei aufregenden Jahren in den Vereinigten Staaten von Amerika sind Stephan und seine Frau Anna mit den beiden Söhnen Anton und Kilian seit sieben Wochen zurück in Deutschland.

Hintergrund: Das dreijährige Forschungsvisum des Familienvaters war ausgelaufen. Allerdings gestaltete sich die Rückreise nach Deutschland aufgrund des Coronavirus als überaus schwierig, und auch das Auswärtige Amt auf der anderen Seite des großen Teichs war keine große Hilfe, berichtet Stephan Reinert.

Den Auftakt seines Abenteuers in Amerika im Mai 2017 verbrachte das Paar mit dem jetzt vierjährigen Sohn Anton in Fargo im Bundesstaat North Dakota. Dort wurde auch der mittlerweile zweijährige Kilian geboren, der als einziger des Quartetts die doppelte Staatsbürgerschaft besitzt.

Der aus Eckernförde stammende Wissenschaftler Stephan Reinert arbeitete in der Bioinformatik und widmete sich insbesondere der Pflanzenzüchtung. „Es geht um nachhaltige Landwirtschaft und das Projekt, mehrjährige Pflanzen nutzbar zu machen“, erläutert er den wissenschaftlichen Ansatz.

Nach zwei Jahren zog es die Reinerts nach Boulder in Colorado, unweit der Rocky Mountains. „Ein sehr reizvolles Plätzchen. Aber auch sehr teuer, sodass wir in einer Zweizimmerwohnung gelebt haben“, berichtet der Familienvater, dem insbesondere das Arbeitsklima mit der freundlichen und hilfsbereiten amerikanischen Mentalität auffiel. Auch Kollegen aus China und Israel hätten ihr Scherflein zum guten Arbeitsklima beigetragen. An beiden Arbeitsstandorten habe ein liberales Denken geherrscht, sodass dort der Einfluss von Donald Trumps Präsidentschaft kaum zu spüren war. Auch Rassismus sei nie ein Thema gewesen.

Die junge Familie wohnt nach ihrer Rückkehr aus den USA zum Übergang bei den Eltern von Anna Reinert, die vor fünf Jahren nach Achim gezogen sind. Die 31-Jährige stammt ursprünglich aus München. Ihre Masterarbeit in der medizinischen Forschung müsse wegen der Kinder noch warten, sagt sie.

Ihr Ehemann, der im Fach Pflanzenzüchtung promoviert und seinen Master in der Pflanzengenetik gemacht hat, schmiedet indes Pläne für die Zukunft. Für sein künftiges Arbeitsleben kämen die Standorte Berlin, Einbeck oder Braunschweig in Betracht. „Hier in Achim gibt es für mich leider keine berufliche Perspektive. Und durch die Corona-Krise ist es besonders schwierig, etwas zu finden“, sagt der 32-Jährige. Darum bleibt die Weserstadt für ihn und seine Familie lediglich eine Zwischenstation.

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