Noch muss der Aufsichtsrat der Klinik zustimmen / SPD im Achimer Krankenhaus

Größere Geriatrie mit Palliativplätzen ist geplant

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Dr. Stephan Sehrt und Geschäftsführerin Marianne Baehr (von rechts) präsentieren Mitgliedern der SPD-Ratsfraktion das neue Dienstzimmer für Schwestern in der Aller-Weser-Klinik.

Achim - Wie geht es weiter mit der Aller-Weser-Klinik (AWK) in Achim? Eine Frage, die nicht nur Hans-Jürgen Wächter (SPD) umtreibt. Der ist Ratsvorsitzender, sitzt für die Stadt im Aufsichtsrat des Achimer Krankenhauses und hatte den Besuch „seiner“ Ratsfraktion in der Klinik organisiert. Mit dabei sein Aufsichtsratskollege und Bürgermeister Rainer Ditzfeld sowie Betriebsratsvorsitzende Eva Hibbeler.

„Wir verfolgen, wie sich das Haus entwickelt, denn wir wollen es in Achim behalten“, leitete Wächter die rund zweieinhalbstündige Veranstaltung ein. Die Besucher sahen sich alles genau an und stellten viele Fragen.

Geschäftsführerin Marianne Baehr und der ärztliche Direktor Dr. Stephan Sehrt führten die Gruppe als erstes auf die Station 1. Dort ist die Allgemein- und Unfallchirurgie untergebracht. Die Station ist jetzt fertig. „Alles ist neu, in erster Linie haben wir den Brandschutz verbessert“, sagte Baehr und zählte auf: „Die Decke wurde niedriger gehängt, Fußboden, Wände und Türen erneuert, alles in hellen Farben. Es gibt 32 Betten in Ein- und Zweibettzimmern, mit Dusche und WC in jedem Zimmer. Das ist zeitgemäß.“

Die Kosten betragen rund 900 000 Euro. Die zahlte das Krankenhaus, das dadurch entstandene Minus im Wirtschaftsplan der Klinik glich der Landkreis als Hauptgesellschafter aus.

„Der Brandschutz ist ein Riesenbatzen“, berichtete die Geschäftsführerin. Stolz sind sie und Sehrt auf das neue Dienstzimmer für die Schwestern. Das ist großzügig geschnitten und mit Computern ausgestattet. „Die Dokumentation wird immer wichtiger““, erklärte Baehr.

Weiter ging es auf die Intensivstation. Dort wurden unter anderem Gasversorgung und Elektroinstallationen erneuert. Auch im Labor wurde der Brandschutz modernisiert. 80 000 Euro hat alles gekostet. „Das haben wir aus Bordmitteln bezahlt“, sagte Baehr.

Ein Blick in die Geriatrie zeigt, wie es zuvor auf den anderen Stationen ausgesehen hat: moosgrüne Türen, brauner Boden und gelbe Wände. „Der Charme der 70er Jahre“, meint Betriebsratsvorsitzende Hibbeler schmunzelnd.

Der Tross zog weiter in die Cafeteria im Keller. Dort gab es bei Kaffee und Kuchen geballte Informationen. Alles zum Thema „Medizinisches und pflegerisches Leistungszentrum AWK“. „Wir richten unseren Fokus auf die Versorgung der alten Menschen“, sagte Baehr. Dazu soll die Geriatriestation ausgebaut werden, inklusive Plätze für Palliativversorgung. 40 große Räume sind geplant. „Viele Patienten kommen mit Rollatoren und Rollstühlen“, erläuterte die Geschäftsführerin. Räume für unter anderem Ergo- und Logotherapie sollen eingerichtet werden. Im Palliativbereich sind Zimmer für Angehörige geplant. Baehr rechnet mit Kosten von rund drei Millionen Euro, die über den Haushalt der AWK finanziert werden sollen. Auch hier nimmt der Brandschutz einen großen Teil ein. Grundsätzlich ist die Geschäftsführerin überzeugt: „Wir sehen eine moderne geriatrische Versorgung als Investition in die Zukunft - die Gesellschaft wird immer älter.“

Bis der Umbau beginnen kann, wird es wohl noch dauern. „Der Aufsichtsrat muss noch zustimmen“, informierte Baehr.

Noch eine Neuigkeit: Ein Dienstleister, die Tegeler Unternehmensgruppe, kocht die warmen Mahlzeiten für Patienten. „Seit September werden zusätzlich Mahlzeiten für Flüchtlinge in ganz Niedersachsen gekocht“, erwähnte Baehr. Inzwischen sind es 2335 Mahlzeiten täglich, die rausgehen. Dafür bekommt die Klinik 10 655 Euro Rückvergütung im Monat. „Ein Wirtschaftsfaktor“, merkte die Geschäftsführerin an.

Erfreulich sind auch die Energiepreise, die die Klinik bekam; einen für Energie, die mit moderner Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage eingespart wurde. Dafür wurde das Haus obendrein mit dem Gütesiegel des Bundes für Umwelt und Naturschutz ausgezeichnet. Zweitens gab es den niedersächsischen Enegieeffizienzpreis für eine Einsparung von rund 60 000 Euro. „Jetzt sind wir dabei, eine Beleuchtungs-Analyse zu machen“, kündigte die Geschäftsführerin an.

Die Besucher zeigten sich vonn den Aktivitäten beeindruckt.

is

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