Jäger retten jungen Rehbock, der sich im Wildschutzzaun verfangen hatte

Noch mal gut gegangen

Ohne die Hilfe der Jäger wäre der junge Rehbock elend verendet. - Foto: Tucholke

Achim - Eigentlich sollte der Zaun junge Bäume vor ihm und seinen Artgenossen schützen – jetzt ist ein aufgenommener Wildschutzzaun einem Rehbock in Embsen beinahe zum Verhängnis geworden. Der Bock hatte offenbar seinen jugendlichen Übermut an dem Drahtgeflecht austoben wollen und verhedderte sich mit seinem Gehörn unlösbar in den Maschen.

Seine verzweifelten Versuche, sich aus der misslichen Lage zu befreien, zogen den zähen Draht nur noch stärker zusammen. Dass der Rehbock überlebt hat, ist dem Zufall und dem sprichwörtlich „kurzen Draht“ zwischen Landwirten und Jägern zu verdanken. So hatte ein Borsteler Landwirt jetzt bei der Kontrolle seiner Anbauflächen den gefangenen Rehbock entdeckt und sofort den Achimer Jagdpächter alarmiert. Der rief seinen Embser Reviernachbarn an, und nach einer halben Stunde war schon alles erledigt, und der Bock hatte dank der schnellen Gemeinschaftsaktion seine Freiheit wieder.

„Solche Aktionen sind nicht ganz so trivial, wie es scheint“, kommentieren die Jäger das Ereignis. „Auch wenn es nur ein Reh ist, es ist wild und gerät leicht in Panik, wenn Menschen ihm nahe kommen. Ein Schlag mit den Gehörnstangen ist nicht lustig und kann im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge gehen. Man muss schon gelernt haben, wie in solchen Situationen vorzugehen ist.“

Wichtig sei, das Wild ruhigzustellen, bevor man den Bolzenschneider ansetzt, um den Draht durchzutrennen. Das gelingt mit einer Wolldecke, denn wenn das Wild nichts mehr sieht, wehrt es sich nicht mehr so stark. Und schnell muss es gehen. Die Gefahr, dass ein Wildtier am Stress verendet, ist hoch.

So ist die Sache für den jungen Bock glimpflich ausgegangen. Hätte der Landwirt ihn nicht entdeckt, wäre er wohl elendig verreckt.

Die Jäger als Lebensretter. Natürlich töten sie Tiere, auch Rehböcke. „Das gehört zu unseren Aufgaben. Aber wir schießen nicht wahllos – und dieser Rehbock ist erstens viel zu jung und gut veranlagt und zweitens können wir froh sein, wenn wir ihn nicht demnächst nachts von der Straße holen müssen. Die L156 in Borstel erlegt mehr Rehe als wir mit der Kugel – und im Gegensatz zu uns tötet die Straße wahllos“, sagt einer der Retter im Grünrock, der nicht namentlich genannt werden will.

Die Rolle mit den Drahtzaunresten haben die Jäger übrigens entfernt.

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