Marktgymnasium feiert seine 60 Abiturienten

Neugierde, Zielstrebigkeit und Mut bewiesen

Stolze Abiturienten: Diese Schülerinnen und Schüler waren die ersten, die ihre Zeugnisse am Freitag entgegennehmen durften.
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Stolze Abiturienten: Diese Schülerinnen und Schüler waren die ersten, die ihre Zeugnisse am Freitag entgegennehmen durften.

Achim – Corona und das Homeschooling – das sind für Jan Luca Duhn und Jan-Henrik Große die Besonderheiten ihres Abiturjahrgangs. So habe die Pandemie sie konditioniert, „wann immer wir ein Weckerklingeln hören, ein Fenster zu öffnen“. Die beiden Jahrgangssprecher des Gymnasiums Am Markt (Gamma) hielten bei der Schulentlassungsfeier am Freitag in der Turnhalle eine witzige Rückschau auf ihre Schullaufbahn.

Dabei teilten sie aus („Wir haben festgestellt, dass manche Lehrer durchaus menschliche Züge besitzen“) und lobten: „Ihr habt aus kleinen nervigen Kindern hoffentlich nicht mehr ganz so nervige Erwachsene gemacht.“

60 Prüflinge am Gamma haben nun das Abitur in der Tasche, zwei weitere erlangten die Fachhochschulreife. Pro Abiturient waren übrigens zwei Begleitpersonen erlaubt und alle hatten vorab Schnelltests bekommen.

Die Jahrgangsbesten am Gamma sind Jan Luca Duhn (1,0), Antonia Honemann (1,0), Ive Jolie Peterhans (1,1) und Enya Purnhagen (1,1). „Absolut bemerkenswert“ fand Schulleiter Dirk Stelling dabei, dass der Gesamtdurchschnitt von 2,32 zum wiederholten Mal unterhalb des niedersächsischen Mittels liege.

Stelling betrachtete in seiner Rede das Abi-Motto „Morgen Abi – gar kein" Bock“ und nahm dies zum Anlass, die digitalen Kompetenzen seiner scheidenden Schüler zu loben. Denn der Satz beziehe sich auf ein sogenanntes Meme, wie beliebte Internet-Scherze genannt werden. „Zum Glück habt ihr nicht "egal", "mi mi mi" oder "heul" doch" gewählt, wie andere trendige Topics lauteten.“ Indes könne er die Einschätzung des Abschlussjahrgangs nicht bestätigen. Zum einen sei der 13. Jahrgang unabhängig vom gerade aktuellen Unterrichts-Szenario „nahzu unerschütterlich immer in der Schule erschienen“. Zum anderen hätten sie „Neugierde, Zielstrebigkeit und Mut“ bewiesen, durch die Wahl von Facharbeitsthemen wie „Hyperloop – eine Alternative zum Fliegen“ oder „Vom flüssigen Brot zum Kultgetränk Bier“ und natürlich die Bewältigung der Prüfungen. Ob sie Mut besitzen, welches Stelling zufolge die dritte Fähigkeit für ein Leben nach der Schule ist, werde sich noch zeigen. „Werdet nicht Bedenkenträger, die nur sagen, was nicht geht. Und helft mit, die digitale Transformation zu gestalten“, forderte er die Absolventen auf. Das Gamma biete hier ideale Voraussetzungen, nutzte Stelling die Gelegenheit für etwas Eigenwerbung und ein Lob an den Landkreis als Schulträger. Denn das Gamma habe vom ersten Tag an digitale Tafeln verwendet, verfüge über Glasfaseranschluss und WLAN im gesamten Schulgebäude. Digitale Kompetenzen würden künftig immer zentraler. „75 Prozent der heutigen Grundschüler werden in Berufen arbeiten, die wir heute noch nicht kennen“, gab er eine Prognose der Autorin und Influencerin Verena Pausder („Das neue Land“) wieder.

Schulleiter Dirk Stelling

Um das Thema Corona kam auch Landrat Peter Bohlmann nicht herum in seiner Ansprache an den ersten Jahrgang, der nach 13 Schuljahren das Abitur in den Händen hält. „Sie haben monatelang im Kinderzimmer statt in der Schule gelernt.“ Doch ein Jahr mehr oder weniger Präsenzunterricht entscheide nicht über den Erfolg im Leben. Dazu passend zitierte Bohlmann den irischen Dramatiker George Bernard Shaw: „Die einzige Zeit, als meine Ausbildung unterbrochen wurde, war meine Schulzeit.“

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Schulband Rays, die sich laut Stelling erst im Schuljahr 2020/21 unter Leitung von Marlene Warmer gefunden hatte. Mit Dynamik und Spielfreude interpretierten die Musiker in der klassischen Bandbesetzung plus Saxophon, Posaune und mehrstimmigem Gesang, Songs von Bruno Mars, Alex Clare und Pompeii.

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