Neues Projekt in Kindertagesstätte Bierden / „Kleine Forscher“ täglich am Werk

Blöde Mathematik? Am besten von Anfang an lernen

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Die Rabengruppe als „Matheforscher“. Anna Herberg, Jacqueline Hähnel und Jacqueline Buchholz (v. l.) helfen dabei.

Achim - Von Michael Mix. „Eins, zwei, drei – alle sind dabei“, reimen die Kinder aus der Rabengruppe jeden Morgen. Das ist stets der Auftakt für eine kleine spielerische Lerneinheit unter der Überschrift „Mathematik von Anfang an“. Und so ist auch das Projekt betitelt, mit dem die Lebenshilfe-Kindertagesstätte Bierden dazu beitragen will, der weit verbreiteten Mathe-Abneigung in der Gesellschaft zu begegnen.

Sozialpädagogin Jacqueline Buchholz, Erzieherin Anna Herberg und Auszubildende Jacqueline Hähnel setzen sich mit den Kindern aus der Rabengruppe für das „forschende Lernen“ auf einen Teppich und bilden einen Kreis. Schon tauchen sie in die Welt der Zahlen, Mengen, Ziffern, Muster und Reihenfolgen ein, sortieren, klassifizieren, vergleichen, befassen sich mit Zeit, Raum und Form.

„Ole, sage doch mal, wie alt du bist“, fordert Jacqueline Buchholz den Jungen auf. „Fünf Jahre“, antwortet er. „Sind denn alle hier so alt wie Ole?“ Nein, die meisten Finger gehen bei „Vier“ hoch, einige sind aber auch erst drei. Lea blättert wenig später den Tischkalender vom 11. auf den 12. Mai um und erhöht die Anzahl der Kugeln im Reagenzglas folgerichtig um eine auf zwölf. Nach der Datumsaktualisierung bekommt das Mädchen die Aufgabe, die Anzahl der Kinder in der Gruppe zu bestimmen. 14, zählt sie in der Runde. „Richtig, alle sind da“, lobt Buchholz.

Nun legt sie ein Quadrat, ein Dreieck und einen Kreis auf den Teppich. Die Kinder sind weiter munter bei der Sache, benennen diese geometrischen Grundformen und schaffen es auch, diese Reihe in der vorgegebenen Art fortzusetzen. Als die Pädagogin eine Schmuckschatulle hervorkramt und eine Kastanie, einen Knopf und verschiedenfarbige Diamanten hintereinander platziert, bereitet es Joost wenig Mühe, diese Reihenfolge zu wiederholen.

Ole kann das auch mit Smarties. Bei dieser „süßen Aufgabe“ zum Abschluss darf jedes Kind am Ende zwei verputzen. „Ey, ich wollte doch noch einen naschen“, protestiert Ole, als die Erzieherinnen die restlichen Smarties wegpacken. Aber in diesem Moment wird auch schon das Mittag-essen rein gerollt.

Kita-Leiterin Elisabeth Hennies freut sich, dass sie dieses Projekt mit Hilfe ihrer motivierten Mitarbeiterinnen auf die Beine stellen konnte. Buchholz und Herberg haben Fortbildungen der Uni Münster zur Mathe-Didaktik für Vorschulkinder und weitere Schulungen der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ besucht.

„Es geht nicht um Wettbewerb. Mathe soll hier Spaß machen“, erläutert Sozialpädagogin Buchholz im Gespräch.

„Mathematik von Anfang an“ diene einer Reihe von Zielen, sagt Hennies. Es gelte, Vorurteile und Ängste gegenüber diesem Lernbereich abzubauen, „die schon von Geburt an vorhandenen mathematischen Kompetenzen der Kinder“ zu fördern, „die Neugier für lösbare Geheimnisse zu wecken“ und Schwierigkeiten beim Mathematiklernen zu vermeiden.

Auch wolle die Kita Bierden mit dem Projekt einen kleinen Beitrag dazu leisten, die sogenannte Mint-Lücke zu schließen. „Denn Fachkräfte in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik“, weiß Hennies, „werden auf dem Arbeitsmarkt dringend benötigt.“

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