Neue Vorrangstandorte nach veränderten Kriterien in Sicht /Bollen/Uphusen dran

Wind bringt die Wende, Ärger und Geschäfte

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Bollen ist in seiner Nachbarschaft schon reichlich mit Windkraftwerken gesegnet. Es könnten noch viel mehr werden.

Achim - Windkraft ist der Treibstoff für den Atomkraftausstieg und die Energiewende, aber oft wird sie dort, wo sie erzeugt wird, für die Bürger auch zu einer Belästigung. Wegen neuer Richtlinien des Landes und Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts werden auch auf die Bürger im Landkreis Änderungen zukommen. Besonders betroffen könnten auch die Einwohner von Uphusen und Bollen sein.

Zusammengefasst werden die Änderungen voraussichtlich in der Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogramms 2016. Entschieden ist aber noch nichts, wie der Uphuser Ortsausschussvorsitzende Herfried Meyer und Achimer SPD-Fraktionsvorsitzende Herfried Meyer sagt.

Heute sind an den vorhandenen und auch neuen Windkraftstandorten auch besonders leistungsstarke Repowering-Anlagen mit einer Höhe von 200 statt 150 Metern zulässig. Bei diesen Anlagen sind zu Siedlungsgebieten mindestens 800 Meter Abstand und zu Einzelhäusern 500 Meter Mindestabstand einzuhalten, damit die zulässigen Schallwerte eingehalten werden können. Im Nordkreis könnte das besonders die Anlagen in Bassen und in Embsen betreffen.

Interessant ist, dass von 35 möglichen Flächen, Potenzialflächen genannt, im Kreis 22 von der Avifauna, also von Vogelpopulationen und ihre möglichen Gefährdung, betroffen sind. Beim größten Windpark des Landkreises in Thedinghausen-Beppen zum Beispiel geht man von einem Brutvogelgebiet von nationaler Bedeutung aus. Das Windenergievorranggebiet nördlich von Quelkhorn liegt in der Nähe zu einem wertvollen Schwarzstorch-Brutgebiet.

Wälder dürfen grundsätzlich nicht für die Erzeugung von Windkraft genutzt werden, da sie unabhängig von ihrem natürlichen Reiz die Tierwelt bedrohen und für das Klima wichtig sind. Für den waldarmen Landkreis Verden mit nur zwölf Prozent Waldanteil gilt das ganz besonders.

Aus diesen Überlegungen könnten sich als künftige Vorranggebiete für Windkraft zum Beispiel herauskristallisieren die Standorte nördlich von Quelkhorn, Bassen-Ost, Borstel, Bollen/Uphusen, Giersberg, nördlich von Völkersen, Beppen, Blender und Riede.

Die Uphuser und Bollener zum Beispiel sind beunruhigt, denn auf Mahndorfer Gebiet existiert schon ein kleiner Windpark und weitere Windräder dies- und jenseits der Bollener Landstraße und im Gebiet Achim-West zu nahe an ihren Ortschaften möchten sie nicht haben.

Möglicherweise werden die Einflugschneise und die Nähe des Bremer Flughafens eine allzu große Expansion der hohen Rotorenmasten mit Blinklichtern an den Flügeln noch verhindern.

Herfried Meyer beruhigt, dass ja noch nichts von den Kreisgremien entschieden sei und Beschlüsse erst 2016 zu erwarten seien. Dann ist auch Kommunalwahl, nicht gerade eine Zeit für unpopuläre Entscheidungen.

Allerdings ist zum Beispiel in Uphusen zu erfahren, dass die Energiefirmen schon intensiv mit Grundstückseigentümern sprechen und sie bereits zu Versammlungen eingeladen haben, denn mit dem Wind winkt auch ein gutes Geschäft.

mb

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