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Für jeden Bedarf die passende Betreuung

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Von: Sandra Bischoff

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Balanceakt: Es ist nicht leicht, die richtige Anzahl von Kita-Plätzen zu schaffen. Aktuell erfüllt die Stadt Achim nach eigenen Angaben aber den Rechtsanspruch für eine vierstündige Betreuung.
Balanceakt: Es ist nicht leicht, die richtige Anzahl von Kita-Plätzen zu schaffen. Aktuell erfüllt die Stadt Achim nach eigenen Angaben aber den Rechtsanspruch für eine vierstündige Betreuung. © dpa

Achim – Die Kindertagesstätte Hilgenberg in Uphusen hat am 1. Februar ihren Betrieb aufgenommen. „Gerne hätten wir dieses Ereignis etwas feierlicher gestaltet. Aufgrund von Corona haben wir aber darauf verzichtet“, wird Jennifer Frank, Fachbereichsleiterin für Kindertagesstätten bei der Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Bremen-Verden, in einer Mitteilung zitiert.

Die neue Einrichtung an der Uphuser Dorfstraße 66 in Uphusen ist ein weiterer Baustein, um Eltern künftig eine Betreuung für ihren Nachwuchs anbieten zu können. Den gesetzlichen Rechtsanspruch auf eine vierstündige Betreuung an fünf Tagen die Woche erfülle die Stadt bereits, sagt der Erste Stadtrat Daniel Moos auf Nachfrage. Allerdings mit Einschränkungen. „Zurzeit haben wir zwar für jedes Kind einen Platz, jedoch nicht immer bedarfsgerecht.“ Das bedeutet konkret, dass Kinder nicht immer zur gewünschten Zeit oder in der gewünschten Einrichtung betreut werden können. Zwar sei mit der Nachmittagsbetreuung dem Rechtsanspruch genüge getan, „aber wir wissen, dass es nicht das ist, was die Familien wollen“, so Moos. 83 Nachmittagsplätze hält die Stadt im laufenden Kita-Jahr vor, die Nachfrage sinke weiter. „Ziel ist es deshalb, die Nachmittagsplätze nach und nach abzubauen, um die Betreuung am Vormittag und die verlängerte Betreuung auszuweiten, denn dort besteht der größte Bedarf“, sagt der Erste Stadtrat. Die klassische Betreuungszeit von 8 bis 12 Uhr sei für berufstätige Eltern vielfach nicht mehr ausreichend. Moos zufolge benötigen Eltern nicht nur eine verlängerte Betreuung, sondern oft sogar ein Ganztagsangebot bis 16 Uhr. Obwohl allen Kindern außer denen im Hortbereich zu Beginn des laufenden Kita-Jahres ein Betreuungsplatz angeboten worden sei, stünden noch Mädchen und Jungen auf der Warteliste: 21 für die Krippe und 23 für die Kindertagesstätte. „Das sind die unversorgten Familien, die in der Regel den angebotenen Platz nicht angenommen haben.“ 

Mit der Kita in Uphusen, der geplanten Awo-Einrichtung an der Magdeburger Straße und der Kita auf dem ehemaligen Lieken-Gelände, die voraussichtlich 2023/2024 fertiggestellt sein soll, will die Stadt nicht nur den zeitlichen, sondern auch den wohnortnahen Bedarf decken, sagt Moos. In diesem Jahr soll ein Gutachter überprüfen, ob das Betreuungsangebot der Stadt für die kommenden Jahre ausreicht. Die Anmeldezahlen für das neue Kita-Jahr will die Verwaltung der Politik im nächsten Sozialausschuss vorstellen, der am Montag, 7. Februar, um 17 Uhr im Rathaus tagt, so Moos.

Auch wenn sich die Betreuungssituation zu entspannen scheint, hapert es zurzeit noch immer am Personal. „Der Fachkräftemangel zeigt sich besonders im Sozial- und Erziehungssegment“, sagt Moos. Zwar habe sich die Situation im Vergleich zu vor den Sommerferien deutlich verbessert, „aber wir haben noch immer offene Stellen, momentan relativ gut verteilt auf die Einrichtungen“. Deshalb sei die Stadt in der Akquise neuer Mitarbeiter.

Die Kita Hilgenberg in Uphusen hat gestern ihren Betrieb aufgenommen.
Die Kita Hilgenberg in Uphusen hat gestern ihren Betrieb aufgenommen. © Bartz

Auch das Team der Johanniter-Kita Hilgenberg soll weiter wachsen. Künftig soll es dort insgesamt fünf Gruppen geben. Zum Starttermin gestern besuchten 20 Mädchen und Jungen die Einrichtung. Die Krippengruppe können maximal 15 Kinder besuchen. Jeweils 25 Plätze soll es in den Elementargruppen geben.

Das Gebäude der Kita Hilgenberg erstreckt sich über eine Etage. Eingerichtet sind dort die Gruppenräume und ein Kreativraum, eine Kinderküche, ein Bewegungsraum, ein Multifunktionsraum, Sanitärbereiche für die Kinder sowie Räume für die Mitarbeiter, die Kita-Leitung, die Küche und ein Lager. Jede Gruppe hat zudem einen eigenen Schlafraum. In der Küche werden täglich die kindgerechten Speisen aufbereitet. Das Außengelände bekommt einen Spielplatz mit natürlichen Materialien und Spielgeräten aus Holz. Dabei ist zum Beispiel ein Wasserspiel mit Matschlandschaft, ein Sandspielbereich, Schaukeln, Rutschen, eine Bobbycarbahn und Baumstämme zum Balancieren.

Zahlen und Fakten

• In Achim gibt es zurzeit neun städtische Kindertagesstätten und zehn Einrichtungen in freier Trägerschaft, darunter die evangelische und die katholische Kirchengemeinde sowie die Johanniter, die Lebenshilfe und ein Elternverein. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) kommt voraussichtlich Ende des Jahres mit einer weiteren Einrichtung dazu.

• Es gibt 333 Krippenplätze, 1186 Kindergartenplätze und 180 Hortplätze, darin enthalten sind 8 Integrationsplätze in der Krippe und 16 im Kindergarten

Planung weiterer Einrichtungen:

• Uphusen (in Trägerschaft der Johanniter): 4 Kindergarten- und 1 Krippengruppe. Der Betrieb wurde am Dienstag aufgenommen; alle Plätze stehen dann im Sommer zur Verfügung

• Magdeburger Straße (in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt): 3 Kindergarten- und 1 Krippengruppe; Fertigstellung Ende 2022

• Nördliche Innenstadt: 3 Kindergarten- und 2 Krippengruppen, Fertigstellung 2023/2024

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